[Buchpassion] Im Schlafanzug zum ersten Mitternachtsdate

(c) Juliane Dietrich

Harry Potter trat das erste Mal im April 2001 in mein Leben und seit dieser Zeit ist er nicht mehr wegzudenken. Die ersten 4 Bände waren schon vorhanden und ich verschlang sie innerhalb kürzester Zeit. Es wurde ab diesem Zeitpunkt schon fast ein Ritual, dass man mich nach der Schule auf meinem Bett liegend vorfand mit einem Potter Buch in den Händen.

Da ich in den letzten 16 Jahren so viel rund um Harry Potter erlebt habe, möchte ich euch heute in Form der ersten kleinen Geschichte erzählen, welche erste verrückte Aktion ich für nur eine Autorin und deren neues Buch tat. Es handelt sich um die Nacht, in der „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in Deutschland erschien.

Damals hatte ich also mein erstes Mitternachtsdate. Das war im Jahr 2003. Genauer gesagt in der Nacht vom 7. auf den 8. November. Warum ich das noch so genau weiß?

Alles begann im April 2001 als ich im Alter von 11 Jahren von meinen Eltern nach und nach die ersten vier Bände von Harry Potter geschenkt bekam. Damals wusste ich nicht, dass ich über 16 Jahre später noch immer Fan der Bücher, der Charaktere und dieser ganzen Welt sein würde. Viele verrückte Aktionen habe ich in den vergangenen Jahren gestartet; ich war bei der Weltpremiere in London um Joanne K. Rowling einmal live zu sehen, feierte mit anderen Fans in Hamburg beim Carlsen Verlag das Erscheinen von „Harry Potter und das verwunschene Kind“ und reiste mit meinem Freund nach London für einen gigantischen Harry Potter Urlaub.

(c) Juliane Dietrich

Und der Grundstein für all diese Reisen wurde in jener Nacht 2003 gelegt. Ein paar Monate vorher hatte ich vom Erscheinen erfahren und schließlich auch vom Mitternachtsverkauf meiner damaligen Lieblingsbuchhandlung. Ich war 14 Jahre alt und durfte allein nicht dorthin. Also versprach mir meine Ma, sie würde mit mir gemeinsam hinfahren. Oh war ich damals aufgeregt. In den Tagen zuvor las ich das vierte Buch noch einmal, überlegte, wie es weitergehen würde und recherchierte im Internet ohne mich dabei zu Spoilern. Das war damals schon nicht besonders einfach.

Zwei Tage vor dem Mitternachtsverkauf sagte mein Ma ab und beichtete mir, dass sie das Versprechen nicht einhalten könne, das sie mir gegeben hatte. Sie müsse an dem Tag meinen Opa nach Berlin zum Flughafen bringen und würde nicht rechtzeitig wieder zu Hause sein.

Für mich ging damals eine Welt unter. Klar, sie wollte direkt am nächsten Morgen mit mir in die Buchhandlung fahren und das Buch abholen, schließlich hatten wir ein Exemplar bestellt. Aber die Freude wurde von der Enttäuschung überdeckt.

Der Abend kam und ich wartete trotzdem. Ich wartete und wartete. Lauschte in meinem Zimmer auf das kleinste Geräusch im Treppenhaus, lauschte, ob ich den Schlüssel, der ins Schloss gesteckt wird, höre. Nichts. Es blieb still. Traurig kuschelte ich mich schließlich 23:34 Uhr unter meine Decke, gemeinsam mit „Harry Potter und der Feuerkelch“ mit dem Gedanken, dass ich ja noch einmal die letzten 2-3 Kapitel lese könne. Kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, hörte ich den Schlüssel, dann die Wohnungstür und plötzlich lugte der Kopf meiner Ma in mein Zimmer mit dem Satz „Du hast 2 min!“.

Haare zum Zopf, über den Schlafanzug die Winterjacke, Schuhe an. ES GING LOS!

Meine Mama hatte sich extra beeilt, um ihr Versprechen doch noch halten zu können. 23:54 Uhr standen wir in der Buchhandlung mit einigen anderen Fans, an die ich mich gar nicht mehr erinnern kann. Als eine der ersten durfte ich das Buch in dieser Nacht in den Händen halten.

Mit dieser Geschichte möchte ich euch zeugen, was einen Lieblingsautor oder in diesem Falle eine Autorin für mich ausmacht. Er oder sie muss mir einen Grund liefern, verrückt sein zu können. Für kaum jemanden würde ich tatsächlich im Schlafanzug mitten im November bei eisigen Temperaturen in eine Buchhandlung fahren. Es sind diese Erlebnisse, die ich mich Büchern und Autoren verbinde, die ihnen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Bücherregal geben.

(c) Juliane Dietrich

In den folgenden Jahren gab es noch so viele weitere Ereignisse, die ich nicht mehr missen möchte. Sei es der Besuch der letzten Potter-Weltpremiere in London oder im letzten Jahr der Urlaub ganz unter dem Motto „Harry Potter“. Deswegen habe ich Joanne K. Rowling als erstes gewählt, weil sie eben doch unangefochten auf Platz 1 steht. Ich wüsste nicht einmal, ob irgendjemand in der Lage wäre, sie von diesem Thron zu schubsen. Aber es gibt tatsächlich zwei männliche Autoren, die es in den letzten Jahren zumindest geschafft haben, mich einmal für ein paar Bücher komplett von Harry Potter zurückzuziehen und deren Bücher zu lesen.

Eure Jule

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7 Gedanken zu “[Buchpassion] Im Schlafanzug zum ersten Mitternachtsdate

    1. Da kommen sogar noch 2 Beiträge zu 2 anderen Autoren. Aber der Dienstplan hat mir da einen kleinen Strich durch die Rechnung gezogen, weswegen der erste erst heute Abend online geht 😊
      danke für die Organisation 😘

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  1. Hallo Jule,
    was für eine tolle Geschichte!!!!
    Meine Große ist ja auch totaler Harry Potter Fan und wünscht sich nächstes Jahr eine Reise nach London. Da wird wohl die komplette Familie zusammenlegen und ich werde mit ihr und meinem Mann (ohne nervige kleine Schwester – wie sie meint) für ein verlängertes Wochenende nach London fliegen!

    Mugglige Grüße Anett

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    1. Hallöchen Anett,
      das klingt ja super. Wenn du da Fragen hast, was man auf keinen Fall in London verpassen darf, wenn es um Harry Potter geht, dann frage einfach. Ich habe letztes Jahr eine komplette Harry Potter Woche in London verbracht. Der Freund war tapfer mit dabei und hat alles über sich ergehen lassen. 😀
      Liebe Grüße
      Jule

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      1. Ich würde mich da vorher auf jeden Fall mit dir nochmal kurz schliessen 🙂
        Ich denke, wir werden uns bis dahin bestimmt mal sehen 🙂

        Schöne Woche und liebe Grüße
        Anett

        Gefällt 1 Person

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