Nachtfeuer (Eric-Emmanuel Schmitt)

(c) Juliane Dietrich

Autor: Eric-Emmanuel Schmitt // Titel: Nachtfeuer – Was ich in der Wüste erlebte // Original Titel: La nuit de feu // Verlag: Fischer Verlag (21.09.2017) // 202 Seiten // ISBN: 978-3-10-397298-6 // Preis: 20,00€ – Rezensionsexemplar

Inhalt:

Alles Beginn damit, dass Eric-Emmanuel Schmitt nach Tamanrasset reist um Recherchen für einen Film über Charles de Foucauld, einen französischen Mystiker, der in der Wüste seinen Glauben fand, zu anzustellen. Die Reisegruppe könnte unterschiedlicher nicht sein und doch haben alle eine gute Zeit mit interessanten Gesprächen über die Natur, die Sterne und Religion.

Doch dann passiert es. Eric-Emmanuel Schmitt wird von der Gruppe getrennt und verbringt eine Nacht allein in der Wüste. Allein mit sich, der Natur und seinen Gedanken.

Meine Meinung:

Bei sehr dünnen Büchern fällt es mir oft schwer eine angemessene Rezension zu schreiben, Warum? Weil auf wenigen Seiten meist alles auf den Punkt gebracht wird. Es wird nicht alles stundenlang ausgeschmückt und ich bin als Leser mehr gefordert. Besonders schwer fallen mir dann noch die Rezensionen zu autobiographischen Werken. Es fällt mir einfach schwer ein Urteil zu fallen, wenn der Autor die geschilderten Ereignisse selbst erlebt hat.

Was das Buch ausmacht, sind die Gespräche der einzelnen Personen über ihre Ansichten zwischen Wissenschaft und Religion. Denn diese zwei Aspekte spalten die Gruppe. Zwei Wissenschaftler, die Vegetation und Beschaffenheit der Wüste und der Sternenhimmel, stehen einer streng gläubigen Christin gegenüber. Für mich eine spezielle Gruppendynamik, die ich gern gelesen habe. Zusätzlich wird oft die Meinung des Autors herangezogen, der als Philosoph zwischen den Stühlen zu stehen scheint. Die Wissenschaft lehnt er nicht ab, gleichzeitig versteht er auch die Religion. Beides schließt in seinen Augen das jeweils andere nicht aus.

Gestört hat mich an Ende nur die Nacht allein in der Wüste. Damit wurde das Buch beworben und so stellte ich mich auf viele Seiten allein in der Wüste ein. Seitenlang erhoffte ich mir die Gedanken über Leben und Tod und die Panik, allein in der Wüste ohne Ausweg festzusitzen.

Leider wurde ich enttäuscht. Denn dieses so wichtig erscheinende Ereignis erhält nur wenige Seiten, ist unspektakulärer als ich es mir als Leser zu Beginn versprochen hatte.

Jahrzehnte sind seit dem Vorfall vergangen. Vielleicht ist dies der Grund warum die Nacht diese kurze Erwähnung findet. Ich gehe davon aus, dass über die Jahre der Blick auf das Ereignis sich verändert hat und etwas, dass sich damals als Großereignis anfühlte, mittlerweile eine Reiseanekdote ist.

Fazit:

Philosophische Gedanken mit einer Reise in die Wüste vermischt, ergeben ein interessantes Buch, auf das man sich als Leser einlassen sollte.

Eure Jule

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