[Blogparade] BuchSaiten – ein Rückblick auf 2017 in Büchern

(c) Petzi

Mit Jahresrückblicken habe ich es sonst nicht so. Ich weiß bei meinen gelesenen Büchern dann immer nicht so genau, wo ich beginnen soll und wo ein Ende gesetzt werden muss. Zusätzlich frage ich mich dann immer, wie viel Privates ich erzählen soll und sitze schließlich mit einem langen Beitrag da, bei dem ich mich frage, wer den denn lesen möchte und würde.

Doch in den letzten Tagen tauchten die Beiträge zur Blogparade „Die 9. BuchSaiten“ auf. Ich wurde neugierig und fand diese Art von Rückblick großartig. In diesem Jahr findet die Blogparade bei Petzi auf ihrem Blog dieliebezudenbuechern statt. Eine großartige Möglichkeit, das vergangene Jahr noch einmal Revue geschehen zu lassen, auf die gelesenen Bücher zurückzublicken und kleine Schätze auszuwählen, die im Zuge der gestellten Fragen vorgestellt werden können.

(c) Juliane Dietrich

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Als ich im April 2017 zum 2. Mal am Literarischen Quintett der TU Chemnitz nehmen durfte, habe ich mich erneut auf 5 Bücher eingelassen, die ich nur vom Hören kannte. Meist kenne ich in diesem Kontext nur die Autoren und so hielt ich im März zur Vorbereitung Landnahme“ von Christoph Hein in den Händen. Von Christoph Hein hatte ich während meiner Schulzeit viel gehört, aber nie etwas gelesen und so erwartete ich eine eher zähe Lektüre, die mich an meine Schulzeit erinnern würde.

Am Ende hielt ich ein kleines Meisterwerk in der Hand. Christoph Hein überzeugte mich nicht nur sprachlich, sondern auch seine Erzähltechnik war außergewöhnlich. So lässt er seine Hauptperson, Bernhard Haber, niemals selbst zu Wort kommen, sondern als Leser lernt man ihn durch die Augen von Menschen kennen, die ihn auf verschiedenen Stationen seines Lebens begleiteten.

(c) Juliane Dietrich

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Es war tatsächlich auch ein Buch aus dem Literarischen Quintett. Da jeder der Teilnehmer als Pate für eines der Bücher fungiert, wählte ich „Judas“ von Amos Oz. Ein Buch, das schon länger in meinem Fokus stand und von dem ich mir eine spannende Geschichte mit dem Handlungsort Israel erwartete.

Am Ende erhielt ich leider eine lahme Geschichte mit einem langweiligen Protagonisten, der nicht wusste, was er eigentlich von seinem Leben wollte. Und genau so wirkte auch das gesamte Buch auf mich; es wusste einfach nicht, wohin es wollte und was es von seinem Leser wollte. Hätte ich mir nicht so viel von diesem Buch versprochen und die Patenschaft übernommen, hätte ich es spätestens ab der Hälfte abgebrochen.

(c) Juliane Dietrich

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr?

Im März las ich „Licht“ von Anthony McCarten. Sein Schreibstil zog mich dermaßen in den Bann, dass ich innerhalb kürzester Zeit weitere Werke von ihm bei mir einziehen ließ. Doch leider konnte ich erst im September ein weiteres Werk von ihm lesen. „funny girl“ überzeugte mich jedoch genau so sehr und so liegt bereits das Leseexemplar seines neuen Romans „Jack“ (ET 28.02.2018) bei mir.

Anthony McCarten schafft es in meinen Augen wunderbar mit ernsten Themen zu hantieren und gleichzeitig stets eine Prise Humor beizufügen um der Düsternis nicht die Oberhand zu überlassen.

(c) Juliane Dietrich

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr?

Irgendwie sind wir doch alle hin und wieder Cover-Käufer. Wenn das Buch nicht nur eine tolle Geschichte bereithält, sondern auch noch mit einem traumhaften Cover um die Ecke kommt, können wir Bücherwürmer selten an uns halten.

Ich hatte in diesem Jahr wirklich viele wunderschöne Cover in der Hand und auch jedes gelesen Buch hatte auf seine ganz eigene Weise ein passendes und wunderschönes Cover. Eines ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Der Grund ist, dass es mich glücklich machte und so viel Lebensfreude und Abenteuer ausstrahlte, dass ich es jetzt auch immer wieder gern aus dem Regal ziehe um es mir anzuschauen.

Gemeint ist das Cover zu „Frühstück mit Elefanten“ von Gesa Neitzel. Dieses strahlende Lächeln ist ansteckend und zeigt, in meinen Augen, wie glücklich Gesa in ihrem jetzigen Leben als Rangerin in Afrika ist.

(c) Juliane Dietrich

Welches Buch möchte ich unbedingt 2018 lesen?

Ich möchte an dieser Stelle gern drei Bücher nennen. Dies liegt vor allem daran, dass ich unglaublich gespannt auf diese Werke bin und sie schon viel zu lange in meinem Regal auf mich warten.

Zum einen handelt es sich um „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving. So viel Gutes habe ich von diesem Buch bereits gehört und mehr als einmal hat es Benedict Wells mir bei einer Signierstunde empfohlen. So wie ich mit ihm über „Vincent“ von Joey Goebel sprach, möchte ich auch über dieses Buch mit ihm reden.

Als nächstes folgt „Abbitte“ von Ian McEwan, denn als ich vor ein paar Monaten die Verfilmung sah, war ich am Ende zerstört. Kein Film hat es je so geschafft mich so zu erschüttern und gleichzeitig den dringenden Wunsch hervorzurufen das Buch zu lesen.

Als drittes folgt noch ein eweitere Leseempfehlung von Benedict Wells: „Ich gegen Osborne“ von Joey Goebel. Theoretisch hätte ich auch Joey Goebel als eine meiner Neuentdeckungen unter den Autoren im vergangenen Jahr nennen können. Ich bin gespannt, ob „Ich gegen Osborne“ mit „Vincent“ mithalten kann, was in meinen Augen zu einem der besten Büchr gehört, die ich bisher gelesen habe.

Jetzt seid ihr noch einmal gefragt. Was sind eure Highlights oder Flops im vergangenen Jahr gewesen? Kennt ihr einige der von mir erwähnten Bücher und habt vielleicht eine andere Meinung?

Eure Jule

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3 Gedanken zu “[Blogparade] BuchSaiten – ein Rückblick auf 2017 in Büchern

  1. Liebe Jule,

    vielen Dank für Deinen Jahresrückblick in Büchern.

    Von Christoph Hein habe ich „Weisskerns Nachlass“ gelesen und fand es ziemlich gut. Das geschah nach dem gleichnamigen Theaterstück hier am Theater. Jetzt möchte ich gern sein neues Buch „Trutz“ lesen. Ich glaube Christoph Hein ist ein Garant für gute Literatur.

    Von John Irving habe ich auch noch das ein und andere Buch hier zu liegen und möchte sie gern lesen. Ihm wird ja ebenso viel Gutes nachgesagt.

    Anonsten waren meine 4 Favoriten im vorigen Lesejahr:

    „Es wächst ein Baum in Brooklyn“ – Betty Smith
    „Der Club“ – Takis Würger
    „Kukolka“ – Lana Lux
    „Die Vegetarierin“ – Han Kang und
    „The Girls“ – Emma Klein.

    Ein absoluter Flop war Gott sei Dank und überraschenderweise nicht dabei.

    Viele schöne BuchSaiten im Jahr 2018!

    Simone

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Jule,
    ich habe es sicher schon mal erwähnt, aber ich lieeebe „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Ein kleiner Wälzer, den ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Die Thematik ist ja heute noch ein Tabu-Thema, daher finde ich es umso wichtiger solche Bücher zu lesen.
    Von McEwan habe ich „Nussschale“ hier liegen und ist eines meiner geplanten Jännerbücher. So, ich stöbere ich mal ein bissl weiter *g*

    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

    Gefällt 1 Person

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