Harry Potter: eine Geldmaschine?

Für unsere Hobbies oder Leidenschaften geben wir gerne viel Geld aus; egal ob es sich bei dem Hobby um eine Sportart, ein Handwerk, ein Musikinstrument oder wie in meinem Fall das Lesen und dabei ganz speziell Harry Potter handelt. Denn für die meisten von uns ist ein Hobby auch oft eine Herzensangelegenheit. Und wenn das Herz spricht, dann hat der Verstand Sendepause!

Daher möchte ich mit euch heute folgende Frage diskutieren: Ist Harry Potter nur noch eine Geldmaschine?

Diese Frage habe ich mir im Zuge des Theaterstücks, dem Erscheinen des Skripts in Buchform und auch der angekündigten neuen Trilogie rund um Newt Scamander (»Fantastic Beasts and where to find them«) gestellt. Zusätzlich zu den ganzen neuen Geschichten wurde auf vielen Fanseiten eben genau das diskutiert. Wir hier einfach nur noch die Kuh gemolken und versucht so viel Geld herauszuholen, wie möglich ist. Und ich möchte mit euch ein paar Pro und Kontra Punkte besprechen.

Bevor es losgeht: Ich möchte, dass alle, die vielleicht diskutieren möchten, sachlich bleiben. Ich verstehe jedes Argument, habe lange über diesen Beitrag nachgedacht und herumformuliert, damit jeder sich, egal welche Meinung er vertritt, angesprochen fühlt.

Das Theaterstück

Die Ankündigung war für viele Fans – so auch für mich – ein Schock. Ein Theaterstück, das stationär nur an einem Ort bewundert werden kann. Das erste Problem allein daran ist schon, dass die Platzzahl begrenzt ist. Selbst, wenn man erst einmal jeden finanziellen Aspekt außen vor lassen würde, ist es einfach nicht möglich jedem Fan einen Besuch zu ermöglichen. Diesbezüglich sind wir einfach viel zu viele.

Finanziell kommt da auf einen echten Fan, der nicht gerade in London lebt, einiges zu. Denn da ist einerseits die Eintrittskarte. Oder viel mehr zwei Karten, denn das Stück ist ein Zweiteiler. Hier möchte ich kurz einwerfen, dass ich mir persönlich die teuerste Kategorie gegönnt habe und auch nicht so viel mehr für beide Tickets bezahlt habe, als wenn ich in Hamburg ins Musical gegangen wäre. Aber da sind ja nicht nur die Karten, sondern es kommt nach die Reise nach London plus Übernachtungskosten auf jeden zu. Ich bin ehrlich: dies ist ein teurer Spaß, den ich jedoch gern bezahle, denn ich reise nicht nur unglaublich gern, sondern liebe London, liebe Harry Potter und nutze die Gelegenheit mir die Leavesden Studios anzuschauen. Wieder Geld, das in Richtung Harry Potter geht. :‘D

Ich verstehe in diesem Punkt jeden Fan, der nicht bereit ist so viel Geld dafür auszugeben. Ich verstehe auch die Fans, die dieses Geld gern ausgeben würden, aber einfach nicht zur Verfügung haben. Glaubt mir, ich habe auch viel und hart gearbeitet und besitze derzeit drei Jobs.

Wir könnten jetzt auch stundenlang darüber diskutieren, warum es ausgerechnet ein Theaterstück geworden ist und warum nicht ein 8. Roman geschrieben wurde usw. In diversen Interviews hat sich J. K. Rowling zu diesem Sachverhalt geäußert. Hier verlinke ich euch einen der vielen Artikel, die darüber berichten.

Skriptbuch »Harry Potter and the Cursed Child«

Wie bereits beim vorherigen Punkt erwähnt, wird nicht jeder Fan weltweit in der Lage sein, das Theaterstück zu sehen und somit die neue Geschichte zu erleben. Deswegen überlegte sich das Produktionsteam dahinter, das Skript in Buchform zu veröffentlichen, damit jeder Fan wenigstens so an diesem neuen Abenteuer teilnehmen kann. Diese Idee fand ich super, weil in meinem Freundeskreis zwar viele Potterfans sind, aber nicht jeder zum Stück gehen will oder kann, aber trotzdem die Neugier vorhanden ist.

Ist dies zusätzlich Geldmacherei? In diesem Punkt bin ich nicht dieser Meinung. Denn weltweit macht man so viele Fans damit glücklich und ermöglicht ihnen diese neue Geschichte und wer kein Interesse daran hat, ist schließlich auch nicht gezwungen, das Buch zu kaufen und zu lesen und kann einen großen Bogen darum machen.

Zusätzlich war und ist das Skriptbuch eine Rückkehr zum Ursprung von Harry Potter; die Papierform. Schließlich ist immer noch unklar, ob das Theaterstück vielleicht irgendwann eine weltweite Tour oder weltweite Produktionen erhalten wird. Ob es vielleicht Übertragungen ins Kino oder eine DVD-Veröffentlichung gibt. Auch alles Möglichkeiten um mit einer einzigen Geschichte Geld zu verdienen, jedoch auch Möglichkeiten, die Geschichte auch in die entlegenen Ecken der Welt zu tragen, wo die Menschen zwar auch Harry Potter kennen, aber eine Reise nach London noch teurer ist als von Deutschland aus. Vor allem blutet mir das Herz, wenn ich an all die brasilianische Fans denke, die sehnsüchtig nach London blicken und für die eine solche Reise zum Großteil unbezahlbar ist.

Skriptbuch »Fantastic Beasts and where to find them«

Wenn man mich fragt, habe ich diese Veröffentlichung zu Beginn auch hinterfragt und für unnötig empfunden habe, kann ich dies nur bejahen. Einfach aus dem Grund, da der Film im Kino und später als DVD sowieso einem sehr breiten Publikum zur Verfügung stehen wird.

Dann stellte ich mir die Gegenfrage: Gibt es nicht auch zu jedem anderen Film irgendwie ein Buch? Angefangen bei all den Romanverfilmungen, wo zum Film das Buch inklusive Filmplakat als Cover noch einmal veröffentlicht wird. An dieser Stelle bin ich unglaublich glücklich, dass dies bei Harry Potter nie geschehen ist. Ich könnte die Bücher nicht mehr so lesen, wie ich sie lese, wenn mich die Schauspieler vom Cover anschauen würden.

Auch diese Filmplakat-Buchcover-Diskussion könnte man an dieser Stelle sehr weit ausbauen. Meine Meinung dazu: Wem diese Ausgaben gefallen, soll sie kaufen, wem sie nicht gefallen, der soll sie liegen lassen. Hier treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander, die man zulassen sollte. Meine Meinung dazu ist, dass ich manche Filmplakate so toll finde, dass ich mir sogar das Buch – sofern ich es noch nicht besitze – mit Filmcover kaufe. Da ich im Kino arbeite und ständig von Filmplakaten umgeben bin, kann ich an dieser Stelle und in diesem Punkt auch nicht ganz objektiv bleiben.

Und zum Skriptbuch von »Fantastic Beasts and where to find them«: Ich werde es mir kaufen, weil es mich interessiert, wie sich ein Filmskript (Kann man dazu schon Drehbuch sagen?) liest. Ich fand »Harry Potter and the Cursed Child« schon unglaublich interessant in seiner Form und freue mich schon auf das neue Buch.

Neues Merchandise

Ich habe lange überlegt, diesen Punkt aufzunehmen, denn es gibt mittlerweile zu allem, egal ob Serien, Filme, Comic-Universen und Büchern so viel Merchandise, dass ein Fan zum Teil gar nicht weiß, wo er anfangen soll. Ich liebe solche Artikel, schaue sie mir besonders in den Läden von Elbenwald liebend gern an, aber ich kaufe nicht alles. Ich kaufe viel, das gebe ich an dieser Stelle gern zu, jedoch ist jeder gekaufte Artikel von mir sorgfältig ausgewählt worden. Dies bedeutet, dass ich nicht alles kaufe. Ich kaufe nicht 10 verschieden Tassen oder 100 verschiedene Funko-Figuren usw.

Doch sollte man nicht darüber diskutieren, ob dies nun Geldverschwendung oder eine Geldmaschine sei. Es ist eben eine eigene Industrie und natürlich versuchen die großen Konzerne mit diesen Artikeln noch mehr Umsatz zu generieren, aber dahinter stecken auch Fans, die mit dem Kauf eines solchen Artikels etwas Glück zu sich nach Hause holen. Dabei ist es völlig egal, ob es aus dem Harry Potter Universum, von Game of Thrones oder dem Marvel Comics stammt.

Die Schmuckausgaben

Am 4. Oktober erscheint die Schmuckausgabe zu »Harry Potter und die Kammer des Schreckens« im Carlsen Verlag, und obwohl die meisten von uns bereits die Bücher zu Hause haben, werde viele auch diese Ausgabe wieder kaufen. Ist die Neuauflage in illustrierter Form auch nur eine neue Masche uns Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Ich kann nur wieder sagen, dass man diese Ausgabe ja nicht kaufen muss. Und ich möchte an dieser Stelle auch eine kleine Anekdote zu anderen Ausgaben erzählen. In der Zeit als »Der Hobbit 1-3« in den Kinos lief, gab es in den Buchhandlungen sämtliche Ausgaben zum Roman zu kaufen. Ich wollte mir in dieser Zeit nämlich dieses Buch kaufen und war am Ende völlig überfordert vom Angebot. Da gab es kleine handliche Taschenbuchausgaben, große Hardcover-Ausgaben, mit Ledereinband, mit Illustrationen, mit Filmcover usw. Mit den unterschiedlichen Preisen möchte ich da jetzt gar nicht erst anfangen.

Und ähnlich geschieht es jetzt eben bei Harry Potter. Da gibt es mittlerweile auch viele verschiedene Ausgaben und so mancher Fan möchte eben mehrere Versionen seines Lieblingsbuches im Regal stehen haben.

So besitze ich beispielsweise die deutschen Hardcover, einen englischen Taschenbuchschuber, und die Schmuckausgabe zu Band 1; und bald auch Band 2.

Ich möchte noch einmal zur Schmuckausgabe zurückkommen. Mittlerweile gibt es eine ganz neue Generation an Lesern, die Harry Potter auch auf eine neue Art kennenlernen können. Ich liebe die Illustrationen und vielleicht haben einige Potterheads da draußen auch schon Kinder und möchten die Bücher diesen vorlesen. Mit Bildern klappt das da um einiges besser. So schenkte ich meiner besten Freundin im letzten Jahr zu Weihnachten die Schmuckausgabe, weil sie zu dieser Zeit schwanger war und mittlerweile eine tolle Mama geworden ist.

[Update] Pottermore Presents…

Diesen Beitrag schrieb ich schon vor einigen Tagen, die Idee ist ein paar Wochen alt.

Seit dem 6. September sind drei kleine eBooks auf Pottermore mit zusätzlichen Informationen zur magischen Welt von J. K. Rowling. Noch am gleichen Tag kaufte ich mir die drei eBooks und habe das erste zu lesen begonnen. (Rezension folgt, wenn ich fertig bin!) Hier bin ich ehrlich, dass versucht wird, auch mit neuen kleinen Informationen Geld zu verdienen. Hier muss jeder Fan selbst entscheiden, wie wichtig einem die eBooks und die dahinter verborgenen Informationen sind. Deswegen wie schon mehrfach gesagt, wer es möchte, darf es kaufen, wen es nicht interessiert, muss es nicht kaufen und kann wieder einen Bogen drum herum gehen.

geldmaschine
Foto: privat

Fazit: Ist Harry Potter eine Geldmaschine?

Wenn man sich all die Sachen anschaut, die man mittlerweile erwerben kann, würde ich sagen: JA! Mit Harry Potter hat J. K. Rowling sehr viel Geld verdient und ich glaube, dass auch ihre Kinder, Enkel, Urenkel… sich niemals Sorgen ums Geld machen brauchen, wenn sie es schlau anstellen.

Und warum mir das alles nichts ausmacht und ich trotzdem immer wieder gern etwas von Harry Potter kaufe?

  1. Ich liebe Harry Potter.
  2. Mit jedem gekauften Harry Potter Artikel geht Geld an Mrs. Rowling und wie man sehr vielen Interviews von ihr entnehmen kann, spendet sie sehr viel ihres Geldes und so weiß ich, dass auch ich etwas Gutes damit mache. (Irgendwie muss man die ganzen Ausgaben ja auch vor sich selbst rechtfertigen!)
  3. Wer wissen möchte, wo ein Großteil des Geldes hingeht, dass Mrs. Rowling spendet, dann schaut auf der Internetseite ihrer Organisation »Lumos« vorbei. Die Organisation setzt sich dafür ein, dass Kinder, die in Heimen leben, zurück zu ihren Eltern kommen und dort ein gutes und gerechtes Leben erhalten.

So, der Beitrag ist jetzt ziemlich lang geworden und ich weiß, dass viele von euch vielleicht gar nicht bis zu diesem Punkt kommen. Alle, die es bis hierher geschafft haben:

Danke!

Eure Jule

 

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9 Gedanken zu “Harry Potter: eine Geldmaschine?

  1. Also ich habe ganz bis zum Ende gelesen ^^

    Ich finde das Skriptbuch zum Film auch überflüssig und zu den Ebooks konnte ich mich noch nicht durchringen. Aber auf Fantastic Beasts freue ich mich, alleine schon weil es in den 20ern spielt 🙂

    Liebe Grüße,
    Lena

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen Lena 🙂
      Vielen Dank, dass du bist zum Schluss durchgehalten hast. ^^
      Also die eBooks habe ich gestern beendet und fande sie gut. Man könnte sich jetzt drüber streiten, ob sie wirklich notwendig sind. Aber mich haben sie unterhalten und das ist beim Lesen ja das wichtigste Kriterium.
      Das Film-Skript-Buch ist so eine Sache. Ich werde es mir zulegen, keine Frage, aber auch nur, weil ich Gefallen an der Form gefunden habe. Aber ich könnte auch ohne es überleben, da bin ich auch ehrlich. 😀
      Liebe Grüße
      Jule

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  2. Was ich generell vom 8. Harry Potter halten soll, kann ich noch nicht sagen, da ich es noch nicht gelesen habe, aber ich finde es auf jeden Fall super, dass es noch als Buch erschienen ist. Wäre das nicht passiert, wäre die Entrüstung definitiv groß gewesen, weil so vielen Millionen Leuten die Geschichte vorenthalten worden wäre. Im Endeffekt wäre es vermutlich sowieso irgendwo im Internet gelandet und wieso dann nicht ganz offiziell verkaufen?
    Natürlich geht es dabei auch um Geld, denn so ganz selbstlos läuft ja leider auch in der Buchbranche wenig.
    Die Pottermore Geschichten würde ich mal zum reinen Profit zählen. Was ich bisher darüber gehört habe ist, dass man darauf gut verzichten könnte und sie nicht viele neue Informationen enthalten. Natürlich ist niemand gezwungen, sie zu kaufen, aber die meisten Fans werden sicher nicht das Gefühl haben wollen, etwas zu verpassen und jedes bisschen aus der Feder der Autorin aufsaugen wollen, auch wenn sie nachher enttäuscht werden.
    Ich selbst finde Harry Potter klasse, gehöre aber nicht zu den absoluten Fans, die unbedingt alles haben müssen, was es gibt. So finde ich die Schmuckausgaben überflüssig und die Kurzgeschichten werde ich mir ebenfalls nicht zulegen, aber das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

    Liebe Grüße,
    Jacqueline

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    1. Hallöchen Jacqueline,
      natürlich läuft auch in der Buchbranche nichts ohne den Hintergedanken, damit Geld zu verdienen. Aber Miete und Rechnungen bezahlen sich ja auch nicht von Luft und Liebe. Und in der Potter-Industrie verdient beispielsweise ja nicht nur JKR, sondern da gibt es noch viele mehr, die dadurch vermutlich einen Job bekommen haben.
      Bei den eBooks unterstütze ich deine Meinung, auch wenn ich sie trotzdem gelesen habe und mich dabei sehr gut unterhalten fühlte. Wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, dass ich mich immer wohl und zu Hause fühle, wenn ich etwas über Hogwarts und dessen Bewohner lese.
      Ich liebe die Schmuckausgaben, verstehe aber auch die, denen die ganz klassischen Bücher reichen. Wie du schon geschrieben hast und ich auch in meinem Beitrag erwähnte, muss das stets jeder für sich selbst entscheiden.
      Und ich vertrete die Meinung, dass es bei weitem schlimmeres gibt, für das man sein Geld ausgeben kann. 😀
      Liebe Grüße
      Jule

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  3. Hallö,
    Erstmal muss ich sagen, wirklich ein toller Beitrag, dem ich in vielerlei Hinsicht zustimmen kann.
    Ich finde, dass Harry Potter noch keine Cash Cow ist, oder zumindest nicht mehr als andere Franchises. Wie du sagst, man muss sich das Zeug ja nicht kaufen. Mich stört es nicht im geringsten, dass „Teil 8“ ein Theaterstück/Script ist, denn damit hat sich für uns Potterheads eine neue Dimension eröffnet. Zudem finde ich es lächerlich, wie sehr sich manche darüber echauffieren und sich sogar weigern, the cursed child als offiziellen Canon anzuerkennen. Ich habe das Script verschlungen und es als Bereicherung empfunden.
    Wie gesagt, noch ist HP für mich keine Cash Cow und ich hoffe, dass das so bleibt.

    Liebe Grüße
    Smarty

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