Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells)

Mitte Februar hat Sarah dieses Buch gelesen (sie hatte es bei vorablesen gewonnen und durfte es noch vor dem Erscheinen im März lesen) und schwärmte ohne Ende und berichtete nur Gutes über diesen Roman. Der Autor – Benedict Wells – sagte mir bis zu diesem Zeitpunkt nichts, aber er sollte am 25.02. eine Live-Lesung bei LovelyBooks abhalten. Zusammen mit Sarah schaute ich mir die Lesung an und ich war vom ersten Satz total begeistert. Benedict Wells hat eine faszinierende, wohlüberlegte und doch junge Art zu sprechen.

Anfang März wurde ich schließlich schwach, ging zur nächsten Buchhandlung und kaufte mir »Vom Ende der Einsamkeit«, welches ich trotz zweier Nebenjobs und den Vorbereitungen für die Buchmesse und Treffen mit Freunden innerhalb einer Woche beendete. (Für manche keine Leistung, für mich ist es eine Leistung trotz meines durchgeplanten Alltags ein Buch in so kurzer Zeit zu beenden und es spricht definitiv für das Buch.)

Vom Ende der Einsamkeit-1
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Vom Ende der Einsamkeit

Autor: Benedict Wells

Verlag: Diogenes Verlag (24.02.2016)

Seitenzahl: 355 Seiten

ISBN-10: 3257069588

ISBN-13: 978-3257069587

Preis: 22,00€

Zum Inhalt:

Grundverschieden sind der selbstbewusste Jules und seine beiden älteren Geschwister Liz und Marty, bis ein tragisches Ereignis alle drei prägt: sie verlieren ihre Eltern bei einem Unfall. Bisher behütet und glücklich aufgewachsen, kommen die drei Geschwister zwar auf das gleiche Internat, doch in den kommenden Jahren geht jeder seinen eigenen Weg, sie werden sich gegenseitig fremd und verlieren sich schließlich aus den Augen.

Besonders der bis zum Tod der Eltern selbstbewusste Jules zieht sich immer mehr in seine eigene Welt zurück und beginnt das Leben und die getroffenen Entscheidungen in Frage zu stellen. Nur der eigenewilligen Alva gelingt es mit Jules Freundschaft zu schließen, doch erst Jahre später wird Jules begreifen, was Alva ihm bedeutet – aber erst als Erwachsene werden sie sich wieder begegnen…

Meine Rezension:

»Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.« – S. 9

Mit diesem Satz beginnt Benedict Wells seinen wunderschönen Roman »Vom Ende der Einsamkeit«. Und sofort hatte Benedict Wells mich mit seinen Worten in seinen Bann gezogen. Ich tauchte nur so zwischen den Seiten ein und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Nach dem Verlust der Eltern begleitet man die drei Geschwister auf dem Weg ins Internat, auf dem Weg zum Erwachsenwerden und auch in ihrem Leben als Erwachsene, wo sie die Einsamkeit auf verschiedene Art und Weise stets begleitet. »Einsamkeit« ist auch das große Thema des Romans und präsentiert sie anhand der unterschiedlichen Charaktere auch immer aus einer anderen Perspektive.

Die Charaktere sind auch die große Stärke des Romans. Sie wirken so real, ihre Schicksale so echt, dass man am Ende des Buches nicht glauben kann, dass sie nur zwischen den Seiten existiert haben und man sie jetzt nicht einfach anrufen kann oder zu ihnen auf einen Kaffee vorbei schauen kann.

Besonders Jules, die Hauptperson und der Jüngste der Geschwister, kämpft sein ganzes Leben gegen den Verlust der Eltern und gegen die Einsamkeit, die ihn stets einzuholen droht und doch wieder genügend Abstand hält und ihm Raum zum glücklich sein lässt. Jules ist es auch, der mit seinen tiefen Gedankengängen stets einen Hauch von Philosophie mit sich trägt, Themen anspricht, die oft unausgesprochen bleiben und dem Roman seine besondere Atmosphäre verleihen.

Doch es ist nahezu unmöglich die richtigen Worte für diesen Roman zu finden. Seit knapp einem Monat versuche ich die richtigen Worte zu finden und scheitere daran. Lösche die Zeilen und fange von vorn an. Es scheint nie richtig zu sein, weil ich einfach nicht in Worte fassen kann, was dieses Buch in mir ausgelöst hat.

***

Auf der Leipziger Buchmesse hatte ich das Glück Benedict Wells am Stand des Diogenes Verlag während seiner Signierstunde zu treffen und kurz ein paar Worte zu wechseln. An dieser Stelle wird wahrscheinlich Sarah lachen, denn ich war knallrot und konnte vor Lachen nicht, als Benedict mir mein Buch abnahm und ein unglaublich überraschtes Gesicht machte.

Warum?

Ich habe alle schönen Stellen des Buches mit kleinen Fähnchen markiert. Und es sind sehr, sehr, sehr viele Fähnchen, die selbst den Autor selbst beeindruckten. Und Benedict war so überrascht, dass er im ersten Moment nicht so richtig wusste, was er sagen sollte. Die liebe Sarah hat sogar diesen ganz speziellen Augenblick auf einem Foto festgehalten. Danke noch einmal!

Vom Ende der Einsamkeit-9
Foto: privat

Die Widmung im Buch zeige ich an dieser Stelle nicht, weil sie einfach zu persönlich ist und mir unglaublich viel bedeutet. Seht es mir nach, ja? (Dafür gibt es auf meinem Instagram-Account das Bild, das ich gemeinsam mit Benedict Wells gemacht habe.)

Fazit:

»Vom Ende der Einsamkeit« ist ein Buch, das den Leser ganz leise abholt und auf eine emotionale Reise mitnimmt. Man erlebt sowohl stille, traurige Momente, als auch glückliche, laute Momente, die die Charaktere so real erscheinen lassen, dass man sich wünscht, sie wirklich einmal treffen zu können.

5 Sterne-Braun-oH

Eure Jule

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3 Gedanken zu “Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells)

  1. Liebe Jule,

    ich weiß ganz genau, wie schwer es ist, für dieses Buch die richtigen – die treffenden – Worte zu finden. Ich habe ja selber gefühlte Ewigkeiten nach der perfekten Formulierung gesucht – und ich finde, Dir ist es gelungen zumindest einen Teil des Charmes dieses Buches einzufangen. (Ganz gelingt das wohl nur Benedict selbst, und der hat uns ja zum Glück diese Geschichte geschenkt.)

    Es ist keine acht Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe und schon möchte ich es, auch dank Deiner wunderschönen Rezension, noch einmal zur Hand nehmen.

    Ich selbst setze mich dann die Tage mal an die Rezension zu „Becks letzter Sommer“ – und ich freue mich in der Zwischenzeit, auch „Spinner“ gemeinsam mit Dir zu lesen 😉

    Liebe Grüße ❤
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Sarah,
      ich habe jetzt noch die Rezension von „Fast genial“ und „Becks letzter Sommer“ vor mir und freue mich auch schon auf „Spinner“, wieder mit einem Seitenzahlenhinundherschicken und zusammen emotionale Zusammenbrüche austauschen. 😀
      ich bin mir auch sicher, dass ich diese Bücher in diesem Jahr wohl hin und wieder als Geheimwaffe für Geburtstagsgeschenke nutzen werde. 😀
      Liebe Grüße ❤
      Jule

      Gefällt mir

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