[100 Bücher] Selection (Kiera Cass)

Im Rahmen des Literarischen Quintetts (Bericht dazu hier) an meiner Uni habe ich unter anderen Kiera Cass lesen dürfen. Wie mir dieses Buch gefallen hat, haben die Gäste live vor Ort gehört und ihr dürft es heute hier auf meinem Blog lesen.

Ich möchte auch an dieser Stelle noch einmal dem Fischer Verlag und der Buchhandlung Universitas für die Bereitstellung eines Leseexemplars danken.

Selection2
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Selection (Original: The Selection)

Autorin: Kiera Cass

Verlag: Fischer Verlag (22.01.2015)

Seitenzahl: 366 Seiten

ISBN-10: 373350030X

ISBN-13: 978-3-7335-0030-6

Preis: 9,99€

Zum Inhalt:

America Singer ist unsterblich in ihren Freund Aspen verliebt. Da er aus einer niederen Kaste der Gesellschaft stammt, überredet er seine Freundin an der »Selection« teilzunehmen; ein Casting, bei dem der Kronprinz des Königreiches Illeá 35 Mädchen auswählt und von ihnen eine zu seiner zukünftigen Frau wählt. America Singer wird eine der 35 Kandidatinnen und Aspen möchte ihr bei der Chance in der Gesellschaft aufzusteigen nicht im Weg stehen und verlässt America.

Doch möchte America überhaupt die Erwählte des Prinzen werden und mit den anderen Mädchen konkurrieren?

Meine Rezension:

Knapp ein Jahr verfolge ich im Internet jetzt schon den Hype um die Bücher von Kiera Cass. Das erste Mal richtig konfrontiert wurde ich jedoch auf der Leipziger Buchmesse 2015 mit »Selection«, weil das Cover schon des Öfteren meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Nun gab ich dem Buch endlich die Chance und las den Klappentext. – Angewidert stellte ich das Buch sofort zurück ins Regal. Alles klang nach einer Mischung aus »Der Bachelor« und »Germanys Next Topmodel«. Und so ein Buch sollte gerade der Hype vieler junger Mädchen sein? Ich versuchte mir vorzustellen, welche Klischees alle bedient wurden und wollte mit dem Buch nichts mehr zu tun haben.

Anfang August ergab es der Zufall, dass im Literarischen Quintett meiner Uni der erste Teil dieser Reihe einer der 5 zu lesenden Bücher sein sollte. Mir graute es davor. Unter allen Büchern, die man hätte vorschlagen können, musste es ausgerechnet dieses sein.

Und schließlich begann ich es zu lesen. Und bei jeder Seite, die ich voranschritt, nervte mich das Buch mehr. Am Anfang wurde viel zu wenig erklärt und der Leser wurde lange im Dunkeln gelassen über die Gesellschaftsordnung, in der America mit ihrer Familie lebte. Es wurde nebenbei erwähnt, dass es einen Krieg gegeben habe, aus dem das Land Illéa verging, mehr aber auch nicht.

Den ersten richtigen Wutanfall bekam ist bei der Beschreibung von America und Aspen; sie hat rote Haare und er schwarze Haare und grüne Augen. Ich verstehe ja, dass dieses Buch von der Handlung her wirklich NICHTS mit Harry Potter zu tun hat, aber muss man diese zwei wichtigen Personen wie eine Kopie von Ginny und Harry wirken lassen? Nein, nein, nein. Ich finde hier hätte man wirklich etwas ändern können, weil einfach die Parallele sofort angesprungen kommt. – Ich höre schon die »Selection«-Fans schreien, deswegen gleich noch ein Beispiel. Die Blume von America, die sie bei der Verabschiedung trägt, ist eine Lilie. Sorry, aber nun sind wir bei Lily Potter angekommen und da war bei mir der Bogen wirklich überspannt. Ich hätte ab diesem Punkt gern das Buch in die Ecke geworfen. (Fenster war leider geschlossen zu diesem Zeitpunkt.)

Aber nun endlich die positiven Aspekte. (Alle die mich bisher hassten, ich habe auch viel Gutes zu diesem Buch zu sagen.) Ab dem Moment, wo America ihre Heimat hinter sich lässt und in den Palast der Königsfamilie zieht, habe ich das Buch geliebt. Kiera Cass hatte bezüglich der Handlung nämlich zwei Möglichkeiten; entweder sie ließ America völlig in dem Casting und dem ganzen Kitsch untergehen und sie das Spiel mitspielen inklusive sämtlicher Zickenkriege, die in solchen Momenten ausbrechen. Oder aber Kiera Cass ließ America zu einer kleinen Rebellin werden, die sich nicht von irgendwelchen Stylisten verbiegen lässt. Beide Varianten wären möglich gewesen und beide hätten auch gepasst. Aber ich bin der Autorin dankbar, dass sie die zweite Variante gewählt hat. Die kleinen witzigen Momente zwischen America und Maxon haben mich unterhalten und das Buch weiterlesen lassen.

Die bereits auf den ersten Seiten zu erahnende Dreiecksbeziehung, die sich zwischen America, Maxon und Aspen aufbaut, hat mich auch nicht gestört, einfach weil man von Anfang an mit dieser Tatsache konfrontiert wird und wem es nicht gefällt, der kann nach 50 Seiten schon aufhören, denn auch die nächsten beiden Bände werden sich wohl um dieses Dreieck aufbauen. Ich gehöre aber zu den Lesern, die gern auch mal zwischendurch eben so eine kitschige Liebesgeschichte lesen wollen/müssen. Es ist leichte Unterhaltung und definitiv für ein junges weibliches Publikum gemacht.

Während des Quintetts habe ich erfahren, dass auf die politischen Hintergründe in den späteren Bänden mehr eingegangen wird, wofür ich sehr dankbar bin. Allerdings tauchte noch ein weiterer Kritikpunkt während der Gesprächsrunde auf, der genau den Finger auf den Punkt legte, den ich die ganze Zeit nicht richtig fassen konnte. Ich wusste beim Lesen, das irgendetwas fehlte, aber ich wusste nicht was. – Illéa ist ein Land, das in der Zukunft existiert. Wie weit in der Zukunft, ist mir gerade nicht geläufig, aber trotzdem werden nicht einmal technische Fortschritte erwähnt. Man hat das Gefühl, dass es überhaupt keine Technik außer den Fernseher und Telefone gibt. Aber vielleicht klärt sich das auch in den nächsten Bänden. Oder es ist einfach nicht wichtig.

Fazit:

Obwohl ich wirklich sehr viele Kritikpunkte an diesem Buch gefunden habe, ist es eine unterhaltsame Geschichte, die besonders für Liebhaber von Liebesgeschichten, schönen Ballkleidern und Dreiecksbeziehungen ist. Und im Bücherregal sehen die Bücher auch wunderbar aus.

Band 2 habe ich mir übrigens schon gekauft. Nur habe ich im Moment noch keine Ahnung, wann ich ihn lesen werde.

4 Sterne-Braun-oH

Eure Jule

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3 Gedanken zu “[100 Bücher] Selection (Kiera Cass)

  1. Liebe Jule,
    ich sehe das genauso wie du, manche Dinge an der „Selection“-Reihe haben mir nicht so gut gefallen, so die teilweise oberflächlich charakterisierten Figuren oder Figuren, die meiner Meinung nach zu sehr im Hintergrund standen und von denen ich gerne mehr gelesen hätte. Aber die Geschichte war irgendwie an sich zauberhaft und hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich gar nicht auf solche Castings (z.B. im TV) stehe. Wenn du Lust hast, kannst du dir ja mal meine Rezension zum dritten Band auf meinem Blog durchlesen 🙂
    Liebe Grüße
    Svenja

    Gefällt 1 Person

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