Palace Theatre – Harry Potters Magie auf der Bühne

Als ich vor einem Jahr – am 28.10.2015 – meine Tickets für »Harry Potter and the Cursed Child« kaufte, wusste ich nicht, was mich erwarten sollte. Nicht die kleinste Vorstellung hatte ich von der Handlung. Nicht einmal eine Idee. Nur eines stand fest: ich würde Harry und seine Freunde wieder auf einem Abenteuer begleiten. Das war das einzige, das für mich zählte.

Ende Juli 2016 folgte schließlich das Skriptbuch, das unter Jubelrufen im Februar angekündigt worden war. Wenige Tage vor dem Erscheinungstermin bekam ich Panik. Das erste Mal. Was, wenn die Handlung mich enttäuschen würde? Ich die Charaktere 19 Jahre später nicht wiedererkennen würde? Immerhin hatte ich für viel Geld 2×2 Tickets für meinen Freund und mich gekauft und auch schon die Reise nach London gebucht. Die spoilerfreie Rezension zum Buch könnt ihr »Hier« gern noch einmal nachlesen. Die erste Panik war also komplett unbegründet.

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Foto: privat

Kurzinfos zum Stück:

Autoren: J. K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany

Regie: John Tiffany

Darsteller: Jamie Parker, Paul Thornley, Noma Dumezweni, Anthony Boyle, Sam Clemmett, Alex Price, etc.

Länge: 2x ca. 3 Stunden mit jeweils 15 min Pause dazwischen

***

SPOILERFREI!

Keine Sorge! Im folgenden Text werdet ihr keine Spoiler finden. Ich werde nicht verraten, wie irgendetwas auf der Bühne dargestellt wurde. Stattdessen möchte ich euch von diesem emotionalen Tag erzählen, meinem Freund danken und versuchen meine Begeisterung in Worte zu fassen.

Am 19.10.2016 war es also soweit. Den ganzen Tag war ich schon unglaublich aufgeregt und wollte eigentlich schon am frühen Morgen zum Theater. Schließlich fanden wir uns 12:50 Uhr am Theater ein. 14 Uhr sollte es losgehen – es passte also alles. Doch zu dieser Zeit reichte die Einlassschlange bereits zu 2/3 um das gesamte Gebäude herum. Ich bekam etwas Angst, denn schließlich mussten allen noch zur Taschenkontrolle, möglicherweise aufs Klo und ihren Platz einnehmen. In meiner Vorstellung würde die Zeit niemals ausreichen. Meine Sorgen waren jedoch völlig unbegründet. Der Einlass funktionierte schnell, reibungslos und innerhalb von 10 Minuten waren sogar wir im Theater.

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Foto: privat

Das Palace Theatre selbst ist ein Traum. Sowohl von außen als auch von innen. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte, welche Details ich zuerst für die Ewigkeit speichern sollte. Mein Freund war hier sehr geduldig mit mir. Erst die Eskalation am Merchandise Stand, die er über sich ergehen lassen musste, dann alles festhalten und tragen, damit ich gefühlt 20mal aufs Klo rennen konnte.

Bevor ich es vor lauter Aufregung vergesse: alle Mitarbeiter – Berkäufer, Einlasskontrollen, Platzzuweiser, usw. – sind herzallerliebste Menschen gewesen, die ihre eigene Begeisterung jeden spüren ließen. Es war wunderbar. ❤

Die letzten Minuten bevor das Stück begann, war ich komplett unruhig und hibbelig. Ich starrte auf die noch dunkle Bühne. Und plötzlich geht das Licht im Publikum aus und die Bühne erstrahlt und dann…

Whaooooooooo…

Ich saß jede Minute aufrecht auf meinem Sitz, ließ meinen Blick auf der Bühne hin und her gleiten und wollte nichts verpassen, egal in welchem Winkel auch etwas passierte.

Nach Part 1 verließen wir zunächst das Theater. Wir wollten etwas essen gehen und verarbeiten, was wir da gerade erlebt haben. In dieser Zeit wollte ich auch Sarah eine Nachricht schreiben, doch in Worte zu fassen, was da gerade passiert war, ging nicht. Es geht auch jetzt sehr schwer. Das ganze Stück ist einfach so magisch, emotional und unbeschreiblich. Part 2 ließ mich auch kaum zur Ruhe kommen. Schließlich wusste ich dank des Skriptbuches, dass meine Lieblingsmomente noch folgen würden und ich saß wieder aufrecht und hibbelig auf meinem Sitz.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass einfach alles stimmt in diesem Stück. Es ist gigantisch und magisch. Und je länger man versucht die richtigen Worte zu finden, desto mehr entschwinden sie. Auch mein Freund meinte im Anschluss – er kannte das Skript nichts, kannte nur ein paar Artikel aus dem Internet, in denen die Handlung angeteasert wurde –, dass die Darsteller einfach nur perfekt gecastet wurden für ihre jeweiligen Rollen. Dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Und ich greife an dieser Stelle noch einmal diese vollkommen schwachsinnige Diskussion über die »schwarze« Hermine auf. Noma Dumezweni spielt Hermine unglaublich. Ihre Hautfarbe ist dabei völlig nebensächlich. Sie nimmt die Rolle an und spielt eine glaubwürdige und wunderbare Hermine.

Das Bühnenbild fand ich einfach magisch, die Umsetzung vieler Details war atemberaubend. Gerade beim Lesen habe ich mich oft gefragt, wie sie dieses oder jenes auf der Bühne umsetzen wollen. Man kennt die Filme, weiß was alles mit der richtigen Kameraeinstellung und ein paar computergenerierten Special Effects möglich ist. Aber auf der Bühne muss es sofort passieren, da ist keine Nachbearbeitung möglich und es gibt auch keine zweite Chance. Noch immer versuche ich für einige Momente auf der Bühne eine Erklärung zu finden, aber diese werde ich wohl nur mit dem Wort »Magie« bekommen.

Schaue ich Filme, dann ist die Musik für mich ebenso wichtig wie die Handlung oder die Schauspieler. Deswegen war ich so neugierig auf die Musik, denn dazu war im Vorfeld ja nirgendwo auch nur ein Hinweis zu finden. Und mit Harry Potter verbindet man schließlich auch die Filmmusik, die uns zehn Jahre durch acht Filme begleitete. Die Kompositionen, die während »Harry Potter and the Cursed Child« zum Einsatz kamen, waren hervorragend und passten zu jedem Moment auf der Bühne und fingen die Atmosphäre perfekt ein.

Fazit:

Am Ende steht für mich fest, dass ich das Skriptbuch noch viele Male lesen werde. Nach dem Theaterstück jedoch mit ganz anderen Augen. Viele Szenen kommen im gedruckten Wort gar nicht so gigantisch rüber, wie sie auf der Bühne wirkten. Und von einigen Szenen versteht man die Bedeutung leider erst in ihrem ganzen Ausmaß, wenn man es auf der Bühne gesehen hat.

Wenn der letzte Vorhang fällt, die Menschen aufspringen und den Darstellern den verdienten Applaus zollen, dann möchte man jede Sekunde in die Länge ziehen und auf gar keinen Fall das Theater verlassen. In meinem Fall musste auch erst einmal schnell das Make Up wieder hergestellt werden, denn ich sah schon etwas verheult aus. Emotional erwischt es mich ab einem bestimmten Punkt immer.

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Foto: privat

Stage Door:

Für das Bild dürft ihr mich hassen, beneiden und ich werde euch komplettes Verständnis entgegenbringen. Ich bin auf jeden Fall meinem Freund unendlich dankbar, dass er nach all meinen Potterattacken auch noch dieses Ereignis über sich ergehen ließ. 😉

Die Darsteller waren alle unglaublich lieb und freundlich und nahmen sich für jeden von uns wartenden Fans Zeit für ein Foto, ein Autogramm oder sogar ein kurzes Gespräch. Sam Clemmett (Albus) war zum Beispiel gerade dabei in meinem Buch zu unterschreiben, als er von der Security weggerufen wurde. Er entschuldigte sich 100mal, verschwand kurz und kam dann zu mir zurück und fragte, ob alles ok sei. Kontrollierte noch einmal sein Autogramm bei mir und ging dann erst weiter. (Ehrlich?! Ich hätte ihn am liebsten sofort adoptiert und mitgenommen. XD) Gerade mit den Darstellern, die mich um mehr als einen Kopf überragten – was bei 1,57m nicht gerade schwer ist – kam immer ein Witz über meine Größe. Alex Price ging schon für das Foto sehr weit in die Knie und war trotzdem noch so viel größer als ich.

»You’re a proper Weasley!« – Paul Thornley

Paul Thornley trat als erstes aus der Stage Door und sagte schließlich diesen Satz zu mir. Danke! Ein besseres Kompliment gibt es einfach nicht. Er ist übrigens auch damit einverstanden, dass ein Weasley in Hufflepuff landen kann. 😀

Wie ihr vielleicht merkt, bin ich immer noch völlig hin und weg von diesem Erlebnis, weswegen ich jetzt ruhig bin und nur noch ein paar Bilder sprechen lasse:

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Foto: privat

Eure Jule

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3 Gedanken zu “Palace Theatre – Harry Potters Magie auf der Bühne

    1. Hallöchen Yvonne 🙂
      Danke und ja, es war einfach unglaublich und ich kann es auch jetzt noch nicht ganz in Worte fassen. Ich wünsche mir mittlerweile für jeden wenigstens eine DVD-Aufzeichnung!
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt mir

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