Welttag des Buches

Zum »Welttag des Buches« möchte ich euch kein Buch schenken und auch keines verlosen, sondern Geschichten und Erinnerungen weitergeben – in Form meiner Herzensbücher.

Bücher, die mich seit Jahren begleiten oder auch erst seit kurzer Zeit.

Bücher, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich euch nur kurz vorstellen möchte zusammen mit einer kleinen Erinnerung, die damit in Verbindung steht.

Angelehnt ist die Idee auch an die »25 Jahre – 25 Bücher« von Sarah. (Die Idee fand ich vor einem Jahr einfach unglaublich toll und konnte es immer kaum erwarten, wenn ein neuer Beitrag kam. 😀)

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Buchstapel02
Foto: privat

Ich verlinke euch die Bücher alle zur Verlagsseite. Dort findet ihr dann alle Informationen zum Klappentext, Preis, usw. – so habe ich mehr Platz für andere Informationen.

Harry Potter (Joanne K. Rowling)

Harry Potter 3
Foto: privat

Seit 2001 begleitet der schwarzhaarige Junge mein Leben und ich verbinde mit diesen Büchern so viele Erinnerungen, dass ich gar nicht wüsste, welche ich zuerst aufzählen soll. Da gibt es den verregneten Tag, an dem ich den Jungen mit der Brille das erste Mal auf einem Plakat sah, die drei Nächte, in denen ich nachts in der Buchhandlung stand, zu aufgeregt um überhaupt klar denken zu können oder auch meine erste Auslandsreise nur mit einer Freundin 2011 zur letzten Weltpremiere eines Harry-Potter-Films.

Ich habe immer geglaubt, dass irgendwann der Moment kommt, wo ich die Bücher vielleicht nicht mehr so sehr liebe; der Moment, wo ich sage, dass ich jetzt aus Harry Potter herausgewachsen bin. Ich glaube, dass es mittlerweile zu spät ist und mein Leben zu sehr mit diesen Büchern verwoben ist um sie gefahrlos gehen zu lassen.

Ich und die Menschen (Matt Haig)

Ich und die Menschen
Foto: privat

Es gab mal eine Zeit, in der ich das Lesen etwas vernachlässigte – keine Zeit mehr für Bücher hatte. Schuld war natürlich das Studium mit all seinen Fachtexten, Hausarbeiten und Prüfungen. Und aus diesem Loch holte mich Matt Haig mit seinem zunächst einmal interessanten Buchcover, das mich förmlich hypnotisierte. Die Geschichte war es schließlich, die mich gar nicht mehr losließ. Überallhin begleitete mich das Buch und es ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich dieses Buch schließlich auswählte um es auf meinem Blog zu verlosen.

Matt Haig stellt in diesem Buch die Menschheit in Frage und erst in diesem Jahr habe ich durch sein anderes Buch »Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben« erfahren, dass darin schon seine ersten Erfahrungen mit Depression verarbeitet sind. Noch ein Grund mehr seine Bücher zu lesen, weil sie uns ein schwieriges Thema näher bringen.

Die Tränen des Drachen (Andreas Bull-Hansen)

Die Tränen des Drachen
Foto: privat

Wer mich kennt, wird mir jetzt wahrscheinlich nicht glauben. Aber dieses Buch ist das einzige, das über meinen geliebten Harry-Potter-Büchern steht. Ich bekam es im Sommerurlaub 2001 oder 2002. Meine Familie und ich suchten Schutz vor der knallenden Mittagssonne und landeten in dieser kleinen dunklen Buchhandlung. Jeder Winkel war vollgestopft mit Büchern und dieses, auf dem Cover dieser geheimnisvolle grüne Drache, zog mich magisch an. Zurückblickend betrachtet, war ich 2001/2002 eigentlich zu jung für dieses Buch, weswegen ich immer wieder neue Stellen darin entdecke, die neue Bedeutungen offenbaren und aus irgendeinem Grund vergesse ich immer das Ende des Buches, weswegen ich es auch so oft lesen kann und es immer wieder aufs Neue spannend ist.

Normalerweise gehe ich sehr vorsichtig und sorgfältig mit meinen Bücher um, aber dieses hat in den letzten Jahren so gelitten – es ist einfach unglaublich zerlesen.

Willkommen im Meer (Kai-Eric Fitzner)

Willkommen im Meer
Foto: privat

So viele Leser haben im letzten Jahr das Schicksal von Kai auf den Social Media Plattformen verfolgt. Doch ich verbinde mit diesem Buch meine erste Lesung, denn ich durfte daraus vorlesen im Rahmen des Literarischen Quintetts im November 2015. Die Nervosität einen Abend vorher. Das Lachen der Zuhörer, weil die vorgelesenen Ausschnitte einfach unglaublich witzig waren. Und die Begrüßung einige Wochen später in der Buchhandlung mit »Mutter ist großartig!«. Wer das Buch gelesen hat, versteht diesen Satz. Wer ihn nicht versteht, ist hiermit gern aufgefordert es zu lesen.

Und natürlich verbinde ich mit diesem Buch diesen wunderbaren Lovestorm auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #einbuchfuerkai. Mir war bis dahin gar nicht bewusst, wie viel Herzenswärme zwischen all den Hassposts auf Facebook stecken kann.

Ein Sommernachtstraum (Shakespeare)

»Nun gute Nacht! Das Spiel zu enden, / Begrüßt uns mit gewogenen Händen!«

Sommernachtstraum
Foto: privat

In der Schule liebte ich die alten Klassiker gar nicht. Ich stöhnte eben so genervt auf wie meine Mitschüler, wenn wieder einmal irgendein alter Schinken im Unterricht dran war. Anders war es beim »Sommernachtstraum« – wir gingen alle gemeinsam ins Theater und noch heute sehe ich Puck vor mir wie er ganz zum Schluss diesen Satz sagt. In den folgenden Jahren habe ich dieses Buch etliche Male gelesen. Auf Deutsch. Auf Englisch. Und bei diesem letzten Satz des Stückes lächle ich jedes Mal und denke an diesen Theaterabend zurück.

Und ich denke dabei auch immer an die Genialität von Shakespeare, die Klassenfahrt in der 9. Klasse nach Großbritannien und der Besuch im Shakespeare-Haus. Ich kann euch aber versichern, dass ich gar kein großer Fan von Romeo und Julia bin. 😉

Das Phänomen Harry Potter (Melissa Anelli)

Das Phänomen Harry Potter
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2007 erschien der letzte Band von Harry Potter und danach fiel so gut wie jeder Potter-Fan in die Post-Potter-Depression und dieses Buch holte mich da wieder raus. Die Autorin Melissa Anelli schildert ihre Jahre parallel zum Erscheinen der Bücher und Filme und alles war wieder da – es war ja eigentlich auch nie weg. Ich weiß nicht, wie oft ich in während des Lesens geheult habe, wie oft dicke Tränen flossen. Ich liebe dieses Buch einfach.

Es ist wie eine Zeitreise: das Warten auf ein neues Buch, die Aufregung vor dem Erscheinen eines neuen Films, die Spannung, die Freude – es war wie eine geheime Hippie-Bewegung. Demnächst werde ich das Buch wohl entgültig aus dem Regal nehmen und lesen, denn in den letzten Wochen hatte ich es immer mal wieder in den Händen, aber nie begonnen zu lesen.

Die Einsamkeit der Primzahlen (Paolo Giordano)

Die Einsamkeit der Primzahlen
Foto: privat

Ich liebe Zahlen. Zahlen haben etwas Magisches und Faszinierendes. Dies war der Grund warum ich mir das Buch damals – vor einigen Jahren – gekauft habe. Ich brauche auch ganz dringend mal wieder die Zeit es zu lesen.

Aber keine Sorge, in dem Buch geht es nicht um reine Mathematik, sondern unter dem Buchdecke befindet sich eine ganz zarte verletzliche Geschichte, in der zufällig auch ein Mathegenie eine Rolle spielt. Diese Zerbrechlichkeit und aufgewühlten Gefühle der Charaktere im Kontext der klaren, sicheren Mathematik ist so beeindruckend geschrieben, dass ich damals angefangen habe, die Mathematik nicht mehr als reines Schulfach zu sehen, sondern die Philosophie dahinter zu entdecken.

Meine Liebe zu Mathe konnte jedoch nicht mehr entfacht werden. Ich habe die Abitur-Prüfung mit Ach und Krach bestanden und bin Stolz darauf. 😉

Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells)

Fangirl-Alarm!!!

Vom Ende der Einsamkeit
Foto: privat

Obwohl »Vom Ende der Einsamkeit« das jüngste Buch dieser Aufzählung ist, ist es mir doch schon sehr ans Herz gewachsen. In diesem Buch stecken so viele junge Erinnerungen; die Leipziger Buchmesse 2016, die Signierstunde mit Benedict Wells, den Tag vor der Signierstunde, als wir (Sarah und ich) Benedict Wells um 30 Sekunden verpassten, die vielen lieben Gespräche mit den Mitarbeitern am Stand des Diogenes-Verlags usw.

Und nicht zuletzt den Lesemarathon zusammen mit Sarah zu den beiden Romanen (»Becks letzter Sommer« und »Spinner« ) von Benedict Wells.

***

Ich wünsche euch allen einen schönen Welttag des Buches und hoffe ihr verbringt ihn lesend und nicht wie ich neun (!!!) Stunden auf Arbeit.

Eure Jule

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11 Gedanken zu “Welttag des Buches

    1. Hallo Xeniana,
      Benedict Wells ist ein wunderbares Buch, ich hab mittlerweile all seine Bücher verschlungen. 😀
      Warum kamst du mit „Willkommen im Meer“ nicht klar? Ich bin immer neugierig, wenn jemand anderer Meinung ist. 🙂
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt 1 Person

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