Mein Lese- und Bloggeralltag – wie ich das Lesen und Bloggen in volle Terminpläne integriere

Meine Liebe zu Listen

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine eigene interne Lesestatistik führe. Wie fast jeder Buchblogger besitze ich verschiedene Listen. Diese führe ich, weil ich stets einen vollen Terminplan besitze, drei Jobs habe, ein Privatleben und auch manchmal leider etwas vergesslich bin. Bei der Menge an Büchern und meinem Leseverhalten ist es ohne Listen auch kaum noch machbar. So sieht das ganze bei mir aus.

  • Neuzugänge
  • gelesene Bücher
  • SuB
  • Wunschzettel
  • Rezensionsexemplare
  • noch zu schreibende Rezensionen

Die Listen-Namen sollten für sich sprechen, trotzdem möchte ich zu den zwei letztgenannten noch etwas genauer werden.

Gerade mit der Liste der Rezensionsexemplare stoße ich bestimmt auf Kopfschütteln und vielleicht Unverständnis. Kann ich alles verstehen. Auf dieser Liste befinden sich aktuell acht Bücher, von denen ich zwei lese. Bei einigen kann ich mir sogar noch etwas Zeit lassen, weil sie erst Ende August erscheinen. Daher ist da keine Hektik angesagt.

Zusätzlich habe ich noch eine Liste mit Rezensionen, die ich noch schreiben „muss“. Vor allem liegt das daran, dass ich manchmal einfach keine Lust habe, Rezensionen zu schreiben oder mir die richtigen Worte für ein bestimmtes Buch fehlen. Jedoch möchte ich auch nicht vergessen, dass ich dieses oder jenes Buch für meinen Blog noch rezensieren möchte.

Wie ihr seht, komme ich ohne Listen nicht aus. Bin mit ihnen jedoch sehr glücklich und fühle mich gut organisiert.

Mittlerweile habe ich auch so eine Art Redaktionsplan, der sich noch in der Testphase befindet, aber schon ganz gut funktioniert.

Lesen ohne Druck

Gerade zu Beginn meines Bloggerlebens habe ich mich vom Lesekonsum anderer Blogger stark beeinflussen lassen. Ich schaffe nun einmal keine zehn Bücher im Monat. Ich schaffe auch keine 2-3 Bücher die Woche und niemals 100 im Jahr.

Aber muss ich das überhaupt? Diese Frage habe ich mir sehr oft gestellt. Es hat sehr lange gedauert mir einzugestehen, dass ich mir unnötig Druck gemacht habe. Es reicht vollkommen aus, wenn ich „nur“ 30 Bücher schaffe. Vielleicht werden es mehr oder weniger. Ich nehme mir mittlerweile so viel Zeit für ein Buch wie ich möchte. Dann dauert es eben mal etwas länger. Oder ich lese eben mal ein paar Tage gar nicht oder nur 10 Seiten. Na und! Dann ist es eben so.

Seit dem ich übrigens weg von diesem eigenen Druck bin, schaffe ich seltsamerweise mehr. Ich habe in diesem Jahr bereits 26 Bücher gelesen. Das sagt mir zumindest meine Liste der gelesenen Bücher. Wann auch immer ich all diese wunderbaren Werke inhaliert habe.

Ich bin nicht bei jedem Hype dabei

Um den eigenen Druck zu verringern, hilft es eigentlich allein schon nicht jeden Trend mitzumachen. Es gab eine Zeit da wollte ich auch jedes neue Buch lesen. Es ist aber auch verlockend. Diese Bücher tauchen durch geschickte Marketingstrategien auch überall auf. Auf Instagram wunderschön arrangierte Fotos, Events, Überraschungspost an Blogger. Da kann man schnell schwach werden. Manchmal passiert es mir heute noch, aber nicht mehr so häufig wie am Anfang. Mittlerweile warte ich erste Leserstimmen ab, lese mir Klappentexte genau vor, überlege, ob ich aktuell auch die Zeit für genau dieses Buch habe. Passt alles nicht, dann darf der Hype gern an mir vorbeiziehen.

Außerdem verdienen auch andere Bücher eine Stimme und genau der Suche nach solchen kleinen Schmuckstücken bin ich dann.

Eine Rezension kann auch mal etwas dauern

Leider bin ich nicht so fleißig wie andere Blogger. Ich bewundere gerade die, die es jede Woche schaffen zu festen Zeit 1-2 Beiträge online zu stellen. Selbst wenn ich die Zeit habe, habe ich manchmal einfach keine Lust gerade in diesem Moment diese bestimmte Rezension zu verfassen. Oder mir einfach die Worte fehlen. Stundenlang vor einem leeren Dokument zu sitzen ist dann nämlich auch nicht gerade zielorientiert.

Dann greife ich doch lieber zum Buch, lese ein paar Seiten und hoffe auf die nötige Inspiration im richtigen Moment. Denn das wichtigste Motto für mich und meinen Blog ist stets: Kein Stress! Kein Druck! Und nur dann, wenn ich Lust habe!

Da ich jedoch das Problem kenne, dass man schnell vergisst, was man in einem Buch gelesen hat, oder was man in die Rezension unbedingt mit hineinschreiben sollte, führe ich sehr penibel ein Lesetagebuch. Ich nutze ein Leuchtturm1917 mit Punkten („dotted“) und widme dort jedem Buch 1-3 Seiten, notiere mir wichtige Gedanken und Zitate.

Meine Lesezeiten

Ich nehme mir jeden Abend 1-2 Stunden Zeit und lese.“

Diesen Satz habe ich schon sehr oft gelesen und kann ihn manchmal gar nicht glauben, dass das möglich ist. Vor allem liegt das daran, dass die meisten wohl einen Job haben, der morgens beginnt und nachmittags endet. Ich arbeite unregelmäßig und meist abends. Damit ist dies bei mir nicht möglich.

Wann lese ich also?

Manchmal frage ich mich das auch. Arbeite ich abends, dann lese ich meist in der Mittagszeit ein bisschen. Arbeite ich vormittags, dann klebe ich nach dem Abendessen an meinem Buch. Am liebsten sind mir freie Tage, an denen ich mit meinem Freund einen Städtetrip nach Dresden oder Leipzig unternehme. Jeweils eine Stunde Zugfahrt, die ich ausgiebig zum Lesen nutze. Oder Wartezeiten außerhalb der eigenen vier Wände eignen sich für mich immer sehr gut zum Lesen, denn mir ist aufgefallen, dass ich mich in der Wohnung dann doch gern ablenken lasse.

Ich bin auch verrückt und setze mir kleine Leseziele. Das sind dann meist nur 20 Seiten oder „nur noch bis Seite 100“, aber es macht mich glücklich.

Jetzt wisst ihr, warum es manchmal mehr als ein paar tage ruhig auf dem Blog ist und warum nicht immer das neuste Buch auf diesem Blog zu finden ist.

Wie gestaltet ihr das Bloggen und Lesen in eurem Alltag?

Eure Jule

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12 Gedanken zu “Mein Lese- und Bloggeralltag – wie ich das Lesen und Bloggen in volle Terminpläne integriere

  1. Ein wirklich toller und ehrlicher Beitrag. Kann dir da nur zustimmen! Ich setzte mich auch nicht mehr unter Druck durch die vielen Bücher, die andere pro Woche oder Monat lesen! Schliesslich hat man ja wirklich nebenher noch andere Dinge im Kopf.
    Wünsche dir einen tollen Tag ❤

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  2. Huhu! 🙂

    Ich finde es wirklich schön, was du da geschrieben hast. Das mit dem Druck habe ich leider auch schon sehr oft bemerkt. Nicht bei mir selbst zum Glück, aber bei manchen Menschen sehe ich, dass sie sich einfach viel zu sehr Stress aussetzen. Dabei soll Lesen doch immer Freude bereiten. Auch mit den kleinen Schmuckstücken finde ich wunderbar. Ich selbst lese ja auch lieber mal fernab von den neuesten Trendbüchern oder Hypes. Es gibt so viele schöne Bücher, die einfach auch gewürdigt werden sollten.

    Mach weiter so 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Ich finde den Beitrag wirklich super geschrieben! Mir geht es oft ähnlich und ich frage mich, ob man bei so viel Druck nicht auch die Lust am Lesen verlieren kann…
    Bei dir klingt das, als ob du für dich einen guten Mittelweg gefunden hättest 🙂 Ich lasse gleich mal ein Abo da und schmökere, was du noch schönes geschrieben hast…
    VG Jennifer

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  4. Du hast eine sehr gute Einstellung Jule. Kompliment!
    Ich selbst ertappe mich in letzter Zeit immer wieder, dass ich mich von Hypes blenden lasse und viel zu oft Bücher im regal stehen habe, die ich wahrscheinlich, wenn sie nicht so gehypt wären gar nicht lesen würde. Meist fällt dann auch das Fazit nicht besonders aus. Aber man lebt nun mal nicht im luftleeren Raumund lässt sich davon immer mal wieder blenden.
    Grüessli!

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  5. Schöner Beitrag.
    Listen liebe ich ebenfalls, aber für den Blog habe ich alles digital. Ich nutze da eine tolle Excel Tabelle, die eine andere Bloggerin Anfang des Jahres gemacht hat und liebe die ganzen Listen und Statistiken.
    Ich finde es auch sehr wichtig, sich keinen Druck zu machen, weder mit dem Lesen, noch mit dem Bloggen. Früher habe ich mir auch immer Gedanken gemacht, weil andere noch mehr gelesen haben als ich und ich da mithalten wollte, aber das hat zum Glück schnell wieder aufgehört. Genau wegen diesem Druck habe ich vor ein paar Jahren auch aufgehört, Rezensionsexemplare anzufragen, weil ich es schrecklich fand, wenn ich keine Worte für eine Rezension gefunden habe. Da lasse ich mir lieber Zeit oder die Option, einfach mal keinen Beitrag über ein Buch zu schreiben, wenn ich nicht genug darüber zu sagen habe.
    Feste Lesezeiten habe ich immer im Zug auf dem Weg zur Uni und ohne diese 1,5 Stunden 3-4x die Woche würde ich auch deutlich weniger Lesen, weil ich abends oft keine Lust mehr darauf habe. Schon interessant, was solche Dinge ausmachen.
    Danke für den Einblick!

    Liebe Grüße,
    Jacquy

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  6. Hey Jule,
    ein wirklich toller und informativer Beitrag über deinen (Lese)Alltag! 🙂

    Die Idee, sich Notizen ins Leuchtturmbüchlein zu machen finde ich toll. Ich schreibe mir immer kleine Zettelchen, die so lange im Buch wohnen, bis ich es rezensiere. Ohne Notizen, ohne mich. Ich bin viel zu vergesslich 😀
    Den Satz „Ich nehme mir jeden Abend Zeit zum Lesen“ verwende ich auch oft. Es gibt ja keine klare Angabe, wann der Abend genau ist 🙂 Ich arbeite im Schichtdienst und komme oft erst spät abends nach Hause, und auch dann nehme ich mir die Zeit zum Lesen. Manchmal lese ich auch vormittags, bevor ich los muss. Aber Abends ist so meins.
    Wenn ich Frühdienst habe (was zum Glück selten vorkommt) schaffe ich abends nicht sehr viel zu lesen, weil ich dadurch noch müder (das Wort gibt vermutlich nicht, haha) werde, als ich es eh schon bin.
    Diese Leseziele a la noch 20 Seiten oder bis Seite 100 kenne ich auch. Finde das ziemlich hilfreich und motivierend.

    Ich habe schon eine Weile vor, demnächst mal einen Beitrag zum Thema „Wie machst du das eigentlich alles?“ zu schreiben, der ebenfalls meinen Tagesablauf und die Integration von Lesen und Bloggen beinhalten wird. Mal schauen, was bei mir am Ende so herauskommt, oft dienen eben solche Beiträge ja auch der eigenen Reflexion.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Huhu 😀
      Das ist mir beim Schreiben auch aufgefallen, dass ich vor allem mein Verhalten selbst reflektiert habe. Manchmal blicke ich auf Monate zurück und frage mich, wie um alles in der Welt ich das alles geschafft habe und vor allem wann. 😀
      Ich versuche immer in den freien Minuten zu lesen. Aber ich kann mir jetzt nicht vornehmen „Heute Abend lese ich 2 Stunden“. Meist kommt es dann doch anders und dann bin ich enttäuscht. Dann lieber die kleinen Ziele „“Noch die 20 Seiten bis Kapitelende“ oder „Noch bis Seite 100, bin ja schon auf Seite 95“ XD

      Auf deinen Beitrag bin ich schon sehr gespannt. Denn diese lese ich am liebsten. Beiträge aus dem Alltag. Wie andere ihre Notizen organisieren, wie andere ihren Blogalltag gestalten usw. Da hole ich mir immer sehr viele Ideen. 😀
      Liebe Grüße
      Jule

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  7. Wow, endlich jemand, der ist wie ich! Ich lese auch nicht immer die aktuellen trends. Und manchmal lese ich einen Trend erst, wenn er schon lange wieder vorbei ist. Auf meinem Blig findet man auch Bücher, von denen die meisten sicher noch nie etwas gehört haben. Und ich war auch durchaus schon mal einen Monat nicht auf meinem Blog. Wieso? Weil Bloggen ein Hobby ist. Und sobald ich anfange, mir Stress zu machen, amcht es keinen Spaß mehr. Wenn jemand nicht zufrieden mit meinen Blogzeiten ist, dann muss er es ja nicht lesen. Sowiso ist mein Blog eigentlich nur halb für andere bestimmt, und halb dient er meinen eigenen kleinen Listen, meinem SuB, und beinhaltet auch sonst alles kompakt, was es über meinen Lesealltag zu wissen gibt. Wen das interessiert, der ist mehr als herzlich willkommen. Jeder einzelne Leser bedeutet mir sehr viel. Aber ohne Druck an meinem Hobby zu arbeiten ist mir noch viel wichtiger.

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