R.I.P. Alan Rickman

Vielen fehlten gestern die richtigen Worte. So auch mir. Für viele Potterheads brach gestern eine Welt zusammen und trotzdem zeigten wir, dass egal, wo wir leben, egal welche Hautfarbe wir haben oder welcher Religion wir angehören, unser Herz brach entzwei als wir die Nachricht hören/lasen, dass Alan Rickman – unser geliebter Professor Snape – gestorben sei.

Ich saß zu diesem Zeitpunkt in der Uni, der Professor hatte gerade die erste Seite der Powerpoint Präsentation aufgerufen, als ich gelangweilt durch Twitter scrollte – wie jeden Donnerstag um diese Zeit. Ich las die wenigen Worte, und konnte sie nicht glauben. Ich wollte sie nicht glauben. Ich vertraute dem sonst so verlässlichen Twitter nicht. Ich glaubte niemandem. Schließlich googlte ich »Alan Rickman«, weil ich eine seriöse Nachrichtenseite lesen wollte. Aber auch diese Seiten knallten mir die brutale Nachricht an den Kopf.

Alan Rickman war im Alter von 69 Jahren gestorben.

Augenblicklich fing ich an zu zittern als sie die Wahrheit langsam einen Weg in mein Gehirn bahnte und mein Herz begann schneller zu schlagen. Ich bekam die erste Nachricht von Sarah auf mein Handy und auch die ersten Tränen suchten sich einen Weg nach draußen. Nicht jetzt. Nicht in der Vorlesung. Nicht vor dem Professor. Bitte!

Es half nichts. Ich vergrub mich in meinem großen dicken Schal und scrollte weiter durch Twitter. Die Nachricht verbreitete sich wie eine Explosion unter den Potterheads. Der Inhalt der Vorlesung war zur völligen Nebensache geworden, der Professor stand zwar nach wie vor vor mir und erzählte und klickte die Folien weiter, aber ich verstand ihn nicht mehr. Ich brauchte jetzt Menschen, die mich verstanden und denen es genauso ging wie mir – Potterheads auf der ganzen Welt, die unglaublich auf all die Nachrichten blickten. Meine Kommilitonen hörten immer noch aufmerksam zu. Wie konnten sie nur? Wie konnten sie einer Vorlesung folgen, wenn gerade so etwas Schreckliches passiert war?

Schließlich schoss mir ein Bild von Alan Rickman durch den Kopf. Ein Bild von ihm – nicht von Professor Snape. Ich öffnete das Fotoalbum auf meinem Handy und suchte danach. Das Bild habe ich auf der Weltpremiere von »Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2« am 07.11.2011 geschossen. Damals musste ich weinen als Alan Rickman die kleine Bühne betrat und der Moderator ihn wenige Sekunden zuvor angekündigt hatte. Alan Rickman winkte der jubelnden Menge mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

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Foto: privat

Dieses Bild und dieser Moment schoss auch meiner besten Freundin, mit der ich damals in London war, durch den Kopf. Sie schrieb mir, weil auch sie nicht glauben wollte, dass Alan Rickman, über dessen Anwesenheit auf der Premiere wir uns so gefreut hatten, nun nie wieder mit seinem Lächeln eine ganze Menge mitreißen kann.

Und genauso werde ich ihn in Erinnerung behalten. Als den lachenden Menschen an jenem sonigen Tag nach stundenlangem Regen, der einem ganz besonderem Charakter Leben einhaucht und Professor Snape menschlicher und liebenswürdiger erscheinen ließ.

Always.

Eure Jule

PS.: Ich hoffe, dies  bleibt vorerst der erste und einzige Beitrag dieser Art. 😦

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3 Gedanken zu “R.I.P. Alan Rickman

  1. Ich versuche seit einer ganzen Weile auch einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen. Ich habe es noch nicht Geschafft. Vielleicht mache ich es gar nicht. Ich bringe es kaum übers Herz. Er war ein unglaublicher Mann, der aus ärmeren Verhältnissen eine beachtliche Schauspiel und Regisseur Karriere machte und aber nie gern selbst über seine tollen Leistungen sprach.
    Ich saß gestern nur nichtsahnend rum und auf einmal sehe ich die Nachricht: Alan Rickman ist tot!
    Unmöglich! Ich habe geweint als ob mein Vater gestorben wäre. Dann auf einmal trudelten nach und nach Nachrichten von Freunden ein. Es ist schrecklich!
    ER war der Mensch den ich versuchen wollte zu treffen (okay da sind noch ein paar mehr aber er ist unter den Top 10).
    Das erschreckende ist, dass ich nichts tun kann.
    RIP Alan Rickman

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  2. Meine erste Reaktion war ein einfaches Nein. So wirklich hat sich das nicht geändert. Ich will nicht, dass es wahr ist und ich hasse die Realität, weil sie sich diesem Wunsch nicht beugt. Danke für Deine Worte *drück*

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