Spinner (Benedict Wells)

Jetzt heißt es Abschied nehmen. Abschied von einer wunderbaren Lesezeit, die ich mit den vier Werken von Benedict Wells verbringen durfte. Es folgt jetzt also die vierte und vorerst letzte Rezension zu Benedict Wells und eine wohl mehrjährige Wartezeit bis zu seinem nächsten Roman.

Spinner02
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Spinner

Autor: Benedict Wells

Verlag: Diogenes Verlag (28.09.2010)

Seitenzahl: 313 Seiten

ISBN-10: 3257240546

ISBN-13: 978-3257240542

Preis: 12,00€

Zum Inhalt:

Jesper Lier wendet sich nach der Schule von seiner Familie ab, zieht nach Berlin und will Schriftsteller werden. Doch schnell muss Jesper feststellen, dass diese große Stadt mehr Träume verspricht als erfüllt.

Als Leser darf man Jesper durch die Stadt der Träume begleiten, mit ihm sein Kellerloch alias seine Wohnung besuchen, seine Freunde kennenlernen und die Liebe jagen – sieben Tage, in denen sich ein ganzes Leben abspielen kann.

Meine Rezension:

Benedict Wells versteht es die großen Themen des Erwachsenwerdens anzusprechen ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu präsentieren. Ist er doch selbst noch jung und seine Erfahrungen gar nicht so lange her.

Egal, ob Studium oder Ausbildung, wir alle waren irgendwann (oder sind irgendwann) an dem Punkt, wo wir unsere Schulausbildung beendeten und das wohl behütete Elternhaus verließen und in die große Welt hinausgingen. Wir wollten nicht mehr die Hilfe unserer Eltern, die mahnenden Worte, wenn wir davor waren einen Fehler zu begehen, hörten wir nicht. Wir wollten erwachsen wirken und es allen beweisen – am allermeisten uns selbst. Und dann verrennen wir uns in einer Sache.

Genauso geht es Jesper. Er hat sich in den Kopf gesetzt Schriftsteller zu werden. Dafür ist er extra nach Berlin gezogen, um dort in seinem kleinen Kellerloch seinen Roman – seinen Durchbruch – zu schreiben. Doch sein Leben hat er genauso wenig im Griff wie  die Aussicht auf einen Verlag, der seinen Roman veröffentlicht.

Diese Sturheit des Jugend und die Hoffnung, selbst wenn man bereits am Boden liegt, schildert Benedict Wells so realistisch in seinem Buch, dass man fast glaubt, würde man nur nachts auf den Straßen Berlins unterwegs sein, könnte man vielleicht zufällig auf den jungen Jesper mit seinen Freunden treffen. Freundschaft ist ein weiteres großes Thema dieses Buches – denn auf die kann sich Jesper verlassen. Es geht um wahre Freundschaft. Nicht um die zufälligen Bekanntschaften, sondern um die Freunde, denen man die Meinung sagen kann – mit denen man sich streitet und am Ende wieder versöhnt.

Realität und Traumwelt verschwimmen auch bei Benedict Wells Erstling wieder miteinander. Er gibt Momente während des Lesens, in denen man sich unsicher wird, ob man sich noch in der Realität befindet oder bereits die Traumwelt betreten hat. Und dann gibt es wieder diese klaren Grenzen, in denen man sofort erkennt, dass man die Realität verlassen hat. Oder vielleicht doch nicht? Sicher kann man sich doch nie sein und gleichzeitig ist »Spinner« so klar und offen.

Eine weitere Frage, die ich mir immer wieder stellte, befasste sich damit, wie viel autobiographische Elemente in diesem Buch eingeflossen sind und was aus dramaturgischen Gründen einfach seinen Weg ins Buch fand.

Fazit:

Auch »Spinner« ist ein Roman, in dem man sich selbst irgendwo an irgendeiner Stelle wiederfindet. Es geht um Träume und Hoffnungen, die in der heutigen Zeit, in der alles nur um das Ansehen in der Gesellschaft geht, immer weiter in den Hintergrund geraten. Und es geht darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

5 Sterne-Blau

Eure Jule

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4 Gedanken zu “Spinner (Benedict Wells)

  1. Hey Jule,
    wirklich schade, dass nun (vorerst) alle Bücher gelesen sind. Es war toll, anhand deiner Beiträge mehr über Benedict Wells Romane zu erfahren – danke dafür! Und ich glaube, „Spinner“ wird mein erstes Buch von ihm werden 🙂
    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Anna,
      ich freue mich, dass dir meine Beiträge so gefallen haben. Und ich wünsche dir nachtürlich wunderbare Lesestunden, wenn du dann „Spinner“ in den Händen hälst. 🙂
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt 1 Person

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