[Sonntagsleserin] Januar 2017

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Seit ein paar Monaten lese ich diese Beiträge von Phantásienreisen unglaublich gern. Sie setzt die Tradition fort, die 2014 von Bücherphilosophin Katarina unter dem Namen »Die Sonntagsleserin« ins Leben gerufen wurde. Sie regt zum Mit- und Nachmachen an und nun bin auch ich dabei. Jeden ersten Sonntag im Monat wirft man einen Blick zurück auf die Beiträge, und Neuentdeckungen, die im Vormonat besonders gefallen haben. Ich möchte dies noch ein wenig erweitern und von meinem Monat erzählen, was ich erlebte, las und entdeckte.

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Mein Monat Januar 2017

Wo ist denn bitte der Januar hin? So schnell ist lange kein Monat vergangen. Es ist so einiges passiert und an manchen Tagen wusste ich gar nicht, wo mir der Kopf steht. Jeden Tag schaue ich Nachrichten und hoffe, dass Donald Trump keine neue Scheiße veranstaltet. Und jeden Tag wird man enttäuscht. Was geht nur in dem Kopf dieses Mannes vor? Will er unbedingt einen Krieg? Wenn er nämlich so weiter macht, sehe ich persönlich schwarz.

Trotz all dieser negativen Schlagzeilen – oder gerade deswegen – habe ich mich viel hinter guten Büchern versteckt. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich meine Leidenschaft noch mehr nach außen bringen kann und schließlich den Diogenes Buchclub gegründet. Nach langen Arbeitstagen sind dieser schlichten weißen Bücher mit ihren ausdrucksstarken Covern ein guter Grund sich aufs Sofa oder ins Bett zu werfen und zwischen den Seiten zu verschwinden.

Interessante Beiträge zu Themen rund um das Thema Bücher

Zunächst hatte ich für diese Kategorie gar keine Beiträge, die ich hätte verlinken können. Ich überlegte lange und dann erinnerte ich mich an einige, die ich euch hier gern vorstellen möchte.

Sarah hat sich im Januar Gedanken über die Maßlosigkeit beim Kauf von Büchern gemacht. Und den Stress, der darauf resultiert, weil man diese gekauften Schätze ja irgendwann auch noch lesen möchte. Es geht darum, dass wir vergessen zu genießen und es hauptsächlich nur noch um die Menge geht, die Höhe der Bücherstapel und Challenges, an denen man teilnimmt und dies alles munter gepaart mit etwas Gejammer auf den Social Media Kanälen teilt.

Sehr unterhaltsam ging es auf Twitter in den letzten Wochen zu, als einige Buchblogger sich »Trinity« von Audrey Carlan annahmen. HIER wurden die besten Tweets noch einmal von Ascari zusammengefasst. Im Zusammenhang mit dieser unterhaltsamen Aktion inklusive einiger Zitate, frage ich mich, was mit der Literatur derzeit los ist. Erotikromane findet man derzeit überall, doch warum sind sie so schlecht? Schlecht im Sinne des Schreibstils, der Ausdrucksweise und vor allem der Charaktere? Und warum verkauft sich so etwas? Vor allem das darin geschilderte Frauenbild als kleines Mäuschen, das sich dem Mann unterwerfen muss und lediglich als Sexobjekt funktionieren soll. Einfach nur ekelhaft und ich frage mich, wie das in die aktuelle Zeit passen soll. Jeden Tag gehen irgendwo auf dieser Welt Frauen auf die Straße und kämpfen für Gleichberechtigung und gleichzeitig überschwemmen dieser Bücher den Markt.

Dass Bücher den Horizont erweitern können, bewies mir »Meerblick statt Frühschicht« (Rezension folgt!) von Carina Herrmann. Ein Buch, in dem die Autorin ihren Job als Kinderkrankenschwester auf der Onkologie kündigt und für ein Jahr nach Australien geht um herauszufinden, wer sie ist und was sie wirklich in ihrem Leben will. Denn eines weiß sie, an dem Job auf der Onkologie wird sie früher oder später zerbrechen. Über diese Zeit und darüber hinaus hat sie einen Blog geschrieben, auf dem ich in den letzten Tag sehr gern gestöbert habe: pink compass.

Der letzte Beitrag der Runde stammt von Anna, die sich in der Vergangenheit über die Unterschiede von Buchcovern ausließ und den Vergleich zwischen den oftmals schöneren englischen Covern und den misslungenen deutschen Versionen verglich. Im Januar erschien auf ihrem Blog ein Interview mit Anne Bender vom Carlsen Verlag, worin erklärt wird, wie überhaupt ein Buchcover entsteht. Ich gebe zu, ich schaue mir auch sehr gern Buchcover an und genieße den Anblick, aber sie sind in den letzten Monaten in den Hintergrund gerückt. Sie entscheiden nicht mehr darüber, ob ich das Buch kaufen möchte oder nicht. Stattdessen beschäftige ich mich intensiver mit dem Klappentext, Leseproben und entsprechenden Leseempfehlungen. – Ist am Ende des Buchcover auch noch ein Hingucker, freue ich mich natürlich umso mehr.

Bücher, die ich durch ihre Rezensionen entdeckte

Im Januar habe ich wirklich wenige Buchrezensionen gelesen. Warum? Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Ich habe selbst sehr viel gelesen, auf Verlagsseiten gestöbert und den Diogenes Buchclub gegründet. Und glaubt mir, allein die Verlagsseite hat meine Wunschliste platzen lassen…

Ein Blick in die Zukunft

Jetzt entfernen wir uns kurz vom Thema »Bücher«.

Mehrfach habe ich in den letzten Tagen gelesen, dass wir uns langsam mit Trump abfinden sollen. Wirklich? Warum? Haben wir aufgegeben?

Solange ich eine Stimme habe, werde ich mich garantiert nicht mit diesem Rassisten und menschenverachtenden Menschen abfinden. Unsere Gesellschaft hat so viele Kriege erlebt um an den heutigen Grad von Freiheit und Meinungsfreiheit zu gelangen, dass ich garantiert nicht still sein werde, wenn ein einziger Mann versucht all das mit seinen Füßen zu treten.

Für mich hatte die USA noch nie einen Anreiz als Reiseland, aber mittlerweile möchte ich niemals und auch für kein Geld der Welt dieses Land betreten. Denn aktuell werde ich in den USA nur nicht auf offener Straße erschossen, weil ich für die dortigen Verhältnisse die richtige Religion und Hautfarbe habe. Es speziell im Punkt Hautfarbe, Religion, Lebenseinstellung, Liebe etc. sollte es weder falsch noch richtig geben. Jeder sollte – besonders im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – seinen Partner, seine Religion, seinen Job und seinen Lebensstil frei wählen können. Nicht jede Regierung ist perfekt, auch nicht die deutsche, jedoch schaut man sich Trump an, so könnte man in all den Artikeln über ihn seinen Namen durch Hitler ersetzen und 70 Jahre zurückreisen. Es wäre das gleiche…

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Eure Jule

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3 Gedanken zu “[Sonntagsleserin] Januar 2017

  1. „Solange ich eine Stimme habe, werde ich mich garantiert nicht mit diesem Rassisten und menschenverachtenden Menschen abfinden. Unsere Gesellschaft hat so viele Kriege erlebt um an den heutigen Grad von Freiheit und Meinungsfreiheit zu gelangen, dass ich garantiert nicht still sein werde, wenn ein einziger Mann versucht all das mit seinen Füßen zu treten.“
    Das kann ich so nur unterschreiben. Leute, die verlangen, dass man über Trumps Entscheidungen und Gebaren hinweg sieht, es einfach toleriert, nehmen in Kauf, dass sich die Geschichte wiederholt. Es gibt zu viele Parallelen zwischen Trump und anderen verstorbenen und lebenden Diktatoren. Das klein zu reden oder als „wartet doch erst mal“ oder „ist doch nicht so schlimm“ abzutun, verhilft ihm nur noch zu mehr Macht. Er wurde – leider – zu einem Präsidenten gekürt (von gewählt kann ja nicht ganz die Rede sein) und zwar zu einem Präsidenten eines freiheitlichen, demokratischen Staates. In diesem Rahmen muss er auch agieren und sich nicht immer wie ein cholerisches Kleinkind aufführen (ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen Kleinkindern, die weit mehr Verstand haben als Trump).
    Mut macht mir, dass so viele Menschen auf aller Welt auf die Straße gehen oder sich im Netz engagieren und sei es nur, dass sie in der Öffentlichkeit (nichts anderes ist ja das Internet) Kritik an Trump üben. Ich hoffe, dass in den USA letztlich noch doch die Vernunft, die Menschlichkeit und die Demokratie die Oberhand behalten …

    Doch kurz zu positiven Dingen: Danke, dass du diesen Monat wieder ein Teil der Sonntagsleserinnen bist! Einen der Teil der Empfehlungen haben wir ja gemeinsam. Von Carina Herrmann hatte ich bisher aber nur kurz auf Twitter etwas mitbekommen. Nach deinen Zeilen hier sollte ich ihr Buch und ihren Blog im Auge behalten. Danke für die Empfehlung! 🙂

    Liebe Grüße
    Kathrin

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