Das 7. Literarische Quintett

Literarisches Quintett-Flyer
(c) Phil FSR (TU Chemnitz)

Wie der Flyer schon angekündigt, geht es um die Vorstellung von fünf Büchern und ein spannender Abend, an dem diese von zwei Professoren und drei Studenten vorgestellt werden.

Zweimal war ich bereits als Gast im Publikum anwesend gewesen (vorher hatte ich entweder leider zu spät den Termin erfahren oder musste arbeiten 😦)

Diesmal, beim bereits 7. (!) Literarischen Quintett durfte ich statt im Publikum auf der Bühne Platz nehmen und ein Teil der Präsentanten werden. Jetzt versteht ihr auch, warum in den letzten Wochen nicht so viele Rezensionen auf diesem Blog erschienen sind. Ich war einfach mit dem Lesen der fünf Quintett Bücher beschäftigt, deren ausführliche Rezension aber in den nächsten Tagen folgen wird.

Doch zurück zum Abend des 10. November. Etwas nervös war ich ja schon, vor allem, weil ich am Mittag bereits in der Buchhandlung Universitas auf dem Campus bereits eines der Bücher im Rahmen einer kurzen Lesung vorstellen durfte. In diesem Fall mein ausgewähltes Buch von Kai-Eric Fitzner »Willkommen im Meer«. Trotz anfänglicher Nervosität und der Tatsache, dass ich eigentlich ungern laut vor fremden Menschen laut vorlese, lief es eigentlich ganz gut.

Das Literarische Quintett

Leider wurde aus dem Quintett an diesem Abend ein Quartett, weil einer der Studenten nicht anwesend war. Aber auch zu viert hatten wir jede Menge Spaß und konnten den fünf Büchern (hoffentlich) eine würdige Plattform geben.

Literarisches Quintett-Stühle
Foto: privat

Als ich vor Beginn am Veranstaltungsort ankam, standen da bereits diese wunderschönen Stühle, auf denen wir Platz nehmen durften. Sind sie nicht toll? Man durfte sich für einen Abend wie eine Prinzessin oder ein Prinz fühlen. Eine gute Freundin, die mich an dem Abend begleitete und seelisch und moralisch unterstützte, war schon etwas neidisch. 😉

Da ich die ausführlichen Rezensionen in den nächsten Tagen veröffentlichen werde, möchte ich hier eine kurze Zusammenfassung der teilweise hitzigen, teilweise witzigen Diskussionen euch zur Verfügung stellen.

(Mit einem Klick auf die einzelnen Buchcover gelangt ihr direkt zur Verlagsseite inklusive der Klappentexte.)

Los ging es mit:

Kai-Eric Fitzner – Willkommen im Meer

Willkommen im Meer
(c) Droemer Knaur Verlag

Ich durfte den Abend eröffnen (Hallo, Adrenalin und Nervosität!) und wer mich in den letzten Monaten auf Twitter verfolgt hat, weiß wie sehr ich dieses Buch liebe. Da an diesem Abend natürlich vier unterschiedliche Charaktere und damit verbundene Geschmäcker auf den Stühlen Platz genommen hatten, war mir bewusst, dass es zu Diskussionen und weit auseinander stoßenden Meinungen kommen würde. So liebte ich es und hätte noch stundenlang weiterreden können. Doch von anderer Seite wurde das Buch als zu einfach im Schreibstil und jedes Klischee bedienend beschrieben. Dann war es wieder unterhaltsam, andererseits zu übertrieben.

Die Diskussion war wunderbar, denn ich mag es mehr, wenn man bei einem Buch unterschiedlicher Meinung ist und diese mit seinem Gegenüber diskutieren kann, als wenn man sich nach wenigen Sekunden einig ist.

Wilhelm Genazino – Bei Regen im Saal

(c) Hanser Verlag
(c) Hanser Verlag

Ein Buch, vom dem ich mir persönlich viel versprochen hatte, aber schon beim Lesen war mir klar, dass es mein persönlicher letzter Platz der fünf Bücher einnehmen würde. Und hier waren auch 3/4 des Quartetts sich einig: wir wussten nicht so richtig, was das Buch von uns wollte, was der Protagonist des Buches von uns wollte.

Nur eine einzige Person, eine Professorin, lobte den Schreibstil, die sprachliche Gewalt dieses Romanes, die ich ihm an dieser Stelle auch nicht absprechen möchte. Aber leider hilft, meiner Meinung nach, der beste Schreibstil nicht, wenn die Handlung irgendwie nie existiert oder sich auf der Stelle bewegt.

Bei diesem Roman haben wir auch sehr lange diskutiert, besser gesagt, sehr viele Aspekte angesprochen, die irgendwie daran Schuld waren, dass uns das Buch nicht überzeugen konnte.

Anschließend folgte eine Pause, in der jedoch weiter diskutiert wurde. Nur jetzt im größeren Getümmel.

Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Offenbarung

(c) Ullstein-Verlag
(c) Ullstein-Verlag

Das einzige Buch des Abends, wo man im Großen und Ganzen sagen kann, dass wir vier Teilnehmer uns einig waren. Irgendwie war es unterhaltsam, aber es hätte als Hörbuch oder auf einer Bühne vom Autor selbst vorgetragen besser funktioniert.

Stand-Up-Comedy funktioniert leider nicht so richtig auf Papier.

Kiera Cass – Selection

(c) Fischer-Verlag
(c) Fischer-Verlag

Oh je. Vor diesem Buch kraute es mir am meisten und noch vor dem Abend befürchtete ist, dass es in der Luft mit Worten zerrissen werden würde. Aber… nein. Wir alle fanden es unterhaltsam, hatten diesen und jeden Punkt zu kritisieren, erörterten die Zielgruppe, da »Selection« schließlich ein Jugendbuch ist.

Ich durfte gestehen, dass ich eigentlich ein Gegner dieses Buch war, dass ich mir vorgenommen hatte, es nicht zu mögen und nun doch schon Besitzer von Band 2 bin.

Fazit dieses Buches war: Für ein jüngeres weibliches Familienmitglied könnte es unter dem Weihnachtsbaum landen.

Angela Krauß – Eine Wiege

(c) Suhrkamp
(c) Suhrkamp

Das Buch mit dem wahrscheinlich schwierigsten Start, denn es war ein Gedichtband – eigentlich auch eine falsche Beschreibung. In der Beschreibung steht »eine Rede in Versen, die uns daran erinnert, wo wir inmitten rasanter Bewegungen zuhause sind.«

Man muss sich auf Gedichte oder Texte in Versform einlassen, um solch ein Buch zu lesen und zu mögen. Hier lag dann auch Kern der Diskussion, denn es ging weniger um den Inhalt – den ich persönlich sehr mochte und die anderen im Großen und Ganzen auch – aber es war die Form, die ungewöhnlich war und deswegen zum Gespräch anregte.

Ergebnis dieser speziellen Diskussion war, dass jeder Chemnitzer diesem Buch von Angela Krauß eine Chance geben sollte. Enttäuscht wird man definitiv nicht.

***

Dies soll nur eine kurze Vorstellung der Bücher sein und euch einen Eindruck vom Abend geben, den ich persönlich sehr gelungen und unterhaltsam fand. Ich werde auch beim nächsten Quintett wieder dabei sein – dann wieder im Publikum und mich auf fünf neue Bücher freuen.

Literarisches Quintett-Collage
(c) Anja Päßler

***

An dieser Stelle möchte ich auch dem Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät, der Universitätsbibliothek, der Professur für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft und der Buchhandlung Universitas danken – besonders für das Organisieren und der Bereitstellung der Bücher.

Eure Jule

PS.: Fast vergessen und doch noch rechtzeitig daran gedacht: Hier ist der Beitrag im Pressebereich der TU Chemnitz.

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5 Gedanken zu “Das 7. Literarische Quintett

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