[Kaffeeklatsch] Diskussionen zu SuB, Leseverhalten und… meine Meinung

leseliste-lblesesommer
Foto: privat

In den letzten Tagen, Wochen und auch schon Monaten tauchen immer wieder Beiträge auf, in denen Blogger über ihren SuB, ihr Leseverhalten oder ihr Kaufverhalten philosophieren. Ich lese diese Beiträge sehr gern. In manchen Fällen bin ich mit dem Verfasser einer Meinung, manchmal kann ich nur den Kopf schütteln. Doch niemals könnte ich einem anderen Blogger direkt sagen, was er zu tun und zu lassen hat und manchmal passiert das in den Kommentaren. Die Verfasser der Beiträge werden angegriffen, weil man selbst doch viel weniger konsumiert und das doch besser sei oder man lese mehr oder weniger und könne nicht verstehen wie jemand genau das Gegenteil schafft.

Aber geht es nicht gerade darum? Wir sind alle verschieden, legen unsere Schwerpunkte anders und haben einen unterschiedlichen Geschmack. Wir Buchblogger kritisieren doch auch keine Rezensionen von Krimis, wenn wir diese sonst nicht lesen, oder? Ist dies nicht bei Beiträgen zum SuB, dem Leseverhalten und dem Kaufverhalten genauso?

Ich möchte euch meine Meinung zu den einzelnen Themen gern schildern und ihr könnt meiner Meinung sein oder eine andere vertreten – das ist gänzlich euch überlassen.

Der SuB

Zu vielen Diskussionen haben diese 3 Buchstaben eigentlich schon geführt? Ich denke unzählige und genauso viele werden noch folgen.

Es gibt da draußen Blogger, die sind stolz auf ihren SuB und seine Höhe. Sie sind stolz jedem erzählen zu können, dass ihr SuB diese oder jene schwindelerregende Höhe erreicht hat. Bei einen bedeutet das irgendeine Zahl zwischen 200-1000 bei anderen sind es bereits 30 Bücher, die zu viel sind. Und dann gibt es natürlich die Blogger, die gar keinen SuB besitzen. Ja, die gibt es wirklich.

Man kann diese Blogger auch noch in andere Kategorien teilen. Da gibt es die, die ihren SuB genau im Blick haben, Listen über Listen führen und genau dokumentieren, was wie und wo ungelesen herumsteht. Oder auch die, die wissen, dass es da jede Menge ungelesene Bücher gibt, aber keine Ahnung haben, ob es 200 oder 300 oder sogar noch mehr sind.

Aber ist das nicht letztlich egal? Ich habe auch jede Menge ungelesene Bücher. Für die muss ich mich vor niemandem rechtfertigen. Ich weiß, dass sie da sind und sie auf den richtigen Moment warten von mir gelesen zu werden. Ich gehöre auch zu den Bloggern, die ganz spontan die genaue Anzahl nicht sagen kann. In diesem Punkt kann ich jedoch schummeln. Ich besitze eine einfache, kleine Bibliotheksapp, in der ich vor einer Weile alle Bücher eingetragen haben, die in meinem Regal stehen. Für euch schaue ich jetzt tatsächlich nach und es sind 91 Bücher + 6 Bücher, die ich gerade mehr oder weniger parallel lese. Die Welt würde für mich jedoch nicht untergehen, wenn ich diese Zahl nicht wüsste. 😀

Das Leseverhalten

Hier kommt ein Punkt, bei dem ich mich vor meinem Laptop so oft aufrege, weil wir Buchblogger uns untereinander so einen Druck machen. Vor knapp einem Jahr habe ich deswegen gesagt, dass es auf meinem Blog niemals Monatsstatistiken geben wird.

Immer zum Monatsende tauchen sie auf; die Monatsrückblicke. Es ist wirklich interessant, was jeder einzelne von euch so liest, denn ein paar Schmuckstücke sind da schon immer zu finden. Aber ich verstehe nicht, wie man als Blogger in einem Monat 10 Bücher + 3 Hörbücher + 4 eBooks lesen/hören kann und in diesem Rückblick gleichzeitig jammert, dass man so wenig Zeit zum Lesen hatte.

Jeder von uns liest unterschiedlich schnell und viel und hat auch durch Uni, Job oder Schule anders Zeit zum Lesen. Aber bei diesen Rückblicken habe ich persönlich immer das Gefühl, dass wir in einen Wettstreit treten und zeigen wollen, wie viel wir schaffen und wie schlecht unser Monat war, wenn es mal weniger ist. Ist das das Ziel beim Lesen? Die Menge?

Ich fühle mich wohler, wenn ich jedem Buch seine Zeit einräume. Ich kann kein Buch innerhalb eines Tages lesen, weil ich Angst habe, dass ich ihm nicht die Zeit gebe, die es verdient. Immerhin hat jeder Autor auch Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre für dieses Werk gebraucht und ich lese es innerhalb weniger Stunden. Ist das richtig?

Aber auch hier muss jeder selber wissen, wie viel Zeit er jedem Buch schenkt und wie intensiv er auch nach der Lektüre noch an dieses Buch denkt. Ja ja, ich weiß, es gibt Bücher, die lesen sich schneller weg als andere. Es gibt die schwere Kost und seichte Lektüre. Da mache ich natürlich auch unterschiede. Aber ihr versteht hoffentlich worauf ich hinauswill. Jemand der 100-150 Bücher im Jahr liest kann sich doch nicht ernsthaft intensiv mit jedem einzelnen beschäftigen, oder? Sind hier Leser, die soviel lesen, ihr dürft gern kommentieren und mich korrigieren.

Bei diesen Viellesern stört mich noch etwas anderes und das betrifft eigentlich auch nur sehr wenige. Es sind Kurzrezensionen. Klar, wenn man im Monat 10-20 Bücher liest, Job und Privatleben auch noch Zeit fressen, bleibt irgendwann nicht mehr die Zeit zu jedem Buch eine ausführliche Rezension zu schreiben. Das wäre ja gar nicht so schlimm; schreibt man eben nur noch zu ausgewählten Büchern Rezensionen. Aber bitte was sollen diese Kurzrezensionen? Das einzige, was man denen entnehmen kann, kann ich auch der Verlagsseite entnehmen und dafür sind Blogs doch nicht da, oder? Seitenzahlen, Preis usw. kann ich der Verlagsseite ebenso gut entnehmen wie den Klappentext. Natürlich schreibe auch ich das in meinen Rezensionen. Aber kommt der wichtigste Teil nicht danach? Die eigene Meinung zum Buch, die mich als Leser schließlich überzeugen soll, das Buch zu kaufen? Und dieses persönliche Gefühl zu jedem Buch fehlt mir dann in diesen Kurzrezensionen. Und da bin ich der Meinung, dass man das auch einfach lassen kann.

Die Book-Hauls

Zunächst: ich hasse diese Bezeichnung. Ich finde diese Bezeichnung einfach nur schrecklich und meistens auch die Videos dazu auf youtube, obwohl ich sie irgendwie auch gern schaue. Meist stört mich, dass einfach nur das Buch hochgehalten wird, dann wir gesagt, dass das Cover toll ist, es gerade jeder liest oder man den Autor kennt oder irgendetwas anderes oberflächliches. Sonst erfährt man nicht viel über das Buch und darum soll es doch eigentlich gehen. Was hat das ganze begonnen, dass wir jedem mitteilen müssen, dass wir gerade 10 Bücher gekauft haben? Ist das nicht eigentlich egal? Ich finde es schöner, wenn ich dann glückliche Beiträge sehe, wie jemand ein Buch zeigt und schreibt, was sich alles durch diese Lektüre geändert hat. Und sei es nur die Sichtweise auf ein bisher kompliziertes Thema oder einfach nur auf das Leben selbst.

Das Kaufverhalten

Von den Book-Hauls kommen wir ja automatisch auch zum Kaufverhalten. Darüber hat Sarah von büchermops neulich einen recht kritischen Beitrag verfasst, den ihr hier nachlesen könnt. Ich bin in vielen Punkten mit ihr einer Meinung, in anderen wiederrum nicht. Mehr möchte ich zu diesem Beitrag zunächst nicht sagen, außer, dass er mir gefallen hat.

Diesmal möchte ich zuerst erklären, wie ich Bücher kaufe. Ich notiere mir meist ein paar Neuerscheinungen im Kalender. Meist sind das Bände von Reihen, die ich gern lese oder Bücher von Autoren, die ich mag. Manchmal finden sich da auch Neuentdeckungen dank Verlagsvorschauen, die mich so in ihren Bann gezogen haben, dass ich sie mir kaufen möchte.

Zu den Spontankäufern zähle ich nicht, weil ich meine Bücher genau plane. Ich weiß, welche Bücher ich mir wünsche und welche ich mir deshalb kaufen möchte. Was man jedoch spontan nennen kann, ist, wenn ich zwar plane in den nächsten 1-2 Wochen ein bestimmtes Buch zu kaufen und es dann vor diesem Zeitraum in den Händen halte und meine, es gleich mitnehmen zu müssen.

Viel erschreckender finde ich Beiträge, meist auf Twitter zu finden, in denen Blogger schreiben, dass sie in der Buchhandlung nur schauen wollten oder ein bestimmtes Buch wollten und schließlich mit 5-10 anderen Werken nach Hause gehen. Verständlich wäre das für mich, wenn es 1-2 mal im Jahr passieren würde, aber bei einigen passiert dies 1-2 mal im Monat. Ich kann mich nur wiederholen, dass ich diese Personen nicht verurteilen darf und kann. Es ist in allererster Linie ihr eigenes Geld und ihr Platz in der Wohnung, was weniger wird. Die Käufer müssen selbst entscheiden, wann diese Bücher gelesen werden sollen.

Ich finde nur die Vorbildfunktion in diesem Fall sehr verwerflich. Wenn wir diesen übermäßigen Konsum so offen zelebrieren, zeigen wir, dass es gut ist, so viel zu kaufen. Meist haben diese Bilder auf Instagram oder Videos auf youtube unzählige Likes und Klicks, auch junge Menschen gehören dazu. Wollen wir ihnen das Vorleben? Immerhin wird bei diesen Mengen von Büchern auch nicht gerade wenig Geld umgesetzt. Rechnen kann da jeder selber, denn die Buchpreise sind fest.

***

Wie schon gesagt, soll das hier nur ein kurzer Überblick zu Themen sein, die ständig unter den Bloggern diskutiert werden und ich wollte wenigstens mal kurz meine Meinung kundtun.

Ich bin auf Kritik, Lob und eure Meinung gespannt.

Eure Jule

Advertisements

11 Gedanken zu “[Kaffeeklatsch] Diskussionen zu SuB, Leseverhalten und… meine Meinung

  1. Sehr schöner, ausgewogener Artikel über diese Themen. Ich kann all den Hauls und Statistiken auch nichts abgewinnen. Nichts davon sagt etwas über die jeweiligen Bücher aus oder über die Beziehung des Lesers zu diesem Buch. Natürlich darf sowas auch dabei sein, aber nicht selten treffe ich auf Blogs, die nur aus Statistiken, Buchkäufen, Coverschwärmereien und Copy-Paste der Verlagsvorschauen bestehen… Wer sich nur darauf begrenzen will, hat mit einem Blog das falsche Medium gewählt und sollte lieber bei Instagram, Pinterest und ähnlichen Plattformen bleiben.

    Und überhaupt: Was zählt ist doch nicht die Quantität, sondern die Qualität (sprich das Leseerlebnis). Freunden, Kindern oder gar späteren Enkelkindern schwärmt man doch gern von tollen Büchern vor – aber bestimmt nicht, dass man mit 20 Jahren einen SUB von 300 besaß oder monatlich 20 Bücher las. 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Kathrin,
      dein letzter Absatz gefällt mir unglaublich gut, denn der trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn ich mit Personen über Bücher spreche, dann nicht darüber, dass ich im letzten Monat so und so viele Bücher gelesen oder gekauft habe. Ich spreche über die Gefühle, die ich beim Lesen empfunden habe, über den Inhalt des Buches und die Abenteuer, die ich mit den Protagonisten erlebt habe.
      Manchmal schaue ich mir auch Statistiken an und frage mich, wie all die Blogger das schaffen. Viele gehen Arbeiten oder zur Schule, sind zusätzlich intensiv auf Twitter und Instagram unterwegs und schaffen dann noch 20 Bücher? oO Da stelle ich mir dann immer die Frage, wann sie schlafen, essen, einkaufen gehen, Haushalt erledigen oder Freunde treffen. XD
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt mir

  2. Hi, ich kann einfach nicht anders, als zu jedem dieser Beiträge einen Kommentar dazulassen, weil ich die Diskussion viel zu interessant finde 😀
    Was du zum Thema „ich habe so wenig gelesen“ sagst, kann ich so nicht unterschreiben. Auch von mir kommt dieser Satz häufiger, allerdings nicht weil ich unbedingt mehr lesen will als alle anderen, sondern einfach weil ich so viele Bücher lesen möchte und es mich stört, dass das nicht alles auf einmal geht 😀 Da mecker schon mal ein bisschen über mein first world problem, das Buch nicht noch diesen Monat gelesen zu haben; was aber nichts mit der Statistik zu tun hat, sondern einfach damit, dass ich mich darauf freue und es einfach lesen WILL.

    Du sprichst am Anfang an, dass die eigenen Verhaltensweisen oft nicht akzeptiert werden und jeder seine für die bessere hält, aber was du darüber sagst, wenn Leute über 100 Bücher im Jahr lesen, klingt für mich auch nicht ganz neutral. Ob ich nun 2 oder 8 Bücher in einem Monat lese, beeinflusst überhaupt nicht, wie sehr ich mich damit auseinandersetze. Wenn mich ein Buch nach dem Lesen noch beschäftigt, dann ist es ja nicht so, als würde das Nachdenken darüber von meiner sonstigen Lesezeit abgehen oder so und ich könnte erst ein neues Buch anfangen, wenn ich damit abgeschlossen habe. Außerdem ist das mit der Lesezeit nicht schlüssig, weil ich für das reine Lesen doch die gleiche Zeit brauche, egal ob das jetzt an einem Nachmittag passiert oder über einen Monat verteilt. Wobei ich da noch sagen würde, dass ich mich mehr auf ein Buch einlasse, wenn ich es mehr oder weniger am Stück lese, als wenn ich immer nur ein paar Seiten lese und dann wieder aus der Geschichte geworfen werde. Nur weil man es innerhalb eines kürzeren Zeitraums liest, heißt das ja nicht, dass man sich dafür weniger Zeit nimmt und die Seiten nur noch überfliegt. Und ich gehöre zwar nicht dazu, aber es gibt auch durchaus Leute, die 100 Seiten in der Stunde lesen können und danach trotzdem genau wissen, was sie da gelesen haben und ich finde nicht, dass schnelles lesen irgendwie minderwertiger ist als langsames.

    Bei Kurzrezensionen kommt es immer sehr darauf an, wie sie umgesetzt werden. Wenn darin wirklich nur der Inhalt zusammengefasst wird, sind sie ohne Frage ziemlich überflüssig. Ich habe aber auch schon welche gelesen, die wirklich gut das gleiche wiedergeben wie eine normale Rezension, nur weniger detailliert. Da gibt es dann zum Beispiel nicht so ausführliche Beschreibungen der Charaktere, des Settings oder ähnlichem, aber die grundlegenden Punkte sind trotzdem enthalten, nur kürzer gefasst. Sowas finde ich durchaus sinnvoll, weil ich auch die Erfahrung gemacht habe, dass sehr viele gar nicht die Geduld haben, eine komplette Rezension zu lesen oder einfach nicht zu viel vorweg genommen haben wollen, bevor sie ein Buch lesen. Für solche Fälle sind gute Kurzrezensionen zum Beispiel perfekt.

    Damit ich dir nicht die ganze Zeit nur widerspreche (sorry!) kann ich wenigstens sagen, dass ich bei book hauls zustimme. Ich schaue sie mir zugegebenermaßen auch gerne an, aber wenn man nicht mehr Informationen als „schaut wie schön das Cover ist!“ bekommt, sind sie überflüssig. Schlimm finde ich auch „Ich weiß gar nicht worum es geht, aber man sieht es gerade überall“. Ich meine… was will mir die Person damit jetzt sagen? Welchen Zweck hat diese Info für mich? Keinen. Neuzugängeposts schaue ich mir auch nur dann genauer an, wenn darin Bücher gezeigt werden, die ich noch nicht kenne und die gerade etwas abseits des Mainstreams sind. So kann man schon neues entdecken, bevor der Blogger wirklich zum Lesen gekommen ist (was wie wir wissen ja ewig dauern kann). Generell finde ich es aber auch besser, direkt die Meinung zum Buch zu hören, als nur von dessen Existenz zu erfahren. Ich muss aber auch zugeben, dass ich selbst auch Neuzugänge zeige, einfach weil ich weiß, dass sie gerne gelesen werden.

    Was das Kaufverhalten angeht schließe ich mich auch an. Ich finde es auch immer völlig unverständlich, wenn jemand spontan 5 Bücher in der Buchhandlung kauft, noch dazu welche, die er vorher gar nicht haben wollte. Wenn ich mir überlege, dass das 50-100 Euro sind, die einfach vollkommen unüberlegt ausgegeben wurden… Klar ist das deren Sache, aber ich könnte das einfach nicht. Ich überlege immer genau, was ich wofür ausgebe und mehr als 1-2 Bücher würde ich schon allein deshalb nicht regelmäßig auf einmal kaufen, weil ich dann an der Kasse den Betrag sehe und direkt daran denke, was ich mir damit alles stattdessen hätte kaufen können (*hust* Konzertkarten *hust*).
    Die Vorbildfunktion finde ich dabei auch wichtig. So wird anderen Bloggern, aber auch normalen Lesern, quasi vorgelebt, dass es normal ist, Unmengen an Büchern zu horten und dass man den anderen hinterher ist, wenn man das nicht tut und nicht jedes aktuelle Buch im Regal stehen hat. Das habe ich auch festgestellt, als ich angefangen habe, zu Bloggen. Vorher wäre mir nie die Idee gekommen, mehr als 5 ungelesene Bücher im Regal stehen zu haben und plötzlich musste man alles haben, damit man mitreden und am besten als Erste von Neuerscheinungen berichten kann.
    Da das aktuell ja ein großes Thema ist, hoffe ich, dass sich die Einstellung dazu irgendwie ändert und niemandem mehr das Gefühl gegeben wird, möglichst viele Bücher kaufen zu müssen um „beliebt“ zu sein und seine Leser und Follower unterhalten zu können. Auch hier natürlich wieder der Disclaimer, dass das nicht für diejenigen gilt, die sich damit wohlfühlen und das allein für sich machen, sondern eher auf die bezogen ist, bei denen das auf den Einfluss von anderen zurückzuführen ist oder die immer sagen „ich wollte ja eigentlich nichts kaufen“ und es aus unerfindlichen Gründen dann doch tun.

    Puh, sorry für den viel zu langen Kommentar, das war so definitiv nicht geplant.
    Ganz liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Jacquy,
      puh, da hast du mir einen ganz schön langen Kommentar hingeworfen. 😀 Ich versuche darauf zu antworten und jeden Aspekt aufzugreifen. Sollte ich was vergessen, ist es wohl untergegangen.
      Dein Argument zum Thema „Ich habe zu wenig gelesen“ finde ich interessant und dem kann ich sogar zustimmen. Ich kenne das auch. Ich lese gerade 3 Bücher mehr oder weniger parallel und plane schon, was ich gern danach lesen würde. Und ich glaube, das ist auch gut so, dass wir so hungrig nach Büchern sind. Ich finde es nur nicht richtig, es so publik zu gestalten und da ständig zu jammern. Kann man nicht glücklich zurückblicken, welche Abenteuer man mit Buchhelden erlebt hat?
      Ich akzeptiere alle Verhaltensweisen beim Lesen, was jedoch nicht gleichgesetzt werden sollte mit dem Verstehen. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass man noch ausgiebig über die gelesenen Bücher sprechen kann, wenn man so viel hintereinander konsumiert. So schrieb ich beispielsweise mal eine Bloggerin an, die im Jahr weit mehr als 100 Bücher liest. Sie hatte 2 Monate vor mir ein Buch gelesen und ich wollte sie nach ihrer Meinung fragen. Da wusste sie schon gar nicht mehr um was es darin ging. Das finde ich traurig. Sie meinte nur, dass Bücher für sie kurzlebig sind. Sie liest es und vergisst es dann wieder. Dieser Umstand hat mich so geschockt, dass ich darauf nicht antworten konnte. Aber es ist ihr Leseverhalten, das muss ich akzeptieren. Aber verstehen? Nein. Die Lesezeit hatte ich damals auch diskutiert. Mir wurde vorgeworfen, ich würde nicht richtig lesen und üben, weil ich keine 100-120 Seiten in der Stunde schaffe. Aber muss ich das? Natürlich bleibt die Lesezeit die gleiche, wird nur auf mehrere Tage verteilt, wenn ich das Buch nicht an einem Tag in einem Rutsch lese. Vielleicht habe ich mich da auch etwas falsch ausgedrückt. Ich habe nur bei manchen Bloggern das Gefühl, dass sie sich so im Lesen verlieren, dass sie nichts anderes mehr machen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man 20+ Bücher im Monat schaffen könnte.
      Bei Kurzrezensionen stimme ich dir zu. Vielleicht war ich da bisher auch einfach auf den falschen Blogs unterwegs, denn gute Kurzrezensionen habe ich noch nie gelesen. Treffe ich auf solche, sind es meist nur Buchinfos, Klappentext und eine Sternenzahl druntergeklatscht, wo ich mich dann frage, warum das Buch jetzt diese Sternenzahl verdient. Aber da werde ich mal die Augen offen halten, ob ich nicht auch mal gute Versionen dieser Art von Rezension finde.
      Und es ist auch nicht schlimm, dass du mir widersprichst. Dafür sind Diskussionen doch da. Und es passiert ja auf einer sachlichen Ebene, mit Argumenten und ohne Beschimpfungen. Da finde ich Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten sogar hochinteressant.
      Oh ja, die Book Hauls. Gerade wenn ich höre „Ich habe das gekauft, weil es gerade jeder hat und ich hab eigentlich keine Ahnung um was es da geht.“ Hallo??? Das ist ein Hardcover! Du hast gerade 25€ ausgegeben für etwas, das du nicht mal kennst und weißt, ob du es überhaupt willst. Ich verstehe dieses Verhalten nicht. Aber wer damit glücklich ist, der darf gern Bücher kaufen, auch wenn er davon keine Ahnung hat. 😀
      Ich habe letztens auch 6 Bücher auf einmal gekauft und am Ende den Betrag gesehen und weinte gemeinsam mit meinem Konto. Doch hier waren Weihnachtsgeschenke dabei, sodass es am Ende gar nicht so schlimm war. Aber solche Ausgaben jeden Monat ungeplant? Ähm… nein.
      Jetzt ist meine Antwort auch etwas länger geworden. 😀
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt mir

  3. Halli Hallo & einen schönen Abend 🙂 Auch ich finde, dass du hier einen wirklich tollen Beitrag mit uns geteilt hast! Und in dem „Statistik-Punkt“ kann ich dir nur zustimmen. Ich selbst habe mich schon ein paar Mal bei der Frage ertappt, ob ich “ zu wenig lese, um einen Bücher-Blog zu führen“. Dabei ist das ja völliger Quatsch. Natürlich hat jeder sein eigenes Lese-tempo und vielleicht verdient ja der ein oder andere damit auch sein Geld, aber ich selbst habe dazu weder die Zeit noch die Lust, Bücher in so einem Tempo in mich hinein zu quetschen. Aber, wie du schon sagtest, man darf darüber nicht urteilen, dass ist nur unsere persönliche Meinung.

    Beim Kaufverhalten bin ich geteilter Meinung. Ich selbst kaufe auch oft spontan Bücher ein, wenn auch nur maximal 3 & nicht jeden Monat, aber ich kaufe grundsätzlich keine Neuerscheinungen zu Preisen von 20€ , da Hardcover. Zudem besitze ich zwar eine “ Wunschliste“ aber manchmal entdeckt man eben ein Buch erst durch Zufall, und das ist ja auch normal und gut so.

    Grüße, Pia 🙂

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo Jule
    Toller Beitrag! Ich kann dir nur zustimmen und bin deiner Meinung.
    Bei Kurzrezensionen bin ich etwas kritisch. Nicht zu jedem Buch hat man gleich viel zu sagen als „gut“ oder „schlecht“. Ich habe einen Beitrag mit 4 Kurzrezensionen geplant, in dem ich nur kurz erläutere weshalb ich das Buch (nicht) mochte. So finde ich es ganz okay, aber wenn man nur den Klappentext zu lesen bekommt finde ich das auch ein wenig befremdlich.
    Viele Grüsse
    Julia

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Julia,
      ich glaube, diese Art von Kurzrezensionen ist auch vollkommen in Ordnung und manchmal kann man eben nicht so viel sagen. Wenn trotzdem eine Begründung zum Buch und dem (Nicht-)Gefallen drin ist, nimmt man ja einen Mehrwert mit. Und ich bin auf deinen Beitrag gespannt.
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt mir

  5. Toller Beirtrag, sowas les ich doch gern 🙂
    Ich schreibe auch Monatsrückblicke, zähle da aber lediglich auf, was ich gelesen habe und ob die Bücher gut waren, aber ich sag jetzt nicht „Der Monat war so sclecht/gut“. Ist ja egal wie viel ich lese, ich möchte nur eine kleine Statistik schreiben, in der man sieht, was ich gelesen habe. Sowas finde ich total ok, aber wenn ich lese „Omg ich hab diesen Monat nur 15 Bücher gelesen, das ist so schlecht“ denk ich mir auch meinen Teil. 15 ist doch total viel. Aber naja, kann man nicht ändern.

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo Jule,

    Toller Beitrag! Beim SuB kann ich dir zustimmen, darüber habe ich auch erst geschrieben

    Von Kurzrezensionen bin ich auch kein Fan, da kommt nur meist ein „Lies es“ oder halt nicht raus.
    Manchmal kaufe ich auch spontan ein,aber dann ist es ein Buch. Ich überlege 10 mal, ob ich ein Buch kaufe oder nicht.

    Das Leseverhalten anderer Blogger finde ich immer sehr spannend. Aber meist sitze ich da und denke „What?!“. Ich komme mir mit meinen 5 gelesen Büchern meist sehr schlecht vor. Aber ich lasse mich nicht unter Druck setzen, denn bei mir ist einfach nicht mehr drin.

    Es wäre schön, wenn man die Blogger einfach ihr Ding machen lässt. Aber es sollte doch keine andere Meinung aufgedrängt werden.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s