Leipziger Buchmesse 2015 – das LovelyBooks Lesertreffen und ein Abschied, Teil 3

Dies wird jetzt wirklich, so richtig, der letzte Beitrag zur Leipziger Buchmesse von mir. Versprochen!

Am Messesamstag sollte auch das LovelyBooks Leser- & Bloggertreffen stattfinden. Ich hatte mich erst Anfang des Jahres bei LovelyBooks angemeldet um mehr in der Bloggerszene mitreden zu können und andere Leser kennen zu lernen. Also brauchte ich auch nicht lange nachdenken und hatte mich zum Treffen angemeldet und bekam glücklicherweise eine Einladung. Tagelang bin ich mit einem Dauergrinsen herumgelaufen und fing danach an mit einen Kopf zu machen, was da alles auf mich zukommen würde.

In der LovelyBooks-Gruppe für das Treffen fragte schließlich eine Userin, ob sich jemand mit ihr vor der Veranstaltung treffe wolle, damit man gemeinsam orientierungslos zum Treffen laufen könne. Sofort hatte ich zugesagt, denn es sieht doch immer schöner aus, wenn man zu zweit herumirrt statt allein.

Schnell waren Handynummern ausgetauscht, damit man sich auch über WhatsApp auf der Messe finden konnte, falls der Treffpunkt sich als ungeeignet herausstellen sollte. Darüber berichtete auch Sarah schon vor ein paar Tagen (hier) auf ihrem Blog, wie unser erstes Treffen stattgefunden hat.

Dass wir beide zwei »Orientierungsbratpfannen« sind, merkten wir auch schnell und doch haben wir es erfolgreich bis zum Lesertreffen geschafft und verbrachten die Zeit des Wartens mit Quatschen über das Studium, Bücher und die Aufregung vor dem Treffen.

Bevor ich jetzt zum Lesertreffen komme, schaut doch mal HIER vorbei, da könnt ihr den Teil davor noch einmal ausführlicher nachlesen. Ich werde mich an dieser Stelle etwas kürzer fassen, da ich den Messesonntag am Schluss noch unterbringen möchte und … ihr kennt das Problem ja, 1000 Sachen in einem Blogbeitrag sind immer zwei schwierige Komponenten, die man da zusammenbringen möchte. 😀

Sarah und ich konnten einen Platz in der ersten Reihe ergattern und mussten schon lachen, als sich herausstellte, dass wir beide extra ein Notizbuch und Stift mitgebracht hatten. Und während der Diskussionsrunde erfüllten wir das typische Klischee des mitschreibenden Studenten. Eigentlich war es fast schlimmer, denn ich kann mich nicht erinnern jemals so leidenschaftlich in einer Vorlesung mitgeschrieben zu haben.

Tina von LovelyBooks begrüßte uns und »freute sich«. Ich hätte sie am liebsten geknuddelt, so putzig war sie. 😀

Doch nun zur Gästeliste:

Wiebke Lorenz – Autorin, Journalistin

Christina Knorr – vom Egmont-Verlag

Ulrike Hessler – direkt aus London angereist, von Penguin Random House

Mara Giese – Bloggerin

Melanie Raabe – Bloggerin und Autorin

Die Diskussionsrunde

Hauptsächlich ging es um die Bedeutung, die Buchblogger auf dem Büchermarkt einnehmen. Es wurde deutlich, dass gerade die Blogger immer wichtiger werden und zum Teil schon wichtiger geworden sind als die Printkritiker großer Zeitschriften. Persönliche Anmerkung: Diesem Fakt kann ich nur zustimmen, denn wenn ich mir bei einem Buch unsicher war, dann schaute ich gezielt nach Kritiken von Bloggern, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Kritik/Rezension in einer Zeitung dazu finde, ist dann doch eher sehr gering. Zumal ich gerade die Kritiken in Frauenzeitschriften immer etwas am Thema vorbeigeschrieben fand. Aber das gehört woanders hin.

Ein interessanter Punkt wurde angesprochen, als Tina die Teilnehmer fragte, wer denn alles einen Bücherblog hatte. Von meinem Sitzplatz aus konnte ich das nicht ganz überblicken, aber ich würde sagen 70% der Hände schossen nach oben. Eine beachtliche Menge, und als es um die Zusammenarbeit der Verlage mit Bloggern ging, erklärte Christina Knorr oder Ulrike Hessler (ich kann mich leider nicht mehr erinnern und meine Mitschriften lassen mich an diesem Punkt im Stich.), dass sie am Tag bis zu 20 Anfragen von Bloggern bekommen würden, was wirklich viel ist. Waren es in den Jahren zuvor doch nur ein paar pro Woche.

Doch wollte niemand die Entstehung der vielen neuen Blogs schlecht reden, immerhin wird dort Werbung für Bücher und Verlage kostenlos gemacht. Und Wiebke Lorenz sprach auch einen interessanten Punkt an; der Blogger würde den Journalisten zeigen, wo der Leser steht. Man fühlt sich einem Blogger und seiner Rezension als Leser auch irgendwie näher als wenn man eine Zeitschrift aufschlägt.

Melanie Raabe, die es als Bloggerin auf »die anderen Seite« zur Autorin geschafft hat, fügte hinzu, dass sie die Arbeit von Bloggern super fände und selbst schon immer geschrieben habe und nichts gegen all die vielen Blogger habe.

Melanie Raabe stellte im Rahmen der Runde auch kurz ihr neues Buch »Die Falle« vor. Leider stellte sich heraus, dass dies ein Thriller/Krimi ist und ich an dieses Genre so gar kein Interesse habe. Aber ich kann euch sagen, dass es spannend klang und Melanie Raabe eine sehr sympathische Persönlichkeit ist. 😉

Durch die vielen neuen Blogger kam es über kurz oder lang zu einer Frage aus dem Publikum und wie die Gäste denn zu dem neuen Bloggerportal von Random House stehen würden. Immerhin wäre dieses Portal ein wahres Schlaraffenland für Blogger, die dort 10 Leseexemplare gleichzeitig anfordern könnten. Sehen die anderen Verlage dieses Portal als Konkurrenz?

Ja, Egmont ist etwas neidisch und hätte gern auch so etwas, aber es ist ein guter Anfang und vielleicht folgen anderen Verlage auch irgendwann diesem Vorbild. Jedoch ist ein solches Portal und kostenlose Leseexemplare immer eine Frage des Geldes. Kleine Verlage können sich nicht immer kostenlose Leseexemplare leisten, was natürlich ein Vorteil für die großen Verlage ist.

Als Autorin mischte sich auch Wiebke Lorenz noch einmal in die Diskussion ein. Sie meinte, dass viele der jetzigen Blogger, die sich jetzt für kostenlose Leseexemplare bewerben früher fleißige Käufer waren und ein Autor schließlich auch Geld verdienen wolle. Ich gebe zu, dass ich mich über kostenlose Bücher freue, aber immer noch süchtiger Käufer bin. Leider liegt auch der Eingang zu meiner Arbeit direkt gegenüber des Eingangs einer Thalia-Filiale.

Am Anschluss an die Diskussionsrunde stellte Dani (von LovelyBooks) und Bettina Belitz vor, die uns ihr neues Buch »Mit uns der Wind« mitbrachte. Wir bekamen sozusagen exklusiv die Premierenlesung zu hören, denn erst am Messesonntag sollte die eigentliche erste Lesung zu diesem Buch stattfinden.

Zuerst musste sich Bettina Belitz jedoch ihre Stoppuhr stellen, damit sie sich an die vorgegebenen 20 Minuten halten würde. Sie bedankte sich bei uns Bloggern und der Bloggerszene, denn auch sie war durch ihren Blog entdeckt wurden.

Die Lesung war wunderschön. Die Textstellen waren perfekt gewählt und machten neugierig auf mehr. Sie machten sogar so neugierig, dass ich mir das Buch einen Tag später kaufte…

Nach der Lesung war es dann aber endlich so weit. Cupcakes und Goodiebags.

Die Cupcakes waren super lecker, auch wenn ich nur den rosafarbenen mit den Herzchen probiert habe.

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Mein Cupcake vor der Vernichtung 🙂

Die Goodiebag hat mich ehrlich gesagt etwas überfordert. Ich kam mit der Vorstellung zum Treffen, dass in dem Beutel ein Buch, ein bisschen Süßkram und vielleicht ein paar Lesezeichen enthalten wären. Aber SECHS (!!!!) Bücher – der Wahnsinn. Der helle Wahnsinn. Und während ich noch an meinem Cupcake knabberte, waren anderen Blogger/Leser schon eifrig am Tauschen. Ich habe zwei meiner Krimis gegen zwei andere Bücher getauscht. Ansonsten freue ich mich noch immer riesig über die Erweiterung meines SuBs. Danke LovelyBooks. ❤

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Der Inhalt meiner Goodiebag ❤

Habe ich noch etwas vergessen?

Ich hoffe nicht. Ich grüße deswegen noch einmal alle, die ich noch nicht gegrüßt habe, die ich auf der Buchmesse treffen wollte und nicht getroffen habe und einfach alle, die das hier lesen. 😉

***

Und noch kurz der Sonntag

Die Erschöpfung der anderen beiden Messetage nagte an mir und so ließ ich diesen letzten Tag ruhig angehen. Ich wollte eigentlich noch einmal durch die Hallen schlendern, ein paar Lesungen besuchen und ganz viel twittern und mich einmal fühlen wie ein Blogger, der im Minutentakt von einem Event berichtet.

Planänderung! Internet auf dem Smartphone kaputt. Besser gesagt, meine Flat war zu Ende und mein Guthaben reichte nicht aus um sie zu verlängern. Perfekte Planung!

Also ging ich zur Fantasy-Leseinseln. Da gab es Sitzplätze und vielleicht interessante Lesungen. Ich war planlos, also sollte der Plan diesmal zu mir kommen. Und wie es der Zufall so wollte: Bettina Belitz sollte eine Lesung halten mit anschließender Signierstunde. Die Lesung hatte ich ja beim LovelyBooks-Treffen schon mitbekommen und jetzt konnte ich mir das Buch gleich kaufen. Perfekt!

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Ich ließ diesen Tag wirklich ruhig angehen, denn ich habe diesmal sogar eine Mittagspause gemacht und sogar etwas gegessen. Irgendwie hatte ich das Essen an den anderen Tagen total vergessen, was sich dann abends immer rächte, wo mein Magen nur so nach Aufmerksamkeit schrie. Per Zufall traf ich auf meinen alten Biologielehrer, der jetzt seine Rente genießt und sich auch einmal die Buchmesse ansehen wollte.

Ich bin ehrlich, ich bin am Sonntag nur wegen einer einzigen Lesung noch einmal nach Leipzig gefahren. Zwar habe ich mir an diesem Tag noch weitere Lesungen angehört, aber der Grund war die Lesung zu »Blätterrauschen« von Holly-Jane Rahlens. Den ganzen Tag freute ich mich schon auf diese Lesung, denn ich hatte das Buch bei der LovelyBooks-Leserunde gewonnen. Die Lesung war der Wahnsinn. Ich wusste nicht, dass die Autorin Amerikanerin ist und mit diesem wunderbaren Akzent sprechen würde. Einfach phantastisch und auch das Buch gefällt mir im Moment sehr sehr gut.

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Ich habe im Laufe des Tages einige Lesungen besucht, bin hier und da einmal sitzen geblieben, habe mich sogar mal zurückgezogen um selbst etwas zu lesen.

Es war also ein sehr ruhiger Sonntag und als ich am Abend nach Hause kam, begann auch schon der Messeblues. Ich saß zwischen all den tollen Mitbringseln, Bücherbergen und versuchte die erste Worte meiner Berichte zu tippen.

Jetzt ist aber Schluss mit den ganzen Messeberichten und ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder so schön wird. Ab jetzt folgen wieder Rezensionen. 😉

Eure Jule

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