Das Bildnis des Dorian Gray (Oscar Wilde)

Text auf der Rückseite:

Der schöne junge Dorian Gray wird von einem befreundeten Maler porträtiert. Ein gemeinsamer Freund, Lord Henry Wotton, verleitet Dorian zu der Äußerung, statt seiner möge doch besser dieses Bildnis altern. Im Stil eines Teufelspaktes nimmt die Geschichte ihren Lauf: Zunehmend wird Dorians Existenz zu einem Doppelleben mit glänzender, nie veränderter Fassade und seinem wahren Gesicht auf einem Bild, das er vor der Welt verbirgt.

Der Autor:

Oscar Wilde wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als Sohn des Arzte William Wilde und der Dichterin Jane Francesca Elgee geboren. Er studierte klassische Literatur am Trinity College in Dublin und am Magdalen College in Oxford. 1879 ging er nach London, wo er sich bald durch seinen extravaganten Lebensstil und seine rhetorische Gewandtheit einen Namen machte. Nach Reisen in die USA, nach Kanada und Frankreich arbeitete Wilde zunächst für verschiedene Zeitungen als Lektor und Herausgeber. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges stürzte ihn dann jedoch der Skandal um das langjährige Verhältnis mit dem Lord Alfred Douglas in den Ruin. Wilde verlor eine Verleumdungsklage gegen Douglas‘ Vater, der ihn der Sodomie bezichtigt hatte, und wurde selbst in einem Strafprozess wegen Unzucht zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung aus de, Gefängnis in Reading floh er vor der gesellschaftlichen Ächtung unter falschem Namen nach Paris. Völlig mittellos starb er hier am 30. November 1900.

Kritik:

Mein erster Klassiker seit Ewigkeiten. Ich habe das Buch aber förmlich verschlungen und konnte es kaum aus den Händen legen. Der Schreibstil und die wohlgewählte Sprache und das Spiel mit den Worten gefielen mir von Anfang an. Normalerweise gefallen mir lange Ausschweifungen nicht, weil man bei ihnen immer das Gefühl hat, dass sie nur existieren um Lücken zu füllen. Doch bei diesem Buch dienten diese Ausschweifungen um die Moralvorstellungen und das Leben im London des 19. Jahrhunderts zu schildern.

Und obwohl Dorian Gray als ein narzisstischer junger Mann mit immer neuen Fehlern geschildert wird, gewinnt man ihn lieb und möchte sein lasterhaftes Leben führen. Doch interessanter sind die Ansichten des charismatischen Lord Henry, der stets das letzte Wort hat und immer mit interessanten Ansichten über das Leben, die Liebe und die aktuelle Mode auftritt.

Während ich das Buch las, erfuhr ich, dass es in vielen Schulen zur Unterrichtslektüre gehört und bin dagegen. Es ist ein wunderschönes klassisches Buch, aber wenn man Kinder für das Lesen und Bücher begeistern möchte, dann sollte man das nicht mit solch komplexen Werken wie dem von Oscar Wilde versuchen. Ich bin auch der Meinung, dass dieses Werk gerade für 15-18 jährige noch nicht gemacht ist, sondern man erst ein gewisses Verständnis für das Leben braucht.

Lesenswert vor allem für alle, die die Schönheit der Worte lieben und die Oberschicht Londons im 19. Jahrhundert kennenlernen möchten.

4 Sterne

Eure Jule

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