[100 Bücher] Die Auserwählten in der Todeszone (James Dashner)

Eine schlaflose Nacht liegt hinter mir, in dem ich über das Ende nachdachte und diesen dritten Band noch einmal Revue passieren ließ. Was hatten Thomas und seine Freunde nicht alles erlebt? Passte das Ende? Wurde es der ganzen Geschichte gerecht. Ja, damit kann man eine halbe Nacht verbringen. Das Ergebnis sieht ihr nun hier.

Spoiler werden wieder passend markiert, damit keine in die Spoilerfalle tritt. Ich setze aber ein paar kleine Sachen voraus. Also zumindest Band 1 sollte man zumindest gelesen/gesehen haben.

Die Auserwählten in der Todeszone
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Die Auserwählten in der Todeszone (Originaltitel: The Death Cure)

Autor: James Dashner

Verlag: Chicken House (13.03.2015)

Seitenzahl: 464 Seiten (eBook: 332 Seiten)

ISBN-10: 3551313601

ISBN-13: 978-3551313607

Preis: 9,99€ (sowohl Taschenbuch als auch eBook)

Zum Inhalt:

Das Labyrinth und die Brandwüste haben die Lichter erfolgreich hinter sich gelassen. Die Freiheit liegt vor ihnen; das denken sie zumindest. Doch weitere Experimente von ANGST warten auf die Lichter, denn sie sollen ihre Erinnerungen zurückbekommen. Nun bleibt nur noch die Flucht, denn Thomas möchte diese Operation nicht an sich vornehmen lassen. Jetzt erwartet sie jedoch die wirkliche Welt, eine Welt voller Cranks und voller Gefahren. Es gilt nun sich dem Widerstand gegen ANGST anzuschließen, denn Thomas kann den Wissenschaftlern von ANGST nicht mehr trauen. Nicht nach all dem, was er und seine Freunde durchleben mussten. Sie müssen ANGST daran hindern weitere Experimente an unschuldigen Menschen vorzunehmen.

Wird ihnen diese letzte Aufgabe gelingen?

Meine Rezension:

Die Rezension zum ersten und zweiten Teil gibt es übrigens hier und hier, falls da noch einmal jemand nachschauen möchte.

Der Band, vor dem ich die meiste Angst hatte. Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, kann ich euch sagen, dass meine Nerven während des Lesens komplett blank lagen. Ständig griff ich zu meinem kleinen Notizbuch und schrieb Sätze auf, wie »Oh nein, das kann jetzt nicht wahr sein« oder »Oh nein, der arme XY« oder »Das ist alles so schrecklich«. Ich leide also mit jedem Charakter mit und am meisten mit denen, die mir ans Herz gewachsen sind.

Doch nun zum Buch. James Dashner gelingt in diesem Band ein ordentlicher Spannungsbogen, der dafür gesorgt hat, dass ich zum Teil richtig eklig wurde, wenn ich das Buch zur Seite legen musste um arbeiten zu gehen oder andere Termine wahrzunehmen.

Der Spannungsbogen war auch deswegen interessant, weil kein Ziel vorgegeben war. Ständig hatte man das Gefühl, man könnte jetzt das Ende des Tunnels sehen und dann kam doch noch einmal eine Wendung und man befand sich in einer anderen Richtung, auf dem Weg zu einem anderen Ziel. Das gab es bei den Bänden vorher nicht: da war von Anfang an klar, die Lichter wollen aus dem Labyrinth entkommen oder müssen die Brandwüste durchqueren. Diese Vorgabe existierte hier nicht. Die Lichter befanden sich nun im realen Leben, wo es auch kein richtiges Ziel gibt außer zu (über)leben.

Wieder besonders überzeugend fand ich die Entwicklung der einzelnen Lichter und ihrer Beziehung zueinander. Bis zum Ende wirkten sie alle glaubhaft, machten Wandlungen durch und benahmen sich manchmal kindisch. Man lernte neue Seiten von ihnen kennen oder war überrascht, was alles noch so in ihnen steckte.

Einen ganz kleinen Kritikpunkt habe ich am Ende dennoch gefunden: Mir fehlte ein entscheidendes Gespräch (mehr dazu weiter unten bei dem Spoiler), aber ich glaube, dass dies wirklich meckern auf höchstem Niveau ist.

Bevor ich es vergesse. Wie ich hier bereits geschrieben hatte, wurde ich böse in Bezug auf das Ende dieses Buches gespoilert. Es war nicht ganz das Ende, aber trotzdem traf es mich und ich spürte beim Lesen, dass dieser Spoiler – diese kleine Informationen, die ich besaß – ständig über mir schwebte. Beim Blättern jeder Seite wartete ich darauf, dass er kommen würde, dass er mich brutal treffen würde. Ich habe es überlebt, aber ich gebe auch zu, dass man während des Lesens niemals damit gerechnet hätte. Schade, dass ich es schon vorher erfahren hatte.

Jetzt aber genug gejammert, nun zu meinen Spoilern, wie immer markiert, denn ein paar Gedanken zum Ende und einiger wichtiger Ereignisse möchte ich noch loswerden. 😀

Spoiler!

Das Ende fand ich sehr überraschend. Dieses »Paradies« fand ich die ersten Minuten nach Beendigung des Lesens seltsam. Doch je länger ich darüber nachdachte (schlaflose Nacht), desto logischer fand ich es. Die überlebenden Lichter hatten es verdient. Sie hatten von nun an ein ruhiges Leben verdient und auf der Lichtung im Labyrinth hatten sie ja bereits bewiesen, dass sie in der Lage sind Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und eine eigene Gesellschaft zu organisieren. Daher bin ich mehr als zufrieden mit diesem Ende.

Jetzt kommt natürlich die Kritik auf, dass man nicht erfährt, wie es mit der restlichen Welt weitergeht. Aber ist das wichtig? Wir haben alle Geschehnisse rund um Thomas miterlebt und ihn interessiert es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr und das ist auch gut so.

Und jetzt möchte ich euch – hier unter all den Spoilern – daran teilhaben lassen, welche Information mein Spoiler war. Newts Tod. Ja richtig, das war mein Spoiler. Obwohl man es auch schon ab Beginn des 3. Bandes erahnen konnte, nachdem verkündet wurde, dass Newt am Brand-Virus erkrankt war und nicht immun sei. Für mich war daher der 3. Band eine reine Nervensache, denn ich litt mit Newt mit und jede Szene, die sein Leiden verdeutlichte, machte mich fertig. Und der Tod von Newt, auch wenn ich davon wusste, die Art und Weise war schrecklich, einfach nur schrecklich. Wie kann man das nur Newt und Thomas antun. Auch wenn Newt es sich letztendlich so gewünscht hatte.

Und das betrifft auch meinen Kritikpunkt von oben. Das Gespräch, das mir fehlte, war, wie Thomas Minho davon erzählt. Minho weiß am Ende des Buches nicht, dass sein bester Freund Tod ist. Jedoch kann man annehmen, dass Thomas es irgendwann doch erzählt, wenn die Wunden des letzten Kampfes geheilt sind und Thomas nicht fürchten muss, dass Minho ihm die Nase bricht.

Und weil ich die halbe Nacht wegen diesem Ende wach lag, kam ich noch zu der Erkenntnis, dass Newt sich über das »Paradies« gefreut hätte- Ich glaube, er war nie der Abenteurer, sonder eher derjenige, der seine Freunde, seine Familie um sich haben wollte, und ihn Frieden auf einem Gehöft gelebt hätte – ähnlich wie auf der Lichtung.

So, damit hab ich bewiesen, dass ich nach diesen Büchern eigentlich reif für die Klapse bin und immer viel zu viel mit den Charakteren mitleide und sie zu oft mehr adoptiere, statt sie nur als Buchcharaktere zu betrachten.

Fazit:

Die »Auserwählten«-Trilogie ist ein absolutes Muss für alle, die Dystopien lieben, aber gern einmal ein anderes Schema erleben möchten. Liebevoll gezeichnete Charakter machen das Leseerlebnis noch wunderbarer und machen es schwer nach Band 3 Abschied zu nehmen.

Zum Glück gibt es ja das Prequel. :‘D

Und hiermit spreche ich meine Bewerbung an den Carlsen-Verlag aus, mir doch eine nachträgliche Geburtstagüberraschung an mein Postfach zu schicken. Ich werd sonst komplett irre hier. :‘D

5 Sterne-Braun

Eure Jule

PS.: Die Bücher besitzen einen Platz direkt neben Harry Potter und wer mich kennt, weiß, dass diese Ehre bisher keinem anderen Buch vorher erwiesen wurde.

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2 Gedanken zu “[100 Bücher] Die Auserwählten in der Todeszone (James Dashner)

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