Vintage (Grégoire Hervier)

Autor: Grégoire Hervier // Titel: Vintage // Original Titel: Vintage // Verlag: Diogenes Verlag (23.08.2017) // 391 Seiten // ISBN: 978-3-257-07002-6 // Preis: 24,00€

* Da es sich bei meiner Ausgabe um ein Vorableseexemplar handelt, hat sich bis zur Veröffentlichung das Cover noch einmal leicht verändert und besitzt jetzt einen roten Hintergrund statt des Blaus.

Inhalt:

Thomas Dupré bekommt eine Million geboten. Eine Million für den Beweis, dass die legendäre Gibson Moderne wirklich gebaut wurde. Auf der Suche lernt Thomas leidenschaftliche Sammler, temperamentvolle Musiker und leidenschaftliche Wissenschaftler kennen. Es führt ihn von Paris durch Amerika auf den Spuren von Blues und Rock.

Meine Meinung:

Normalerweise höre ich keine Musik, wenn ich lese. Es muss sehr still um mich herum sein, selbst die PC-Tastatur meines Freundes oder die Baustelle vor dem Haus stört mich dann ganz schnell.

ABER bei diesem Buch MUSS nebenher Musik laufen. Glaubt mir, es bringt nichts, es in absoluter Stille zu lesen. Bereits auf den ersten Seiten taucht man ein in die Geschichte von Blues und Rock. Ich klickte mich durch die erwähnten Musiker und Bands und ließ die Musik, wenn auch nicht sehr laut, nebenher laufen.

Während ich die letzten Seiten las, schickte der Diogenes Verlag mir einen Link zur Playlist zum Buch, die man auf der Seite des Verlags finden kann. Sie ist in meinen Augen sehr gut zum Lesen geeignet.

Dies also als Lesehinweis!

Nun aber zum Buch. Was für ein spannender Roman. Vom Schreibstil bis in zur Zusammenstellung der einzelnen Kapitel. Aber kein Wunder, das Inhaltsverzeichnis verrät schon das erste Geheimnis. Der Aufbau ist einem Song nachempfunden.

Mit viel Kraft und Spannung hat Grégoire Hervier (was für ein wunderbarer Name!) in dieser Geschichte in die Saiten gehauen. Doch er beherrscht, wie seine erwähnten Musiker, auch die ruhigen und leisen Töne. Obwohl ich ich mit Rockmusik aufgewachsen bin – mein erstes Rammstein-Konzert sah ich mit 6 Jahren auf Video und später war es ein Familienausflug in die erste Reihe beim Konzert – habe ich die Musik in den letzten Jahren aus den Augen verloren. Ich möchte mich daher auch bei Gréroire Hervier und dem Diogenes Verlag bedanken, dass sie mir die Musik wieder näher gebracht haben und mich direkt im Herzen erwischt haben. – Das Trommelfell ist aktuell nicht so glücklich, aber das legt sich wieder.

Der Schreibstil ist klar und flüssig und ein Genuss beim Lesen. Ich flog regelrecht über die Seiten und konnte und wollte das Buch niemals zur Seite legen. Zusätzlich hat mir das Gitarrenthema sehr gut gefallen. Es ist selten, dass ich einen Roman in den Händen halte, in dem es um Musikinstrumente als Gegenstand an sich geht.

„Man kann den Träumer umbringen, aber nicht den Traum.“ (S. 111)

Da es in „Vintage“ um die Moderne von 1957 geht, ging auch kein Weg an der Geschichte jener Zeit vorbei. Oder vielmehr taucht man durch den Blues auch in die Geschichte der Rassentrennung der USA ein. Wenn auch nur am Rande und niemals ausführlich, erhält man als Leser einen Einblick in die Zeit, in der die Schwarzen ihre Musik nur vor ihresgleichen spielen durften. Und bitte was für gute Musik haben sie gemacht? Man spürt trotz der Unterdrückung Lebensfreude in der Musik und gleichzeitig die Kritik an Politik und ihrer Situation.

Zum Schluss ein kleiner Kritikpunkt, der Jammern auf höchsten Niveau beinhaltet. Gewünscht hätte ich mir am Ende vielleicht ein paar Quellenangaben bezüglich der dem Roman vorangegangenen Recherche. Aber vielleicht verstärkt das Fehlen noch einmal den Mythos um die legendärste Gitarre von Gibson.

„Muss man sehen, um zu glauben, oder glauben, um zu sehen?“ (S. 33)

Fazit:

Eine absolute Leseempfehlung um die Liebe zu Rockmusik (neu-) zu entdecken, die Jagd nach einer Gitarre zu verfolgen und gleichzeitig eine perfekte Geschenkidee für die ganze Familie in den Händen zu halten.

Eure Jule

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