[#keinePanik] Was will ich hier eigentlich?

Schon während des Studiums merkte ich, dass ich mich von den gesellschaftlichen Ansprüchen stets unter Druck gesetzt fühlte und mich all die Erwartungen stressten. Irgendwann ging es soweit, dass ich leichte Panikattacken bekam, nicht mehr richtig schlafen konnte und die Gedanken nur so kreisten.

Was mich beschäftigte? Alles mögliche. Ich hatte Angst am Ende des Monats die Rechnungen nicht bezahlen zu können, unheilbar krank zu werden, die Polizei würde plötzlich vor der Tür stehen, ich meinen Job verlieren, durch Prüfungen fallen usw. Die Liste könnte ich noch unendlich lang vorführen. Meist waren und sind es Kleinigkeiten, die mich vollkommen irre machen und tagelang beschäftigen, obwohl eigentlich gar nichts ist.

Eine große Stütze ist in solchen Momenten mein Freund. Er fragt dann immer „Kannst du jetzt etwas an der Situation ändern?“ Meist ist meine Antwort Nein! und damit hat er recht. Warum mache ich mich jetzt verrückt, wenn der Problem kein Problem ist oder sowieso erst am nächsten Tag gelöst werden kann?

Und ich bin mir sicher, dass es vielen so geht. Die Zukunftsangst wird ja von Universitäten, den Medien und Politikern nicht unbedingt genommen, sondern gern noch weiter angefacht.

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf und wollte etwas ändern.

Ich begann also nach Büchern Ausschau zu halten, die mir bei meinem „Problem“ helfen sollten. Und da ich mir sicher bin, dass ich mit diesen Sorgen nicht allein auf dieser Welt bin, möchte ich unter dem Motto #keinePanik immer mal wieder Bücher zu dem Thema vorstellen.

Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen.“ (japanisches Sprichwort, Magic Cleaning S. ???)

Da ich mich auch zu Hause nicht mehr wohl fühlte, wollte ich zuerst in meinen vier Wänden Ordnung schaffen, bevor ich meine innere Ordnung wieder herstelle. Also folgen die ersten beiden Bücher meines Projekts #keinePanik.

Magic Cleaning“ (Marie Kondō)

223 Seiten // ISBN: 978-3-499-62481-0 // Rowohlt Verlag (01.03.2013) // 9,99€

Mit diesem kleinen Buch begann meine Reise in mehr Ordnung. Es stand schon eine Weile in meinen Regal, doch so richtig Zeit habe ich mit ihm nie verbracht. Gefallen hat mir, dass nicht sofort mit dem Aufräumen in Raum XY beginnt und wahllos alles wegwirft, wie man es aus klassischen Ratgebern in Frauenzeitschriften kennt. Nein, bei Marie Kondō muss man sich zunächst bewusst werden, warum man etwas ändern möchte und weswegen man in der Wohnung beginnt.

Zusätzlich wirken die Aufräummethoden gut durchdacht. So hat die Autorin selbst in ihrer Kindheit schon früh begonnen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und so genügend Zeit verschiedene Methoden zu testen.

Gefallen hat mir, dass man nicht Raum für Raum aufräumen soll, sondern der eigene Besitz in Kategorien (Kleidung, Bücher, Schriftstücke usw.) geordnet wird. Diese Kategorien werden schließlich in einer festgelegten Reihenfolge aussortiert und aufgeräumt.

Der Ansatz der KonMari-Methode ist gefällt mir außerdem sehr gut, weil man die eigenen Sachen nicht aussortiert nach dem Motto „Hatte ich jetzt 2-3 Jahre nicht in der Hand, es kann also weg“, sondern man beschäftigt sich mit jedem Gegenstand genau. Die Gegenstände werde demnach nicht nach ihrer Häufigkeit der Verwendung entsorgt oder behalten, sondern ihnen wird ein Glücksfaktor verliehen. Demnach behält man am Ende, hält man sich an die Methode, nur Gegenstände, die einen wirklich glücklich machen.

Angewandt habe ich KonMari bisher an meinem Kleiderschrank und meinem Bücherregal. Beim Kleiderschrank war ich sehr radikal und auch die spezielle Methode beim Zusammenlegen der Kleidung habe ich übernommen. Bisher funktioniert es sehr gut, auch wenn die Umstellung gerade zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig war.

Nicht zu 100% konnte ich Marie Kondō nicht zustimmen, als sie meinte, dass man Bücher, die einen nicht glücklich machen, ohne schlechtes Gewissen wegwerfen darf. NEIN! Bücher werden nicht weggeworfen. Ich habe wirklich viele Exemplare aussortiert, eine Freundin durfte sich schon bedienen, der Rest wird demnächst im Bücherschrank oder der Bibliothek landen.

Less is More“ (Francine Jay)

320 Seiten // ISBN: 978-3-442-39307-7 // Mosaik Verlag (19.09.2016) // 16,99€

Ergänzend zu „Magic Cleaning“ las ich noch „Less is More“ um mir noch aus einem zweiten Buch eine Meinung zum Aufräumen, Besitz verkleinern und dem Bewusstsein dessen zu erarbeiten. Während ich bei „Magic Cleaning“ schon sehr viele positive Aspekte gefunden hatte, war „Less is More“ mehr oder weniger „nur“ eine Ergänzung. Viele Punkte wiederholten sich, was mich bei meinem Vorhaben bestärkte.

Positiv überrascht hat mich der ökologische Faktor bei Francine Jay. Zwar soll man um ein Minimalist zu werden seinen Besitz radikal minimieren, doch auf gar keinen Fall wegwerfen. Während man bei Marie Kondō die Verwandten und Freunde möglichst nicht über sein Vorhaben informieren sollte und die aussortierten Dinge ihnen nicht zeigen soll, ist dies bei „Less is More“ empfohlen. Dinge, die einem selbst nicht mehr nützen, nützen vielleicht einem Freund, der sich die Neuanschaffung sparen kann.

Francine Jay nutzt jedoch die klassische Zimmer-für-Zimmer-Regel, wendet aber innerhalb des Zimmers auch die Kategorien-Methode an, damit man nicht wahllos aufräumt.

Was mir jedoch nicht gefallen hat, weil ich dem nicht vollständig zustimmen kann, ist die „Eins rein eins raus“-Regal. Diese besagt, dass man immer einen Gegenstand „entsorgen“ soll, wenn ein neuer in die Wohnung einzieht. Im Ansatz ist diese Überlegung gut, aber hat man sich irgendwann wirklich auf sein absolutes Minimum reduziert und merkt, dass etwas fehlt, kann ich mir die Umsetzung nicht mehr vollständig vorstellen.

Fazit:

Beide Bücher haben mir einen sehr guten Weg geebnet in Richtung einer neu aufgeräumten Wohnung und in Richtung eines aufgeräumten Geistes.

In Zukunft werde ich weitere solche Beiträge verfassen und Bücher rund um das Thema #keinePanik vorstellen. Die nächsten beiden warten schon gelesen im Regal auf ihre Rezension.

Eure Jule

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3 Gedanken zu “[#keinePanik] Was will ich hier eigentlich?

  1. Eine wirklich tolle Idee, diese Kategorie einzuführen.
    Bei mir passt es gerade wirklich perfekt, die Semesterprüfungen stehen bald an und ich fühle mich von allen Seiten unter Druck gesetzt, aber am meisten von mir selbst. Nur schade, dass ich mich nicht mal aufs Lesen konzentrieren kann, deine Buchtipps merke ich mir aber für bessere Zeiten!
    Gut zu hören, dass man mit dieser Panik und Zukunftsangst nicht allein ist!

    Liebe Grüße
    Maike

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  2. Guten Abend Jule,
    Magic Cleaning hab ich schon ein paar mal in Auge gefasst, aber konkreter gelesen habe ich es dann doch nicht.
    Es steht jetzt weiter oben auf meiner Wunschliste, ich fand den Beitrag sehr inspirierend.
    Bin gerade erst das dritte Mal in einem Jahr umgezogen und glaube durchaus das hier was weg kann. Es gab Kisten die hatte ich noch gar nicht ausgepackt, als schon der nächste Umzug anstand…
    Viele Grüße
    Chrissi

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