Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank (Martin Windrow)

Ich war mit meinem Buchkaufverbot eigentlich ganz zufrieden. Hatte mir geschworen nur noch die Bücher, die bis zum Ende des Jahres von meinen Lieblingsautoren ershceinen, zu kaufen. Und dann kam Mumble, landete auf meiner Schulter und führte mich zur Kasse.

Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank2
Foto: privat

Kurzinfos:

Titel: Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank. Mein Leben mit Mumble (Originaltitel: The Owl Who Liked Sitting on Caesar)

Autor: Martin Windrow

Verlag: Piper Verlag (01.08.2016)

Seitenzahl: 317 Seiten

ISBN: 978-3-492-307888

Preis: 10,00€ (Taschenbuch)

Zum Inhalt:

Eines Tages zieht die kleine Mumble als noch flauschiges kleines Küken bei Martin Windrow ein. 15 Jahre sollten die beiden ein unzertrennliches Team bleiben. Und jetzt, viele Jahre später, hat sich Martin Windrow ein Herz gefasst und über seine Zeit mit der Waldkauz-Dame ein Buch geschrieben; wie seinen Alltag auf den Kopf stellte; wie unschuldige Zimmerpflanzen Opfer kleiner Kampfattacken wurden und über endlose Schmusestunden, die diese kleine flauschige Dame einforderte…

Meine Meinung:

Dem Buch vorweg ist eine Anmerkung des Autors gestellt, die ich auch an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte: Eulen sind keine Haustiere, auch wenn man sich nach der Lektüre dieses Buches gern eine Katze der Lüfte wünscht. Sowohl in Großbritannien (Herkunft des Autors) als auch in Deutschland stehen Raubvogelarten, deren Nester und Eier unter Naturschutz.

Martin Windrow berichtet auch, wie eindrücklich, wie Mumble zu ihm kam. Über Schwierigkeiten bei der Haltung eines wilden Tieres im 7. Stück einer Londoner Wohnung und das auch die beste Vorbereitung niemanden auf ein wildes Tier vorbereiten kann. Genau das betont Martin Windrow auch stets aufs Neue; eine Eule, so niedlich sie mit ihren großen Augen auch aussehen mag, an ihren Füßen sitzen messerscharfe Klauen und sie ist ein wildes Tier.

Für mich war besonders beeindruckend, wie liebevoll Martin Windrow mit Mumble umgeht und wie viel Vertrauen dieses wilde Tier ihm entgegen brachte.

»Regelmäßig schlummerte sie auf meiner Schulter und machte mir das größte Kompliment, das einem ein Tier machen kann – das des Vertrauens.« (S. 314)

Besonders gefallen hat mir auch, dass es in diesem Buch nicht nur Tagebucheinträge gab, was Mumble so den ganzen Tag treibt, sondern Martin Windrow hat sich auch Gedanken darüber gemacht, warum sie manche Dinge tut und warum sie in bestimmten Situationen auf ihre Art reagiert. Martin Windrow macht immer wieder klar, dass er kein Ornithologe ist, beschäftigt sich jedoch mit dem Körperbau und der Lebensweise von Eulen, denn er möchte Mumble so natürlich wie möglichen leben lassen.

Ich und die Vogelwelt:

Seit etwa einem Jahr steht auf meinem Balkon ein kleines Vogelhäuschen. In der Innenstadt landet natürlich kein Waldkauz dort, aber die Artenvielfalt ist für mich als Stadtmensch immer wieder beeindruckend. Und einige Gemeinsamkeiten teile ich mit Martin Windrow. Ich erkenne mittlerweile am Ruf der kleinen Singvögel, ob sie mit Artgenossen kommunizieren, ihre Jungvögel rufen oder ihr Revier verteidigen. Und glaubt mir, wenn das Vogelhäuschen leer ist, gibt es unter Kohlmeisen, Blaumeisen, Spatzen, Kleibern und Buchfinken aus ausgeklügeltes System der Kommunikation, um die Menschen auch bei geschlossenem Fenster daran zu erinnern, dass sie Nachschub brauchen und sich auch untereinander zu warnen.

Fazit:

Bücher über besondere Mensch-Tier-Beziehungen sind eine emotionale Reise und immer ein Leseerlebnis wert. In diesem Buch über Mumble lernt man zusätzlich noch eine ganze Menge über die Raubvögel, die man als Stadtmensch vielleicht mal im Tierpark/Zoo zu Gesicht bekommt.

5 Sterne-Blau

Eure Jule

 

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