Was fehlt, wenn ICH verschwunden bin (Lilly Lindner)

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin-Neu
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Was fehlt, wenn ICH verschwunden bin

Autorin: Lilly Lindner

Verlag: Fischer Verlag (19.02.2015)

Seitenzahl: 400 Seiten

ISBN-10: 37335000938

ISBN-13: 978-3733500931

Preis: 9,99€

Zum Inhalt:

April und Phoebe – zwei Schwestern, die sich über alles lieben, die ohneeinander nicht komplett sind. April ist Phoebes große Schwester und das Zentrum im Leben des kleinen Mädchens. Doch April ist nicht mehr da. Sie ist in einer Klinik um wieder gesund zu werden.

Wann wird April wieder nach Hause kommen? Phoebe hat unendlich viele Fragen an ihre Eltern, die jedoch hilflos schweigen. Deswegen versteht Phoebe nicht, was ihrer großen Schwester fehlt. Sie versteht nicht, warum April nicht mehr isst. Das einzige, was Phoebe versteht, ist die unendliche Traurigkeit ihrer Schwester und so beginnt Phoebe Briefe zu schreiben. Mit jedem Wort kämpft das kleine Mädchen gegen die Leere an, die April hinterlassen hat.

Meine Rezension:

Ein stiller Roman, der uns die Augen öffnen soll, welche Kraft Kinderworte haben können.

In diesem Buch schreiben sich zwei Schwester, Phoebe (9 Jahre) und April (16 Jahre), Briefe. Beide schreiben jeweils in die Stille hinein, denn sie wissen nicht, ob die jeweils andere Schwester die Briefe erhält.

Zu Beginn des Romans (Phoebes Briefe) hatte ich wirklich Probleme, denn Phoebe ist 9 Jahre alt und dementsprechend sind ihre ersten Briefe sehr kindlich gehalten, in einer einfachen Sprache und sie schreibt über Dinge, die eine 9 Jährige eben beschäftigen. Doch je mehr Briefe Phoebe schrieb, desto mehr wurde ihre zerbrechliche Welt sichtbar und ihre Briefe wurden ernster. Während des Lesens musste ich auch immer an die Worte meiner Philosophie-Lehrerin aus der Schule denken: »Die besten Philosophen sind Kinder, denn sie stellen die richtigen Fragen. Und sie hören nicht auf zu fragen.«

In diesem Buch geht es um so viel. Es geht um den Kampf zweier Schwestern, um ihr Überleben und Durchhalten, in einer Familie, in der die Eltern blind für ihre Töchter geworden sind. Dieses Buch zeigt, was mit Kindern passieren kann, wenn die Eltern eines Tages keine Antworten mehr auf gestellte Kinderfragen geben; sie verstummen.

Die Charaktere sind keineswegs überzogen. Vielleicht stellt man sich an der einen oder anderen Stelle die Frage, ob eine 9 Jährige wirklich solche Briefe schreiben kann. Doch diese Gedanken sind schnell verschwunden, denn wenn man über das Ausmaß der familiären Probleme in diesem Buch nachdenkt, dann kann man einer neugierigen, weltoffenen 9 Jährigen schon sehr viel zutrauen.

Fazit:

Ein Buch, das Themen wie Magersucht, familiäre Probleme und die Überforderung von Eltern mit ihren sensiblen und hochintelligenten Kindern haben können.

5 Sterne-Braun-oH

Eure Jule

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2 Gedanken zu “Was fehlt, wenn ICH verschwunden bin (Lilly Lindner)

  1. Huhu 🙂

    Eine sehr schöne Rezension! Allerdings klingt mir das Buch dann doch ein wenig zu traurig für meinen Geschmack. Kannst Du das bestätigen oder ist es weniger traurig als es scheint?

    Liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt mir

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