Fast genial (Benedict Wells)

Ich habe es geschafft und in Worte gefasst, wie mir der – für mich – zweite Roman von Benedict Wells gefallen hat. Da ich in den letzten vier Wochen alle seine Bücher verschlungen habe, wird es in nächster Zeit etwas Benedict-Wells-lastig auf meinem Blog. Sorry. Nicht sorry.

Fast genial-3
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Fast genial

Autor: Benedict Wells

Verlag: Diogenes Verlag (17.12.2014)

Seitenzahl: 400 Seiten

ISBN-10: 3257267225

ISBN-13: 978-3257261226

Preis: 12,00€

Zum Inhalt:

Francis, knapp 18 Jahre alt, lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem Trailerpark in New Jersey. Alles ist heruntergekommen und die Hoffnungslosigkeit ist ständiger Gast an diesem Ort – genau hier sah Francis seine weitere Zukunft.

Bis zu dem Augenblick, an dem er die Wahrheit über seine Zeugung erfährt. Seine Mutter hatte damals an einem fragwürdigen Experiment teilgenommen, dem Francis seine Existenz verdankt. Zu all dem ist sein Vater nicht irgendein Versager, der ihn und seine Mutter im Stich gelassen hatte, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard.

Francis setzt alles auf seine Karte, denn er ist sich sicher, wenn er seinen Vater nur einmal sehen könnte, würde sich sein Leben ändern. Und so begibt sich Francis mit seinem besten Freund Grover und der labilen Anne-May auf einen Reise quer durchs Land.

Meine Rezension:

Zu Beginn hatte ich Bedenken: konnte »Fast genial« so gut werden wie »Vom Ende der Einsamkeit«?

Gerade wenn ich einen Autor neu entdecke und mir sein erstes Buch so unglaublich gut gefällt, dass es ein Herzensbuch wird, traue ich mich an andere Werke oftmals kaum heran. Aber ich war voller Euphorie, dass diese Bedenken gar keine Chance hatten.

Denn Benedict Wells versteht es seine Leser an die Seiten zu fesseln. Ich hatte gerade »Vom Ende der Einsamkeit« beendet, da begann die Leipziger Buchmesse. Am Diogenes-Stand verlor ich schließlich meine Beherrschung und kaufte mir »Fast genial« – in der kleinen Satin-Edition, die perfekt in meine Jackentasche passte. Und ich so ein kleines Buch in diesem hübschen Format schon seit Ewigkeiten kaufen wollte, aber nie ein Buch fand, dass ich auch wirklich wollte. Das Buch klebte in den darauffolgenden Tagen förmlich an mir und ich lass in jeder freien Minute.

In »Fast genial« werden Versagensängste angesprochen, die jeder, der die Schule beendet – ob gut oder schlecht – kennt. Kurz vor dem Abschluss man sich bewusst werden, was die Zukunft mit dem erreichten Schulabschluss für einen bereithält.

Gefallen haben mir die drei Freunde – Francis, der sehr oft unüberlegt handelt und in seinem Übermut gern auch seine beiden Freunde vernachlässigt oder zumindest nicht in erster Linie an sie denkt. Jedoch ist man als Leser nie böse auf diesen doch so verwundeten Charakter, der so viel – nämlich sein ganzes Leben – auf eine Karte setzt. Und Grover, der eigentlich alles hat – er ist ein Genie mit Aussicht auf einen perfekten Studienplatz, nur fehlt ihm leider das Selbstbewusstsein. Selbst die unsympathische – in meinen Augen – Anne-May schließt man mit ihren Problemen sofort ins Herz.

Benedict Wells‘ Romanfiguren sind nie eindimensional. Man hat stets das Gefühl, wenn man das Buch zuschlägt, nach seinem Smartphone greift und durch die Kontakte scrollt, dann würde man die Personen dort wieder finden. Man könnte sie anrufen und sich mit ihren verabreden. Leider nicht möglich. Leider…

***

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Foto: privat

Noch eine kleine Anekdote von der Leipziger Buchmesse. Wie bereits erwähnt, kaufte ich mir »Fast genial« am ersten Tag und schleppte es jeden Tag mit mir herum, in diesem Beutel, den ich vom Diogenes Verlag erhalten habe. Darin spielte sich während der Messe fast mein ganzes Leben ab. Und weil ich irgendwie ständig – neben meinem Smartphone – das Buch suchte, wurde der Beutel liebevoll Ben getauft.

Fazit:

»Fast genial« ist ein trotz düsterer Momente ein lebensbejahender Roman. Er ist ein Roadtrip eines jungen Mannes, der sich, seine Vergangenheit und seine Zukunft in Frage stellt, zweifelt und dabei nie die Hoffnung verliert. Ein Roman über verrückte, manchmal leichtsinnige Ideen und ernsthafte Entscheidungen und für jeden geeignet, der gern zwischen Buchseiten verschwindet.

5 Sterne-Braun-oH

Eure Jule

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