[100 Bücher] Selection: Der Erwählte (Kiera Cass)

Man mag es kaum glauben, aber ich habe es wirklich geschafft, diese Rezension fertig zu stellen. Sie gehörte bisher zu meinen Rezensionsleichen, denn bereits im Mai 2016 habe ich »Selection: Der Erwählte« gelesen.

Obwohl ich das Buch innerhalb eines Wochenendes gelesen habe, konnte ich mich bisher nicht dazu durchringen meine Meinung dazu in Worte zu fassen. Weiter unten werdet ihr dann auch erfahren, warum. Mich hat dieses Buch nämlich enttäuscht. Mehr dazu jedoch später. Zunächst möchte ich, wie immer bei Fortsetzungen, darauf hinweisen, dass ich stets versuche spoilerfreie Meinungen zu verfassen oder zumindest an entsprechender Stelle eine Warnung vorwegstelle.

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Foto: privat

Autorin: Kiera Cass // Titel: Selection: Der Erwählte // Original Titel: The One // Verlag: Fischer Verlag (25.05.2016) // 370 Seiten // ISBN: 978-3-733-500-962 // Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Buchreihe: 01 Selection // 02 Selection: Die Elite // 03 Selection: Der Erwählte

Inhalt:

Das Casting steht kurz vor seinem Ende und bald muss sich nicht nur Maxon für eines der Mädchen aus der Elite entscheiden, sondern auch America muss endlich eine Entscheidung treffen. America muss sich entscheiden, ob sie auf ihr Herz hört oder doch ihrer Sturheit den Vortritt lässt. Und neben all dem Gefühlschaos wird das Königreich im Inneren bedroht – die Rebellen sind noch immer aktiv und ziehen ihre Kreise immer enger um die Königsfamilie.

Meine Meinung:

Unglaublich spannend hatte der zweite Band für mich geendet. Kiera Cass hatte während des ersten Bandes den Fokus hauptsächlich auf die Mädchen, ihre Familien, ihre Zickereien untereinander und ihre Flirtversuche mit dem Prinzen beleuchtet. Im zweiten Band war sie glücklicherweise von dem zu kitschigen Handlungsstrang abgewichen, obwohl er immer noch vorhanden war, und hatte dem Königreich noch etwas Politik verliehen. Dieser politische Handlungsstrang mit den Rebellenangriffen und dem doch sehr herrschsüchtigen König gefiel mir sehr gut.

Und dann geriet America zwischen die Fronten. Einerseits ist da ihr Herz, das den Namen des Prinzen schreit und sich doch nicht zwischen ihm und ihrer Jugendliebe Aspen entscheiden kann. Darüber kann man sich streiten, ob man America nicht zwischendurch doch mal kräftig an den Schultern packen möchte und durchschütteln. Aber so ist der Charakter nun einmal gezeichnet.

Im dritten Band jedoch war ich – trotz der immer noch vorhandenen Spannung und Probleme, die sich meterhoch vor America und dem Königreich auftürmten – unglaublich genervt. Nach dem gefühlten 100. Ausbruch Americas gegenüber ihrem Traummann, rollt man nur noch mit den Augen, weil man das hin und her irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann. America bleibt sich zudem nicht selbst treu. Sie wünscht sich Ehrlichkeit und Vertrauen von ihren Liebsten, verschweigt aber selbst ihre Gefühle und man weiß selbst als Leser irgendwann gar nicht mehr was sie nun eigentlich möchte.

Mehrfach sprach ich die Spannung an. Die ist wirklich sehr gut konzipiert, Geheimnisse werden gesponnen, Hinweise auf die Rebellen gegeben, wer zu ihnen gehörte, wer der Verräter ist und als Leserin fieberte ich mit.

Und dann kamen die letzten 20-30 Seiten…

Wenn ich ein Buch lese, in dem die Spannung zum Greifen nahe ist und ich mir auf Grund der vielen Andeutungen und Spannungsbögen eine grandiose Auflösung aller Umstände erhoffe, behalte das Ende des Buches im Auge, habe immer im Blick wie viele Seiten noch vor mir liegen. Als ich merkte, dass immer weniger Seiten zwischen den Fingern meiner rechten Hand sind und der hintere Buchdeckel immer näher kam, begann ich zu zweifeln. Wie wollte Kiera Cass denn all die Andeutungen auflösen, wenn ihr nur noch 30 Seiten bleiben?

Tjaaaa… das Ende ist halt Mist und versaut worden. Sorry, dass ich es so knallhart formuliere, aber anders kann man das Ende leider nicht beschreiben. Die Autorin weicht Konflikten feige aus und wählt den einfachsten Weg. (Spoiler!) Statt die Charaktere ihren zwischenmenschlichen Konflikt austragen zu lassen, sterben einfach alle. Klar, kann man machen, wirkte für mich unglaubhaft, feige und sehr enttäuschend. (Spoiler Ende!)

Ich habe diese Reihe sehr gern gelesen. Habe mich unterhalten gefühlt. Im Moment warte ich auf die Taschenbuchausgaben von Teil 4 und 5, wo es um die Kinder von America geht; in stiller Hoffnung, dass Kiera Cass dort etwas mehr Mut beweist.

Fazit:

»Selection: Der Erwählte« ist ein spannender und unterhaltsamer Abschluss der Geschichte von America; die auf der Suche nach der Stimme ihres Herzens war. Über das Ende, das mich enttäuschte, muss jeder selbst urteilen können.

3-sterne-blau

Eure Jule

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2 Gedanken zu “[100 Bücher] Selection: Der Erwählte (Kiera Cass)

  1. Endlich mal wieder ein guter Verriss 😉 Aber im Ernst: Die Serie gehört zu jenen, die seit Ewigkeiten gehypted werden, zu denen ich aber später nur enttäuschte Rezensionen gelesen habe. Da ich die Reihe nicht lesen möchte, habe ich deinen Spoiler zum Ende gelesen und kann dein Urteil sehr gut nachvollziehen. Mir ging es bei den Tributen von Panem auch so – auch hier hatte es mir die Autorin für Katniss zu einfach gemacht, indem sie sie um eine Entscheidung zwischen den beiden Jungs/Männern beraubte (Ich fragte mich dann auch, wie man einerseits zeigen kann: „Frauen sind stark“ und die LeserInnen mit existenziellen Entscheidungen konfrontiert, aber bei „normalen“, recht einfachen Entscheidungen den Prozess der Entscheidungsfindung streicht und die Protagonistin bzw. die LeserInnen mit einer fremdbestimmten Situation abspeist.)

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