[Buchpassion] Zeitreise mit einem gegen Depression Kämpfenden

(c) Juliane Dietrich

Während meines Bachelor-Studiums verlor ich tatsächlich meine Leidenschaft für das Lesen etwas aus den Augen. Ich hatte nach den ewig langen Texten für die Uni sehr lange keine richtige Lust mehr danach noch privat meine Nase in Bücher zu stecken. Zwar ging ich immer noch sehr gern in Buchhandlungen, aber kaufte nie etwas – heute kaum vorstellbar. Die Buchcover und ihre verborgenen Geschichten machten mich zwar neugierig, aber dabei blieb es dann auch.

Alles änderte sich mit „Ich und die Menschen“ von Matt Haig. Dieses Buch mit seinem hellen Mond auf dem Cover zog mich magisch an. Es kam also genau zur richtigen Zeit und ich verliebte mich ein zweites Mal in das Lesen.

Seit dem ist Matt Haig nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Vor allem sind es seine Charaktere, die der Welt und der Menschheit so entrückt wirken, die mich begeistern. Bei „Ich und die Menschen“ war es gleich ein ganzer Außerirdischer, der die Menschen aus seiner ganz eigenen Perspektive betrachtete.

So fing es an. Und es ging weiter. Mit einem Buch, das mich die Krankheit Depression verstehen ließ. „Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“ war und ist ein Buch, das ich sehr gern gelesen habe. Auch wenn es nicht perfekt ist und einem Menschen, der Depressionen hat, nicht unbedingt viel Neues beibringt, so bringt es den danebenstehenden Menschen etwas bei. Ich lernte die Krankheit besser zu verstehen, einen Einblick in sie zu erhalten. Aus diesem Grund steht dieses Buch auch zweimal in meinem Regal und es verdient die Aufmerksamkeit, die es zum Erscheinen erhalten hat, dauerhaft. Matt Haig leugnet seine Krankheit nicht und er beschönigt sie nicht. Wie könnte man. Er spricht offen über sie und tritt ihr somit einen Schritt entgegen, möchte nicht zulassen, dass sie die Oberhand gewinnt.

Zusätzlich ist Matt Haig ein Autor, der mit seinen Büchern überrascht. Ich kann ihn nicht in eine Schublade stecken. Hat er mit seinem Roman „Ich und die Menschen“ sich in Richtung Sci-Fi gewagt und veröffentlichte danach ein Sachbuch, weiß ich nicht, wo ich sein neuestes Buch einordnen soll. Die Kategorie Herzensbuch gibt es in Buchhandlungen nämlich nicht.

How to stop time“ – können wir kurz innehalten und den Titel bewundern? Schon allein der Buchtitel verzauberte mich. Doch dann kam die Geschichte mit ihren verträumten und gleichzeitigen schweren Sätzen, die ich liebte. Musste ich das Buch zur Seite legen, wurde ich traurig. Ich wurde jedoch auch traurig, je näher ich dem Ende kam.

Und genau dieser Umstand macht Matt Haig für mich so besonders. Ich weiß nicht, mit welcher Idee er als nächstes um die Ecke kommt. Ich weiß jedoch, dass er mich überraschen wird, dass er mir Charaktere näher bringen wird, die ich ins Herz schließen werde und ich weiß, dass mich seine Geschichten berühren werden.

Zwei seiner Romane stehen noch ungelesen in meinem Regal. Einmal ein Vampirroman – ja, das kann er auch – und ein Roman über künstliche Intelligenz. Ich bin gespannt!

Eure Jule

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4 Gedanken zu “[Buchpassion] Zeitreise mit einem gegen Depression Kämpfenden

  1. Was für ein schöner Beitrag 🙂 Ich teile deine Bewunderung vollkommen! Matt Haig ist in meinen Augen einer der besten Autoren unserer Zeit – auch und gerade weil er bei seinen Büchern keine großen Reden schwingt sondern lieber gleich mitten ins Herz trifft ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen Karo,
      ich bin auch der Meinung, dass er mit seinen Büchern einfach den Nerv der Zeit trifft und keine großen Reden schwingen braucht. Man versteht ihn auch so.
      Liebe Grüße
      Jule

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  2. Hallo Jule.
    Habe tatsächlich auch „Ziemlich gute Gründe um am Leben zu bleibe“ gelesen, vor wenigen Wochen erst.

    Ich konnte mich nur teilweise darin entdecken, das zeigt, wie unterschiedlich die Menschen besonders im Geiste sind. Jede/r ist anders, mit diversen Ausprägungen. Trotzdem bleibt die Bewunderung für seinen Weg, auch für den des Leids.

    Jede einzelne Sichtweise eines jeden Menschen ist für mich unfassbar interessant, sein Schreibstil ist dabei natürlich besonders angenehm.

    Ich freue mich im Rahmen von wordpress die Gedankenkotze anderer Leute besonders zum Thema Depressionen lesen zu können und auch selbst etwas dazu beizutragen.

    Bis dann vielleicht!

    Grüße aus dem Nadelwald auf der Insel

    Tanne

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