Druck – Stress – Blogburnout

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Druck – Stress – Blogburnout

In den letzten Monaten habe ich weniger Rezensionen gepostet und auch nicht mehr an verschiedenen Aktionen wie „Montagsfrage“ oder „Gemeinsam lesen“ teilgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass ich in den ersten zwei Monaten des Jahres meine Masterarbeit beendet habe, dann war da die Buchmesse inklusive deren Vorbereitungen und drei Nebenjobs, Bewerbungen schreiben und Privatleben müssen auch irgendwie organisiert werden.

Natürlich möchte ich nicht jammern und mich beklagen, denn mir geht es super, mir gefällt mein Leben derzeit so wie es ist und zum Lesen komme ich nach wie vor. Rezensionen schreibe ich, wenn ich Lust und Zeit habe – denn dieser Blog ist mein Hobby, nicht mein Arbeitsplatz.

Druck

Druck mache ich mir nicht. Manchmal nehme ich mir morgens beim Frühstück vor, im Laufe des Tages eine Rezension zu schreiben. Aber dann kommt spontan etwas dazwischen, sei es mein Freund, der etwas unternehmen möchte oder ein Buch, das ganz plötzlich spannend wird und mich mehr fesselt, als der Gedanke eine Rezension zu schreiben.

Dann schreib ich die Rezension eben am nächsten Tag. Sie läuft ja nicht weg. So gehe ich an die Blogarbeit heran. Denn es macht mir Spaß Beiträge zu schreiben, zu lesen und ich muss damit nicht mein Geld verdienen und möchte es auch nicht.

DRUCK wird indirekt von anderen Bloggern ausgeübt. Oder anders ausgedrückt, habe ich das Gefühl, dass sich die ganze Bloggerszene gegenseitig unter Druck setzt. Es beginnt bei den ganzen Lese-Statistiken und hört auf bei denen, die gefühlt täglich einen Beitrag auf ihrem Blog veröffentlichen.

Ehrlich? Wer dazu Zeit findet, der darf gern täglich so viel an seinem Blog arbeiten und veröffentlichen, wie er möchte. Aber ich lasse mich davon nicht mehr unter Druck setzen. Jeder hat sein eigenes Leben, das er neben dem Blog führt. Ich bewundere nur manchmal die Menge, die da einerseits gelesen wird und andererseits auch gekauft wird. Dazu möchte an dieser Stelle auch kurz etwas sagen. Für mich ist es nach wie vor unerklärlich, wie einige Blogger 10 Bücher oder mehr im Monat schaffen. Wo kommt die Zeit dazu her und kann man das Buch dann überhaupt genießen, wenn man so schnell und viel liest? (Das soll bitte jeder mit sich selbst vereinbaren können.) Auch der Konsum ist erstaunlich. Ich weiß selbst, dass ich da auch kein gutes Vorbild bin. Ich kriege jedoch ein unglaublich schlechtes Gewissen, sobald ich in einem Monat mehr als 2-3 Bücher kaufe. Deswegen poste ich keine Neuzugänge (mehr). Dieses ganze Ausmaß noch einmal auf meinem Blog zu durchleben, ist einfach schrecklich. Klar, ich habe ein Leseziel und werde die Bücher auch alle irgendwann mal lesen, aber auch hier lastet unglaublich viel Druck auf uns Bloggern. Ich sehe jeden Monat die verschiedenen Beiträge der Neuzugänge – die ganzen Momox usw. Bestellungen mit Fotos von Kartons, in denen gut und gerne mal bis zu 20 Bücher stecken. Wenn hier so ein Paket ankäme, würde ich mich wahrscheinlich heulend unter meiner Bettdecke verstecken.

Stress

Aus diesen ganzen Faktoren des DRUCKs resultiert Stress. Man wird irgendwie unterschwellig gezwungen mitzuhalten. Immer mehr lesen, lesen, lesen und konsumieren. Um in der Bloggerszene aufzufallen, sollte man sich an vielen Aktionen beteiligen. Da gehören Blogtouren dazu (Sorry, aber damit kann ich so rein gar nichts anfangen!), oder auch regelmäßige Interaktionen mit anderen Blogs, Challenges usw. Ich habe das alles Mal versucht im letzten Jahr – und bin kläglich gescheitert. Challenges habe ich immer wieder angefangen und dann wieder abgebrochen, weil ich mich eingeschränkt fühlte. Beim Lesen bin ich ein Freigeist und möchte selbst entscheiden, was ich lese und vor allem auch wann ich es lese.

Gerade am Anfang habe ich mir sehr viel Stress gemacht, überall irgendwie mit dabei zu sein. Mittlerweile schaue ich mir gern Challenges oder andere Blogaktionen an, weil viele einfach mit unglaublichem Einfallsreichtum gestaltet sind, aber nehme nicht teil. In meinem Alltag ist einfach schon zu viel los um dann privat noch solche Dinge zu machen.

Blogburnout

Ein Phänomen, das mir in letzter Zeit auch häufig begegnet. Ich folge vielen Blogs, die von jungen Mädchen (16-18 Jahre) geführt werden. Meist sind diese Blogs auch noch nicht lange online und irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo Beiträge erscheinen, in denen erklärt wird, dass sie keine Zeit oder Ideen mehr für den Blog haben und deswegen jetzt aufhören. Oder das sie die Arbeit daran unterschätzt haben usw. Natürlich ist irgendwann die Puste raus, wenn man sich dem Druck und Stress der Bloggerszene aussetzt und überall dabei sein will, ständig aktiv ist – nicht nur auf dem Blog, sondern zusätzlich auf Instagram, Twitter, Facebook, Snapshat usw. – und täglich veröffentlicht. Vielleicht ist das Aufgeben des Blogs eine radikale Entscheidung. Vielleicht sollte man eher eine Pause einlegen, sich neu sortieren, überlegen wie wichtig der Blog für einen selbst ist und dann noch einmal neu starten, mit weniger Stress, weniger Druck und vielleicht nicht mehr 5 Beiträge pro Woche, sondern nur noch 1-2 pro Woche oder vielleicht noch weniger.

***

Irgendwie bin ich inzwischen so weit vom Thema abgekommen, über das ich eigentlich schreiben wollte, aber dies sind auch Themen, die mich in letzter Zeit innerhalb der Bloggerszene beschäftigt haben. Was ich jedoch ganz zu Beginn sagen wollte, ist, dass es mir gut geht, ich derzeit mein Zeitmanagement etwas überarbeite und gucke, wie ich besser und motivierter Rezensionen tippen kann, ohne dass mich mein Buch von der Sofalehne anschaut und mehr Aufmerksamkeit verlangt als der Blog und mich davon abhält in Ruhe einen Beitrag zu Ende zu tippen. Auch habe ich in den letzten Wochen einige Beitragsideen in meinem Notizbuch gesammelt, aber noch nicht die richtige Zeit gefunden, diese zu veröffentlichen, weil sie noch nicht fertig recherchiert sind.

Was euch in naher Zukunft jedoch auf meinem Blog erwartet, sind die Rezensionen zu »Nur drei Worte«, »Harry Potter und der Feuerkelch« und nach und nach zu den Büchern, die ihr ganz oben in meiner Sidebar unter »Aktuell im Lesesessel« finden könnt.

So, jetzt muss ich aber Schluss machen, denn gerade schreit ganz sehr »Die Königin der Schatten – Verflucht« nach mir, weswegen der Beitrag hier endet und ich mich wieder zwischen die Seite begebe. 😉

Eure Jule

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5 Gedanken zu “Druck – Stress – Blogburnout

  1. Liebe Jule,

    Danke!
    Du hast es geschafft, genau das, was mir seit Wochen im Kopf herumschwirrt, in Worte zu fassen. Ich kann das alles nur unterschreiben: Bloggen ist ein Hobby und sollte nicht in einen Wettbewerb ausarten.

    Außerdem: Wenn wir alle nur noch lesen und Rezensionen schreiben würden… Wann würden wir dann noch etwas außerhalb der Buchwelt erleben? Und genau diese Erlebnisse sind es doch, die unsere Blogs so bereichern – denn sie verändern uns und unsere Leseeindrücke und genau das unterscheidet die 1846te Rezension eines Buches von allen bisherigen. Weil wir neue Ansätze finden, wie man das Buch interpretieren kann.

    Danke für diesen Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar liebe Sarah 🙂
      Eben, gerade bei einem Hype-Buch, das ich lese, versuche ich immer irgendetwas in die Rezension zu packen, was ich vorher noch nicht gesehen/gelesen habe, damit es auch für die Leser nicht langweilig wird.
      Liebe Grüße ❤
      Jule

      Gefällt 1 Person

  2. Hi Jule,
    Genau so habe ich das ganze von Beginn an gehandhabt. Der Blog ist ein schönes Hobby, nimmt mein Leben aber nicht ein. Manchmal habe ich das Gefühl einige Blogger hätten kein Privatleben oder keine Freunde und dass sie deshalb versuchen virtuelle Freunde zu finden. Shout-Out zu denen, auf die das zutrifft: Seht mal auf vom Laptop, verlasst das Haus, vielleicht lernt ihr tolle Leute kennen, die euch das echte Leben genießen lassen. Meine Familie und Freunde stehen immer an erster Stelle. Mein Job hat Vorrang und mein Moped möchte bei schönem Wetter viel bewegt werden. Da kommt man nicht immer zum Bloggen. Außerdem sind diejenigen, die auf Teufel komm raus nur posten, um etwas gepostet zu haben, total nervig.
    Danke, dass noch jemand das erkannt hat!!
    Bin gespannt auf die Potter-Rezi. Von mir gibts am Samstag einen kleinen Potter-Beitrag.😊
    LG Lisa

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  3. Liebe Jule,
    Mir geht es momentan genauso! :O Ich bin gerade auch dabei meine Masterarbeit zu beenden und das Bloggen macht mir momentan sehr wenig Spaß. Das ständig vernetzen und aktiv sind – stresst mich einfach zu sehr. Dann da eine Leserunde und da eine Aktion und das sollte ich vl auch nochmal ausprobieren. Bei mir ist es eher so, dass ich viel zu viele Ideen habe und zu wenig Zeit. Und es ist ein Hobby so wie du sagst – deswegen mache ich mir mittlerweile auch keinen Druck mehr, wenn ich mal nicht jeden 2 Tag etwas poste.

    Ich hoffe, dass die Phase bei mir auch wieder vergeht und mir das Bloggen wieder genauso viel Spaß macht wie früher und ich hoffe, dass du auch wieder diesen Spaß findest. 🙂

    Aja und ich finde es auch wahnsinnig, wenn sich Leute 20+ Bücher im Monat kaufen.

    Liebe Grüße,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

  4. Liebe Jule,

    ich kann dich sehr gut verstehen und habe jede deiner Aussagen „abgenickt“ 🙂 Dieser Druck, der unterschwellig ausgeübt wird, ist schon beachtlich. Ich finde keine Zeit, so viel zu lesen, und schreibe auch nur maximal zwei Beiträge in der Woche. Monatsstatistiken veröffentlichen? An zig Aktionen teilnehmen? Das mache (und schaffe) ich nicht. Schließlich gibt es da noch einen Beruf, eine Familie, Freunde – das hat alles Vorrang. Und in einem etwas gemächlicheren Tempo klappt es doch auch ganz wunderbar, oder? Ich habe jedenfalls nach einem Jahr noch nicht die Lust am Bloggen verloren 😀
    Alles Liebe dir (& viel SPASS beim lesen :-)),
    Anna

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