Harry Potter trifft Gott (Peter Ciaccio)

Es war eher Zufall, dass mir das Buch in die Hände fiel. In einem großen Buchladen schlich ich an den großen Regalen entlang und suchte in der Ecke mit der Überschrift „Religion“ nach einem Buch, das mir irgendwie helfen würde, das Alte Testament zu verstehen oder es etwas kürzer Zusammenzufassen.

Und zwischen all den Büchern zum Thema „Die neue Betrachtung des Alten Testaments“, „Die Bibel nach Martin Luther“ und „Das Christentum im Vergleich mit X und Y“ stach mir der Name „Harry Potter“ ins Auge.

Ich habe schon so viele endlose Diskussionen gelesen oder von ihnen gehört, in denen es um Harry Potter und Religion geht. So beispielsweise auch im Zusammenhang mit einer Schule in meiner Stadt. Dort wollten die Lehrer mit den Schülern der 5. Klasse den ersten Teil von Harry Potter lesen.

Als junger, ungläubiger Leser denkt man als erstes: Oh, ziemlich cool. Die Schüler müssen nicht die alten Klassiker lesen, sondern kriegen etwas aus der heutigen Zeit serviert, was womöglich eher das Interesse weckt als ein „Faust“ von Goethe. Zumindest war es bei mir damals so.

Doch zurück zum Buch. Darum soll es hier ja hauptsächlich gehen.

Meine Ausgabe: Harry Potter trifft Gott

Kosten: 12.99€

Klappentext:

Kaum ein anderes Buch hat neben der Bibel eine so große Verbreitung gefunden wie Harry Potter. Weltweit wird eine ganze Generation durch die Bücher und Verfilmungen geprägt. Harry Potter polarisiert: Einerseits begeistert der junge Zauberer die Massen, andererseits provoziert er die Kritiker, die ihn gerne verteufeln wollen.

Peter Ciaccio versucht eine Annäherung christlicher Aussagen mit dem „Evangelium von Hogwarts“ und möchte Anknüpfungspunkte für Gespräche mit der post-christlichen und post-modernen Pottergeneration schaffen. Er verdeutlicht, dass das Phänomen Potter keiner Dämonisierung unterliegt und lockt Theologen, Religionslehrer und Pastoren aus der Reserve.

Meine Kritik:

Wo fange ich da an? Der Autor reißt viele biblische Themen an und vergleicht sie mit den Charakteren in den Harry-Potter-Romanen. Versucht einen Vergleich anzustellen mit verschiedenen Themen, die in der Bibel abgehandelt werden und auf ihre eigene Art und Weise in den Romanen von Joanne K. Rowling vorkommen. Zu diesen Themen gehören u.a. der Antichrist und Voldemort, die Liebe von Lily Potter zu ihrem Sohn Harry oder auch Vorherbestimmung und Prophezeiungen.

Doch ich hab das Buch nicht gekauft, weil ich den christlichen Hintergrund von Harry Potter entdecken wollte, insofern es einen gibt. Nein, ich wollte wissen, wie ein evangelischer Pastor sich an solch ein Thema heranwagt. Ich war neugierig, ob Harry Potter in diesem Buch zum schwarzen Magier stilisiert wird.

Wird er das?

Nein. Peter Ciaccio geht mit sehr viel Feingefühl und Wissen an die Sache heran. Und es ist erstaunlich, dass er der Magie in dem Romanen gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenkt. Er begründet dies damit, dass die Magie in den Romanen etwas Natürliches ist, etwas, dass die der Großteil der vorkommenden Personen besitzt und es schlussendlich gar nicht um die Magie und deren Ausübung in den Romanen geht, sondern vielmehr um das Heranwachsen der Protagonisten.

Ich empfehle dieses Buch also jedem, der einmal erfahren möchte, wie ein Christ, ein Pastor die Harry-Potter-Romane betrachtet ohne sie direkt in mit Teufelsanbetung und Satanismus in Verbindung zu bringen.

Zitate:

Eigentlich passt an diese Stelle nur ein Zitat, das ich keinem Leser vorenthalten möchte, da ich es selbst jahrelang gesucht habe und hoffte, es in solch einem Buch auf irgendeine Art und Weise zu finden.

„Aus diesem Gesichtspunkt heraus kann man auch klar ableiten, falls dies noch vonnöten sein sollte, dass die Autorin nicht etwa „dem Bösen dient“, wie leider viele Christen sagen, sondern dass sie vielmehr vor dem Bösen warnt und dies in einer Art und Weise, die einem evangelischen Christen sogleich als paulinisch anmuten muss.“

4 Sterne

Bis zum nächsten Buch.

Eure Jule

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2 Gedanken zu “Harry Potter trifft Gott (Peter Ciaccio)

  1. Hey,

    ist das cool!
    Ich habe gerade deine Rezensionen überflogen und dann sprang mir dieser Titel ins Auge. Und mit der Rezension hast du mein Interesse jetzt definitiv geweckt. Ich bin selbst großer Harry Potter Fan – und möchte demnächst evangelische Theologie studieren. Da wäre das ja eigentlich schon Pflichtlektüre für mich.
    Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

    Liebe Grüße
    Seitenfetzer

    Gefällt mir

    1. Hallöchen 🙂
      oh nein, diese Rezension ist uralt und ich finde die gar nicht gut. 😀 Aber ich freue mich, dass ich dich neugierig machen konnte. Ich habe das Buch auch eher zufällig entdeckt, als ich auf der Suche nach einer hebräischen Bibel war, die ich für die Uni brauchte. Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Lesen und Erfolg bei dem Studium.
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt 1 Person

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