How to Stop Time (Matt Haig)

(c) Juliane Dietrich

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Autor: Matt Haig // Titel: Wie man die Zeit anhält // Original Titel: How to Stop Time // Verlag: Canongate Books (06.07.2017) // 328 Seiten // ISBN: 978-1-78211-862-6 // Preis: ~ 15,-€

Erscheint am 20.04.2018 in deutscher Übersetzung bei dtv unter dem Titel „Wie man die Zeit anhält“.

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Inhalt:

Tom Hazard hat ein Geheimnis. Er altert langsamer als gewöhnliche Menschen und gehört somit zu einer Gruppe, die sich die „Albatrosse“ nennt. Die gewöhnlichen Menschen werden von ihnen als „Eintagsfliegen“ bezeichnet. Während Tom sein Leben im heutigen London als Geschichtslehrer meistert und ein so normales Leben wie nur möglich zu führen versucht, entführen ihn seine Gedanken und Erinnerungen immer wieder zurück in das England Ende des 16. Jahrhunderts. Zurück zu seiner großen Liebe Rose.

Meine Meinung:

Matt Haig ist ein Chamäleon unter den Autoren. Er wechselt federleicht von Jugendroman, zu Sachbuch zu Romanen für jedes Alter. Er wählt Themen mit dem gewissen Etwas und verleiht seinen Charakteren eine Lieblichkeit, die es schwer macht sie nicht zu mögen.

„How to Stop Time“ habe ich bereits im Juli auf Englisch gelesen. Die Rezension verfasse ich jedoch auf Deutsch, weil ich eben bisher alle Texte meines Blogs auf Deutsch geschrieben habe.

Dieses Buch traf mich mit seinen Ansichten mitten ins Herz. Tom wählt also zu Beginn der Geschichte ein Leben als Geschichtslehrer. Und ich erinnerte mich sofort an meine erste Geschichtslehrerin zurück. Sie lehrte uns nicht nur die Fakten, sondern die Bedeutung dieses doch „trockenen“ Unterrichtsfachs. So versucht auch Tom seinen Schülern dies zu vermitteln und Geschichte für sie lebendig werden zu lassen. In einer der Unterrichtsstunden bringt er sein altes Instrument mit – Geschichte zum Anfassen. Ein Umstand, den ich übrigens bei meiner Arbeit im Museum auch beobachten kann. Können die Schüler in der Ausstellung auch etwas berühren, sind sie eher bei der Sache, zeigen mehr Interesse und die Augen fangen an zu leuchten.

„History isn‘t something you need to bring to life. History already is alive. We are history. History isn‘t politicians or kings or queens. History is everyone. It is everything.“ (S. 17)

Geschichte ist also nicht das, was wir in den einschlägigen Büchern über die Vergangenheit der Menschheit lesen oder im Unterricht lernen. Wir sind Geschichte. Jeden Tag erschaffen wir sie. Ob es aktuell die Sondierungen der Parteien sind, Trumps Politik oder einfach nur das persönliche Interessen am Leben. Jeden Tag leben wir und jeden Tag machen wir etwas, was die Geschichte beeinflusst, ob wir es nun wahrnehmen oder nicht.

Während Tom in der Gegenwart also als Geschichtslehrer lebt und mit neuen Kontakten in Verbindung tritt, haben mir die Blicke in die Vergangenheit sehr gut gefallen. Wer übrigens noch nicht überzeugt ist, selbst Shakespeare spielt eine Rolle in diesem Buch. In der Vergangenheit lernt man als Leser Tom kennen. Man versteht, warum er so „ein komischer Kauz“ ist, wie er in der Gegenwart manchmal wirkt. Er ist anders, er ist besonders.

Doch die wichtigste Lektion, die ich aus diesem Buch gezogen habe, ist die Tatsache, dass Geschichte eine Einbahnstraße ist. Es geht nur eine Richtung und zwar Richtung Zukunft. Das ständige Zurückblicken ändert weder die Vergangenheit, noch die Gegenwart, geschweige denn die Zukunft. Natürlich können wir aus der Vergangenheit lernen, aber ständig den Kopf in ihr feststecken zu haben, bringt uns nicht weiter.

Wie Dumbledore einst so schön sagte:

„It does not do to dwell on dreams.“

(c) Juliane Dietrich

Fazit:

Matt Haig ist es wieder gelungen, mich auf ganzer Linie zu begeistern. Es sind vor allem die leisen Töne, die er in seinen Büchern anschlägt und die Zartheit mit der er seine Charaktere zeichnet.

Eure Jule

 

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4 Gedanken zu “How to Stop Time (Matt Haig)

    1. Hallöchen Tina,
      das Buch ist einfach nur traumhaft. Ich habe mich auf den ersten Seiten schon pudelwohl gefühlt und jeden darin vorkommenden Charakter ins Herz geschlossen. Auf die deutsche Übersetzung freue ich mich auch schon sehr.
      Liebe Grüße
      Jule

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