Licht (Anthony McCarten)

Autor: Anthony McCarten // Titel: Licht // Original Titel: Brilliance // Verlag: Diogenes Verlag (22.02.2017) // 364 Seiten // ISBN: 978-3-257-06994-5 // Preis: 24,-€

Inhalt:

Zwei Genies treffen in diesem Roman aufeinander und beide möchten die Welt verändern. Thomas Edison und J.P. Morgan, der eine ist als genialer Erfinder in die Geschichte eingegangen, der andere als skrupelloser Bänker. In diesem Roman begleitet der Leser beide Schicksale, getrieben von Ehrgeiz und der Hoffnung, das elektrische Licht in die Städte Amerikas zu bringen.

Mein Eindruck:

Treffen in einem Roman eine spannende Geschichte und die Möglichkeit, das eigene Wissen zu erweitern, aufeinander, ist vieles schon richtig gemacht. Denn obwohl ich Geschichte studiert habe, sind große Persönlichkeiten, die nicht gerade einen Krieg angezettelt oder beendet haben, stets unter den gefallen. Mit diesem Roman von Anthony McCarten hatte ich das erste Mal das Gefühl diesen historischen Persönlichkeiten die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.

Aufgebaut ist der Roman in zwei Zeitebenen, die sich kapitelweise abwechseln. So lernt man als Leser den jungen erfinderischen Thomas Edison kennen, und sein Privatleben, das anscheinend nicht immer ganz einfach war. Auf der anderen Seite ist der alte Thomas Edison, der auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken kann, Fehler eingesteht und gelassener wirkt. Doch sowohl beim jungen als auch älteren Thomas Edison wird dem Leser eines klar: dieser Mann hatte einen ganz eigenen Kopf.

„Unter der Hütte aus Kleidern und Lebensumständen und Kultur mochte der Einzelne einen kurzen Augenblick lang taumeln, tanzen und seine Sache vertreten, aber früher oder später ließ das Universum seine unüberwindlichen Kräfte spielen und zerstörte diese „Laune der Natur“. Das war der banale Kreislauf von Leben und Tod. Und jenseits dieses Kreislaufs? Die Ewigkeit.“ (S. 175)

Mich persönlich beeindruckte, wie viele bekannte Persönlichkeiten in der Zeit Edisons lebten. Immerhin befinden wir uns in den Jahren 1878+ und 1929. Eine Zeit, in der sich die Welt im Umbruch befand. Erfindungen wie die Elektrizität, die ersten Autos, Europa ordnete sich erneut, die Demokratie bekam neuen Aufschwung und nicht zu vergessen, dass das Frauenwahlrecht zu jener Zeit erste Früchte trägt. Mit diesem Hintergrund las ich mich durch die Seiten, entdeckte die Freundschaft und Anti-Freundschaft zwischen Edison und Tesla, erschrak über das Bankensystem, dass zur damaligen Zeit schon korrupt war und von mächtigen Männern regiert wurde, die großen Einfluss auf Länder und Politik hatten.

Nikola Tesla beeindruckte mich auf eine ganz eigene Art. Mit ihm hatte ich mich noch wenige beschäftigt als mit Edison. Kannte ich bis vor der Lektüre doch lediglich den nach Tesla benannten Automobilhersteller.

Wir ihr seht könnte ich noch ewig weiter darüber schreiben, was mich an diesem Buch beeindruckte. Jedoch kann ich euch versichern, dass man das Buch auch ganz ohne all den geschichtlichen Hintergrund lesen kann.

Fazit:

Wie das „Licht“ nach Amerika und in die großen Städte kam, ist Geschichte und doch verbirgt sich in Anthony McCartens Roman mehr als das. Eine Mischung aus historischen Ereignissen, skrupellosen Bankgeschäften und dem Drang der Fortschrittlichste sein zu wollen; all das vereint zwischen zwei Buchdeckeln.

Eure Jule

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