Paperblog – vera*** kann ich mich selber

Eigentlich nehme ich auf meinem Blog nicht an Diskussionen, die gerade durch Medienlandschaften ziehen und Literaturblogger oder ganz allgemein Blogger betreffen, nicht teil. Ich möchte Spaß am Bloggen haben und euch an meinen Leseerlebnissen und Erlebnissen mit Literatur und Autoren teilhaben lassen.

Doch gestern erhielt ich eine Mail, die mich so sprachlos gemacht hat, dass ich euch heute davon berichten möchte. Ich möchte euch an dieser Stelle schon einmal warnen, besonders weil mir auch junge Blogger folgen. Diese Mail erreichte mich über die extra für meinen Blog erstellte Mailadresse, wo sonst Kontakte aufgenommen werden oder Verlage die Möglichkeit haben, sich an mich zu wenden.

Doch von vorn. Ich habe eine Mail von paperblog erhalten. Vielleicht bekannt, vielleicht und hoffentlich auch nicht.

»[…] wir haben Deinen Blog »Jules Leseecke« entdeckt und möchten Dich herzlich dazu einladen, an unserem Projekt Paperblog teilzunehmen.

Paperblog.de – das ist eine partizipierte Internetseite für Blogger, die nun schon seit über einem Jahr online ist.«

Na ja, fast. Ich habe selbst vor ein paar Tagen geschaut, wann denn genau der erste Geburtstag meines Blogs sein wird. Der ist erst im Juli. Super Recherche Paperblog. Wirklich. Ich hab fast geglaubt, ihr interessiert euch wirklich für mich. Denn dieser Punkt war der erste, der mich misstrauisch werden ließ.

Edit:

Hier habe ich mich wohl verlesen. Ich dachte, sie meinen, dass mein Blog älter als ein Jahr sei, aber damit meinten sie sich selbst, also Paperblog. Na gut. Dann sind eben die über ein Jahr alt. Ist mir auch egal. Und wen interessiert es? Niemanden.

Ich habe zuerst an ein Blogverzeichnis gedacht. Und da mein Blog ja wirklich noch relativ jung ist, schadet Werbung ja nie. Also weiter geht es in der Mail. Jetzt kommt nämlich der Teil, wo man richtig stolz auf seinen Blog gemacht wird.

»Dein Blog entspricht genau unseren Vorstellungen von einem qualitativ hochwertigen Blog. Er ist sehr interessant, liebevoll, abwechslungsreich und vor allem stilvoll gestaltet. Wir sind uns sicher, dass er deshalb einen großen Teil unserer Leser ansprechen könnte und würden uns freuen, wenn Du Dir unsere Seite einmal anschaust.«

Na gut. Ich habe mir die Seite angeschaut. Es schadet ja nicht, sich etwas mal anzuschauen. Sicher war ich mir bei der Sache aber nicht, habe eine Bloggerfreundin gefragt und schließlich auch nach Meinungen im Netz, speziell auf anderen Blogs, gesucht. Und diese Meinungen waren nicht gut. Aber ich war auch noch nicht fertig, mich auf besagter Seite einmal umzuschauen und fand die AGB, weil auf diese hingewiesen wurde in den ganzen Beiträgen auf anderen Blogs.

Da ich eigentlich schon genug Zeit damit verschwende, stelle ich euch hier einen kleinen Auszug zur Verfügung und markiere die wichtigsten Stellen. Zum Glück hat das Danii von Lecker Bentos schon auf ihrem Blog gemacht, so dass ich es einfach übernehmen werde.

»…

2. Überblick über die Rechte

2.1 Der Blogger ermächtigt PaperBlog im Rahmen dieses Vertragsverhältnisses die Inhalte zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2.2 Die Rechteübertragung umfasst insbesondere das nicht ausschließliche, weltweite, zeitlich unbeschränkte Recht, die Inhalte vollständig oder teilweise, zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen sowie das Bearbeitungsrecht, insbesondere für Übersetzungen und Kürzungen der Inhalte. Dies gilt für alle technischen Formate und für sämtliche Datenträger und Übertragungswege.

2.3 Um den Betrieb des Angebots PaperBlog sicher zu stellen, akzeptiert der Blogger bereits jetzt, dass die FORM seines Inhalt abgeändert werden kann mit dem einzigen Ziel, die Lesbarkeit zu verbessern oder um technischen Anforderungen des Datenträgers oder der Übertragung gerecht zu werden. In keinem Fall wird der Inhalt sachlich falsch wiedergegeben…«

Ähm. Ehrlich? Ich übergebe das Recht, dass meine Beiträge bearbeitet und gekürzt werden dürfen? Genau. Und am Ende werden meine Beiträge so gekürzt, dass etwas völlig neues entsteht und ich bin dann die Doofe. Nicht mit mir. Dazu habe ich zu viele Promi-Interviews gelesen, wo Gesagtes völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Nicht mit mir.

»…

3. Aussetzung und Beendigung des Angebots

3.1 PaperBlog ist jederzeit berechtigt, die Inhalte zu entfernen und dem Blogger den Zugang zum Angebot PaperBlog zu verwehren, soweit der Blogger gegen seine Verpflichtungen aus dieser Vereinbarung verstößt, die Inhalte gegen Rechte Dritter oder geltendes Recht verstoßen oder die Inhalte nach dem ordnungsgemäßen eigenen Ermessen von PaperBlog unangemessen sind. Letzteres ist insbesondere der Fall, soweit die Inhalte nach dem eigenen Ermessen von Paperblog unter die nachfolgenden Kategorien fallen: werbliche, rassistische, pornographische, beleidigende oder diffamierende Beiträge.

3.2 PaperBlog handelt als technischer Vermittler im Sinne des LCEN bzw. als Diensteanbieter für fremde Informationen im Sinne des deutschen Telemediengesetzes. PaperBlog ist gegenüber Dritten für die Inhalte nur insofern verantwortlich, als PaperBlog nach Erlangung der Kenntnis eines Rechtsverstoßes durch die Inhalte diese nicht unverzüglich entfernt.

3.3 Der Blogger wird PaperBlog von sämtlichen Ansprüchen Dritter (einschließlich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung), aus welchem Rechtsgrund auch immer, wegen Rechtsverletzungen im Rahmen der Inhalte auf erstes Anfordern freistellen.

3.4 PaperBlog ist berechtigt auf gerichtlichen Beschluss hin, sämtliche Daten bezüglich des Bloggers, des Blogs und der Inhalte, die bei PaperBlog vorhanden sind, an Dritte weiterzugeben, um eine Identifizierung des Bloggers zu ermöglichen.

3.5 Für den Fall eines Verstoßes des Bloggers gegen diese Vereinbarung behält sich PaperBlog das Recht vor, diese Vereinbarung zu kündigen, soweit der Blogger nicht innerhalb von zwei (2) Wochen nach entsprechender Aufforderung per E-Mail den Vertragsverstoß beseitigt. Im Fall der Kündigung bleibt PaperBlog zur Nutzung der Inhalte auch über die Kündigung hinaus berechtigt…«

Paperblog darf mir kündigen? Ok, und wann darf ich kündigen? Ich besitze also kein Kündigungsrecht, trete aber die Rechte an meinen Texten ab. Und klasse ist auch, dass ich die Kosten übernehmen darf, wenn es zu Rechtsverletzungen durch meine Beiträge kommt. Wie lustig. Aber Paperblog darf Änderungen vornehmen und kürzen. Hatten wir ja schon. Sonst laufen die aber noch richtig herum?

Jetzt kommt aber mein absoluter Favorit. So ganz zum Schluss. Versteht sich ja von selbst. Spannungsbogen und so.

»5. Rechtswahl

Diese Vereinbarung unterliegt französischem Recht. Die Parteien vereinbaren die ausschließliche Zuständigkeit der Pariser Gerichte für Streitigkeiten aus dieser Vereinbarung…«

Paris? Na gut, wenn ich mich also anmelde und es zu einem Rechtsstreit kommt, dann in Paris. Da wollte ich sowieso auch irgendwann mal hin. Ich kann zwar nur beschränkt Französisch, aber mit einem Baguette um mich schlagen kann ich allemal.

Fazit

Ich werde mich dort definitiv nicht anmelden. Niemals. Lieber verteile ich fleißig Visitenkarten auf Messen und anderen Treffen, schreibe andere Blogs persönlich an oder Verlage oder verbreite mich und meinen Blog in Facebook-Gruppen. Ich möchte nämlich selbst entscheiden, wo ich meinen Blog wie präsentiere.

Und wie ich schon sagte: Mein Blog! Meine Erziehung! Mein Baby!

Und auf Daniis Blog gibt es unter ihrem Beitrag auch noch Aktualisierungen zu diesem Thema. Schaut vorbei. Und ihr Blog ist auch so super. Es lohnt sich also. Nur bitte nicht mit Hunger auf ihrem Blog stöbern. 😉

Eure Jule

Advertisements

Ein Gedanke zu “Paperblog – vera*** kann ich mich selber

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s