Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)

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Ich entschuldige mich an dieser Stelle schon einmal für die ausschweifende Rezension. Ich habe sie an einem Punkt auch einfach beendet, hätte aber durchaus noch viel viel viel mehr schreiben können. Wem das zu viel ist, der darf gern direkt zum Fazit durchscrollen. 😉

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Foto: privat

Kurzinfos (Angaben zum deutschen Hardcover/englischen Taschenbuch):

Titel: Harry Potter und der Stein der Weisen / Harry Potter and the Philosopher’s Stone

Autorin: Joanne K. Rowling (Übersetzer: Klaus Fritz)

Verlag: Carlsen  / Bloomsbury (01.09.1998 / 01.09.2014)

Seitenzahl: 335 Seiten / 331 Seiten

ISBN: 978-3-551-55167-2

Preis: 15,99€ / 6,99£

Zum Inhalt:

Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Doch an seinem elften Geburtstag erfährt er, dass er sich in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, einfinden soll. Vom Bahnsteig Neundreiviertel beginnt seine Reise in eine fantastische Welt. Er lernt in so sonderbaren Schulfächern wie Zaubertrankkunde und Verwandlungsunterricht das Handwerk des Zauberns und Hexens, und schon jagt ein Abenteuer das andere. Er muss sich gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen zur Wehr setzen. Wie gut, dass er schon bald Freunde findet, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

(Quelle: Rückseite der deutschen Hardcoverausgabe)

Kleiner Lacher für alle Fans. Erst im Rahmen dieses Beitrags habe ich zum ersten Mal den Text auf der Rückseite des Buches gelesen. Ich wusste nicht einmal, dass es da einen gibt. Für mich war klar um was es darin gehen würde, weil ich Teil 2-4 bereits gelesen hatte. 😀

Die Ausgaben:

Mittlerweile gibt es zahlreiche Auflagen des ersten Buches, hunderte Übersetzungen in fremde Sprachen, dass da selbst das beste Fanherz nicht mehr ganz durchblickt. Ich auch nicht.

Ich besitze seit Beginn meiner Reise nach Hogwarts die deutschen Hardcover-Auflagen des Carlsen-Verlages. Bis auf die ersten vier Bände, die einen farbigen Rahmen um das Cover zusätzlich besitzen. Den Nutzen habe ich nie wirklich verstanden. Festhalten kann ich jedoch den Fakt, dass alle meine deutschen Ausgaben eigentlich hinter Glas verschlossen gehören, weil sie so oft gelesen wurden, dass sie drohen auseinanderzufallen. Stellt euch vor, das kann auch bei einem Hardcover passieren, wenn man es nur oft genug liest.

Au0erdem wollte ich mir die Reihe irgendwann auf Englisch zulegen und als dann im letzten Jahr diese wunderschöne neue Ausgabe veröffentlicht wurde – hach, diese Cover sind einfach zauberhaft.

Meine Rezension:

I wouldn’t be surprised if today was known as Harry Potter Day in future – there will be books written about Harry – every child in our world will know his name! – Minerva McGonagall (HP1, Der Junge, der überlebte)

Wo fängt man bei einer Rezension an, wenn man das Buch nahezu auswendig kann? Wenn das Buch die Kindheit und Teenager-Jahre prägte? Denn egal, was ich schreibe, es fühlt sich immer so an, als würde es dem Buch nicht gerecht werden.

»Harry Potter und der Stein der Weisen« war mein viertes Potter-Buch, weil mir gesagt wurde, dass es der bis dahin langweiligste Teil der Serie sei. (2002 waren gerade die ersten vier Bände erschienen.) Und heute, nachdem ich dieses Buch zum ich-weiß-nicht-wievielten Mal das Buch beendete, kann ich das nicht mehr verstehen.

Obwohl ich selten Bücher auf Englisch lese und Harry Potter bisher auch nicht auf Englisch gelesen hatte, war ich sehr schnell wieder in der Geschichte drin. Schnell merkte ich, dass hier die Worte meiner Jugend vor mir lagen und ich endlich – nach einer gefühlten Ewigkeit – zusammen mit Joanne K. Rowling und Harry nach Hogwarts zurückkehren würde. Jede einzelne Seite habe ich genossen, weswegen es auch diesmal ein wenig länger dauerte das Buch zu beenden. Ich wollte einfach jedes Wort genießen, jede Seite langsam umblättern und durch die Gänge von Hogwarts streifen.

Ich vertiefte mich sogar so sehr in die Abenteuer von Harrys erstem Schuljahr, dass mich zu Beginn einer Vorlesung sogar der Professor aus meiner Trance holen musste, weil ich den Start einfach verpasst hatte. Peinlich – ich weiß.

Doch zurück zum Buch. Dieser Band ist einfach so wunderbar. Die erste Beschreibung von Hogwarts, die erste Sicht auf das Schloss durch die Augen Harrys in dem kleinen Boot. Und weder Harry noch der Leser wissen zu diesem Zeitpunkt, dass eine lange und gefährliche Reise noch bevor liegen.

Und wer schließt nicht gleich die drei Hauptcharaktere nach dem ersten Buch in sein Herz. Der kleine Harry, der in einer freudlosen Umgebung aufwächst, gemobbt und misshandelt wird von seiner Familie (leider sind die Dursleys seine Familie, wenn auch nur Onkel, Tante und Cousin) und gar nicht berühmt sein will. Ich finde nämlich, dass gerade Snape und Malfoy Harry völlig missverstehen und ihm stets unterstellen die tolle Berühmtheit zu sein, die das Rampenlicht genießt. Vielleicht genießt Harry das Rampenlicht, besonders wenn das Gryffindor-Quidditch-Team gewinnt, aber er möchte nicht für Dinge in den Himmel gehoben werden, die er nicht mit eigener Kraft und Leistung vollbracht hat – oder an die er sich nicht erinnert. Mein persönlicher Held ist und bleibt jedoch Ron in diesem Buch. Während alle komplett durchdrehen, weil der berühmte Harry Potter im Zug und in Hogwarts anwesend ist, sieht Ron in Harry einen Freund, einen Begleiter für die Zugfahrt, mit dem er Spaß haben kann. Natürlich sieht auch Ron auf den ersten Blick in Harry DIE Berühmtheit, von dem ihm seine Eltern während seiner Kindheit zu Hause erzählten. Aber er hebt Harry nicht in den Himmel, sondern beginnt auf Augenhöhe mit seinem neuen Freund sein erstes Jahr in Hogwarts. Fehlt ja nur noch Hermine. Ich konnte sie von Anfang an sehr gut verstehen, obwohl ich ihren Fleiß immer bewunderte und selbst niemals so durchgehalten hätte. Aber da bekommt ein kleines Mädchen aus einer Familie von Zahnärzten die Chance nach Hogwarts zu gehen. Und das kleine Mädchen ergreift die Chance und arbeitet so hart, meiner Meinung nach zu hart, denn sie hat das Freundefinden zu Beginn des Schuljahres an einer neuen Schule völlig außer Acht gelassen. Doch was wäre aus Hermine geworden, wenn es da nicht eine Troll, und viele glückliche Zufälle gegeben hätte?

Kleine Schwachstellen:

Natürlich hat dieses Buch auch seine kleinen Logikfehler und Schwachstellen, die man sich als Potterhead vielleicht gar nicht eingestehen will. Und trotzdem dachte ich mir, dass es doch ganz interessant ist, einmal darauf hinzuweisen. (Ich möchte hier nicht auf Vollständigkeit appellieren und auch niemandem das Lesevergnügen nehmen, ich fand es jedoch ganz witzig.)

Hagrid und das Motorrad von Sirius Black

Hagrid trifft auf den völlig aufgelösten Sirius als Hagrid gerade dabei ist Harry aus dem zerstörten Elternhaus zu holen und zu Dumbledore bzw. den Dursleys zu bringen. Kennt man die Geschichte von Sirius aus den späteren Bänden finde ich es jetzt merkwürdig, dass Sirius verdächtig wird, die Potters verraten zu haben. Er versucht den kleinen Harry ebenfalls aus dem Haus zu holen und leiht Hagrid das Motorrad. Er hilft Hagrid. Daher wundert mich die Anklage an Sirius bis heute – der Fakt hat mich früher auch schon gestört.

Die Dursleys

Der Umgang der Dursleys mit Harry. Mal ehrlich – gibt es dort kein Jugendamt oder Lehrer, die das bemerkt haben. Und ich denke, Dumbledore hatte zumindest immer ein halbes Auge auf Harry. Ja, die Dursleys machen mich gerade in den ersten Bänden immer wütend. Und warum werden Dudleys kaputte Spielsachen in dem zweiten Kinderzimmer nicht einfach weggeworfen?

James Potter

Ein Fehler, der mir tatsächlich erst diesmal aufgefallen ist. Hagrid erzählt Harry, dass seine Eltern Schulsprecher gewesen seien. Stimmt aber gar nicht, berücksichtig man den Fakt, dass Sirius in Band 5 Harry erzählt, dass Remus damals das Abzeichen bekommen hätte, weil James und er immer zu viel Unfug im Kopf hatten. Aber hey, vielleicht hat auch Hagrids Gedächtnis in all den Jahren etwas gelitten.

Malfoy

Malfoy erzählt Harry bei Madame Malkins, dass seine Mutter unterwegs sei seinen Zauberstab zu kaufen. Ähm, wie soll das gehen? Lernen wir nicht wenige Seiten später, dass der zauberstab den Zauberer wählt und nicht umgekehrt?

Ron und die Auswahlzeremonie

Kurz vor der Zeremonie erfahren wir, dass Ron wie Harry keine Ahnung hat, was jetzt auf sie zukommt. Warum hat Ron keine Ahnung? Vor ihm haben seine fünf Brüder die Zeremonie durchlaufen. Oder gibt es ein ungeschriebenes Zauberergesetz, dass weder die Eltern noch ältere Geschwister die Zeremonie verraten dürfen?

Dabei möchte ich es jetzt belassen. Ich könnte noch auf die Hauspunktevergabe und den Abzug von Punkten schreiben, aber das würde alles viel zu sehr ins Detail gehen. Und auch trotz der ganzen kleinen Fehler, die ja wirklich nun so minimal sind, liebe ich dieses Buch und seine Nachfolger.

Fazit:

Dieses Buch vereint einfach alles, was ein guter Auftakt einer Reihe braucht. Die Vorstellung wunderbarer Charaktere, viele kleine Geheimnisse, Hinweise auf spätere Bände und vor allem ein spannendes Abenteuer.

Und das wichtigste: Kindheitserinnerungen!

5 Sterne-Braun-oH

Die Bewertung gestaltet sich bei den Harry-Potter-Büchern etwas anders. Auf meine vergebenen Sterne werden immer noch einmal 5 Sterne draufgerechnet. Denn jedes Potter-Buch steht weit über allen anderen Büchern, die ich je gelesen habe.

Eure Jule

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9 Gedanken zu “Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)

  1. Wunderschöne Rezension! Mehr kann ich gar nicht sagen. Man merkt, wie sehr du das Buch liebst! 🙂
    Und Logikfehler gibt es doch immer, mir sind auch schon welche aufgefallen (Schülerzahl etc.), aber das stört nicht. Harry Potter wird immer meine Lieblingsreihe bleiben 🙂

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  2. Sehr schöne Rezension zu einem guten Einstieg in eine fantastische Saga. Besonders die kleinen Fehler sind schön heraus gearbeitet.

    Ich habe vor ein paar Tagen die Hörbuchversion, die von Rufus Beck gelesen wird, durch und fand es spannend, mich dem Stoff mal von dieser Seite zu nähern. Hast du diese auch schonmal gehört? Kann sie nur empfehlen. Werde sie demnächst besprechen. Bist herzlich eingeladen, mal bei mir vorbeizuschauen.

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    1. Danke 🙂
      Ja, die Hörbücher kenne ich. Die sind wirklich super, auch wenn ich sie nicht in der Öffentlichkeit hören kann, da ich ständig herzlich lachen muss. Rufus Beck geht da vollständig drin auf. 😀
      Ich freue mich schon und werde auf jeden Fall auf deinem Blog vorbeischauen 😉

      Gefällt mir

  3. Tolle Rezi und die kleinen Fehler stören mich zum Glück auch überhaupt nicht. Sowas fällt mir beim Lesen meist gar nicht auf 🙂
    Erst recht nicht bei der Potter-Reihe, da die einen so unglaublich in den Bann zieht!
    Liebe Grüße
    Lisi

    Gefällt 1 Person

  4. Hey und hallo.
    Ich bin ein riesiger potterhead, kann die Geschichten schon fast auswendig und daher haben sich zwei der von dir beschriebenen logiklücken nie bei mir geöffnet.
    1. Es war bekannt, so ein Geheimnis das eigentlich jeder weiß, woher sich immer, dass Sirius der Geheimniswahrer der Potters War. Also hätte nur er die verraten können. Das wusste auch Remus, der hat ja nie erfahren dass Sirius nicht der Geheimniswahrer ist. Darum wurde er verurteilt, auch wenn ich das Verhalten von dem damaligen zaubereiminister zu voreilig fand. Man hätte ja nur auf seinen linken Unterarm schaun müssen, pühh.

    Und 2.: Ja, Remus War im 5. Schuljahr vertrauensschüler, auch im 6. Und 7., aber James wurde im 7. Jahr zum Schulsprecher gewählt. Davon gibt es ja nur zwei weswegen man auch noch vertrauensschüler braucht.

    So. Ich sollte mit sowas aufhören, sagen meine Freunde immer. Das werde ich aber nur über meine Leiche hehehe. Harry Potter ist das einzige wo ich mich gut auskenne.

    Aber sonst, alles in allem liebe ich diese, und allgemein deine, Rezensionen. Mach weiter so ;D

    Feli.

    Gefällt 1 Person

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