Die Königin der Schatten (Erika Johansen)

Ich habe ewig auf dieses Buch gewartet. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich den Tweet von Emma Watson gelesen habe, dass sie dieses Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ich weiß, dass genau dies zu einigen Kontroversen geführt hat, aber Emma Watson twittert hin und wieder über Bücher und dann erkundige ich mich darüber und entweder ich finde das Buch gut und es landet auf meinem SuB oder eben nicht.

Genauso erging es mir auch bei dem Buch »Das Gegenteil von Einsamkeit«. Man kann ja auch »Leseempfehlungen« von Prominenten annehmen.

Doch nun zu »Die Königin der Schatten«. Ich war so überdreht glücklich als ich las, wann es endlich auf Deutsch erscheinen sollte. Sofort stellte ich eine Anfrage beim Bloggerportal. (Man kann sein Glück ja mal versuchen.) Und ich bedanke mich ganz sehr bei Heyne und auch bei Irmi Keis (Ansprechpartnerin für Heyne u.a.) für die schnelle Antwort trotz einiger kleiner Komplikationen.

Die Königin der Schatten02
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Die Königin der Schatten

Autorin: Erika Johansen

Verlag: Heyne (15.06.2015)

Seitenzahl: 546 Seiten

ISBN: 978-3-453-31586-0

Preis: 14,99€

Zum Inhalt:

Der Thron wartet auf seine Königin. Falls sie lange genug lebt, um ihn zu besteigen.

Das Königreich Tearling ist ein armes Land – zerrüttet von Machtgier, Korruption und Intrigen. Um der Invasion durch seinen mächtigen Nachbarn Mortmesne zu entgehen, schlos Tearling einst einen so verhängnisvollen wie grausamen Pakt – einen Pakt, den niemand infrage stellte, bis die junge Prinzessin Kelsea Glynn an die Macht kommt: Sie ist entschlossen, das Unrecht in ihrem Land zu beenden. Doch wenn sie am Hof überleben will, darf sie sich keinen einzigen Fehler erlauben.

(Quelle: Rückseite des Buches)

Meine Rezension:

Erika Johansen ist mit »Die Königin der Schatten« ein wunderbarer Auftakt dieser Fantasy-Reihe gelungen. Auf der englischen Wikipedia-Seite heißt es, der erste Teil einer Trilogie. Ich warte mal ab und solange nicht so ein sinnloser vierter Teil wie bei Twilight rangeklatscht wird, ist alles in Ordnung.

Ich würde die »Die Königin der Schatten« jedoch nicht gerade als Fantasy bezeichnen, sondern eher als eine hervorragende Mischung aus Fantasy und Dystopie verstehen. Im Mittelpunkt des ersten Bandes steht Kelseas steiler Weg vom Mädchen, das am Rande eines Waldes in Einsamkeit von ihren Zieheltern aufgezogen wurde, zur respektierten Königin von Tearling.

Im Laufe der über 500 Seiten werden sehr viele Fragen aufgeworfen, die nicht beantwortet werden. Eine der wohl dringendsten Fragen ist »Was ist mit der Überfahrt gemeint und warum ging all das Wissen währenddessen verloren?« – Mit dieser Frage lässt sich auch ganz leicht die Mischung aus Fantasy und Dystopie erklären. Wir befinden uns in einer Welt der Fantasy, denn scheinbar besitzen ein paar ausgewählte Personen magische Fähigkeiten. Nur Trolle, Kobolde und Feen oder Zwerge gibt es nicht, die man sonst in einem Fantasy-Roman erwarten würde. Der dystopische Anteil liegt in der Überfahrt selbst verborgen. Denn, wenn ich das richtig verstehe, geht es bei einer Dystopie um eine verkorkste Zukunft – und das scheint die Überfahrt zu sein. Nur leider ist diese Frage im ersten Teil unbeantwortet geblieben.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich mir noch nicht ganz sicher über den Einsatz der Perspektivwechsel bin. Zwar wird alles in der dritten Person von einem allwissenden Erzähler berichtet, jedoch wechselt der Fokus immer und immer wieder. Einmal blicken wir der Königin selbst über die Schulter und verfolgen ihre Handlungen und im nächsten Kapitel schauen wir einer Torwache zu. – Diesbezüglich bin ich mir nicht sicher, ob man das vielleicht hätte anders machen können. Da mir jedoch selbst keine bessere Lösung einfällt und es eigentlich ein Gejammer von höherem Niveau ist, belassen wir es dabei. Vielleicht kommt die Auflösung im nächsten Band, wie wichtig solche Wechsel sind.

Warum mir das Buch jedoch so sehr gefallen hat, ist, dass es eine besondere Botschaft an die Leser hat. Kelseas Liebe zu Büchern, die nach der Überfahrt gerettet wurden.

»Ich habe eine Vision von einem Land voller Bücher, in dem alle Menschen lesen und schreiben können. Überall soll es etwas zu lesen geben, ja, es soll genauso alltäglich werden wie zu Zeiten vor der Überfahrt. Selbst die Armen sollen sich Bücher leisten können.«

Für mich entsteht der Eindruck, dass die Menschen nach der Überfahrt einen gewaltigen Rückschritt gemacht haben. Anscheinend ist all das Wissen, dass sie vorher besaßen, verloren gegangen und nur wenige Bücher (die wichtigsten – Rowling!!!) sind erhalten geblieben und wir befinden uns in einer Art späten Mittelalter.

Ich hoffe einfach, dass all diese Fragen in den nächsten zwei Bänden beantwortet werden, weswegen ich mir erst nach Band 3 eine Kritik diesbezüglich erlaube.

SPOILER!!! – Ich warne alle ab jetzt, die das Buch noch lesen möchten, nicht weiterzulesen und direkt zum Fazit zu springen. Sarah und Susi, auch ihr zwei … bitte … lest nicht weiter. :‘D

Während des Lesens wurde ja immer wieder deutlich hervorgehoben, dass es von besonderer Wichtigkeit zu sein scheint, zu erfahren, wer der Vater von Kelsea ist. Und ich würde gern meine Vermutung zum Thema äußern, auch wenn ich vermutlich um mehrere Kilometer daneben liegen werde mit meinem Verdacht.

Deswegen frage ich all die Leser, die das Buch schon verschlungen haben – Könnte Mace der Vater von Kelsea sein? :‘D Nicht lachen, aber irgendwie habe ich das so im Gefühl gehabt beim Lesen.

Fazit:

Ein wunderbarer Einstieg in eine Fantasy-Trilogie, der neugierig auf den nächsten Band macht, weil viele Geheimnisse noch ungeklärt bleiben. Schon nach den ersten Seiten schließt man die einzelnen Charaktere in sein Herz, weil sie mit ihren Macken und Emotionen nicht wie Buchcharaktere erscheinen, sondern wie reale Menschen mit ihren alltäglichen Macken – nur eben in einer anderen Welt.

5 Sterne

Eure Jule

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8 Gedanken zu “Die Königin der Schatten (Erika Johansen)

  1. Huhu 🙂

    Schöne Rezension, da muss ich glatt auf den Finger aufpassen, dass er im Bloggerportal nicht losklickt 😉 Und danke für die Spoilerwarnung – das find ich gut, wenn Rezensenten das einbauen 😀

    Liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt mir

    1. Huhu 🙂
      Danke, ja, ich wollte es einbauen, aber e soll ja nicht jeder lesen können. Und ich hasse es ja auch gespoilert zu werden, da will ich nicht anfangen, anderen das Leseerlebnis zu versauen 😀
      Und ich beobachte deinen Finger ganz genau 😛
      Liebe Grüße ❤
      Jule

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    1. Ich habe auch gedacht das es Mace ist. Noch ne kleine frage: Komme jetzt noch zwei weitere Bücher raus oder ist das mit den drei Büchern so gemeint, dass das Buch in drei Bücher geteilt ist?
      LG

      Gefällt 1 Person

  2. Hei
    Ja ich dachte auch dass es Mace sein könnte. Jedoch denke ich auch, dass es Fetch sein könnte. Aber wir werden dies, so nehme ich schwer an, nicht im nächsten Buch, sondern im letzten Teil erfahren.

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