7 Gründe, warum ich keine Rezensionen lese

(c) Juliane Dietrich

In den letzten Wochen tauchte das Thema immer wieder auf verschiedenen Blogs auf. Nicht zuletzt bei Jennifer von leseninleipzig. Es kam die Frage auf, ob Rezensionen einen sogenannten Relaunch brauchen und nicht doch längst überholt sind. Jennifer hat mich letztlich auch ermutigt, diesen Beitrag endlich fertigzustellen und zu veröffentlichen.

Rezensionen sind das Kernstück eines jeden Buchblogs. Wir alle haben mit unseren Blogs angefangen, weil wir den Austausch suchten, unsere Meinung zu unseren Lieblingsbüchern in die Welt schreien wollten, weil möglicherweise in unserem direkten Umfeld nicht genug Buchliebhaber zu finden sind.

Bereits 2016 – so sagt es mir mein Notizbuch – habe ich eine Beitragsidee niedergeschrieben, warum ich keine Rezensionen lese. Ich möchte dies kurz relativieren, weil die Überschrift doch sehr hart klingt. Seit ich diese Idee niedergeschrieben habe, habe ich mein eigenes Verhalten beim Lesen von Blogbeiträgen verändert. Rezensionen lese ich schon hin und wieder, aber es ist nicht an 1. Stelle meiner Auswahlkriterien von Beiträgen, die ich anklicke.

Damals wagte ich ein Experiment und klickte bewusst jede Rezension an, die in meinem Blog-Reader, auf Twitter oder sonst wo auftauchte, um dieses „Problem“ anzugehen. All das half jedoch nichts, denn das einzige Ergebnis, das ich danach liefern konnte: mich nervten fast alle Rezensionen, weil ich sie vor allem wahllos anklickte. Also setzte ich mich wieder hin und überlegte, wo denn nun dieses Problem denn dann eigentlich liegt.

Ein paar dieser Gründe möchte ich euch in diesem Beitrag nun präsentieren.

Die erste Antwort: Es liegt nicht an den Verfassern! Ihr könnt also alle wieder aufatmen, denn es liegt nicht – oder besser gesagt, nicht immer – an dem geschriebenen Wort. Keine der von mir gelesenen Rezensionen war jemals grottenschlecht geschrieben. Bei einem Großteil der Rezensionen, die ich gelesen habe, sieht man sogar die immense Arbeit, die dafür aufgebracht wurde.

1. Herzensbücher

Herzensbücher oder Lieblingsbücher sind etwas ganz besonders. Sie müssen nicht einmal perfekt sein, denn es ist meist auch das Gefühl, das sie auslösen um sie zu Herzensbüchern zu machen. Rezensionen zu diesen lese ich meist nicht. Dabei ist es in erster Linie zweitrangig, ob es sich um eine positive oder negative Rezension handelt. Ich möchte dieses Herzensbuch für mich behalten, keine anderen Meinungen dazu lesen, weil ich Angst habe, dass mir das Buch dann auf eine Art entgleitet, was ich nicht möchte.

Es gibt natürlich Ausnahmen und daran ist meine unendliche Neugier schuld. Als im Frühsommer 2016 das Skript zu „Harry Potter and the Cursed Child“ („Harry Potter und das verwunschene Kind“) erschien, habe ich mich nach 2-3 Wochen doch daran gewagt einige wenige Rezensionen zu lesen. Jedoch habe ich in diesem Fall etwas geschummelt und mir speziell Blogs herausgesucht, bei denen ich wusste, dass sie zunächst einmal große Harry Potter Fans sind. Es waren auch einige negative Rezensionen dabei, die mich getroffen habe, so blöd das klingt. Aber Meinungen sind vielfältig und das ist auch gut so; auch wenn ich diese Rezensionen nicht gern gelesen habe. Dies spricht keineswegs gegen die Schreiber, denn die Texte waren wunderbar verfasst, gut begründet und vor allem fair.

2. Spoiler! (diesmal ist es keine Warnung)

Gerade zu Beginn meiner Bloggerzeit ist es oft passiert, dass ich Rezensionen gelesen habe, die das Ende des Buches verraten haben. Ich meine damit nicht Bücher, die in aller Munde sind, seit Jahren auf dem Markt sind und deren Ende 90% der Menschen kennen. Ich meine Bücher, die gerade erst erschienen sind.

Ich möchte in einer Rezension nicht lesen, dass am Ende die beiden Erzrivalen doch noch zusammenfinden und heiraten und glücklich werden. Natürlich kann in einer Rezension erwähnt werden, dass spannende und überraschende Wendungen die Handlung vorantreiben, aber bitte nicht mit Namen der Personen. Dies nimmt doch die Freude am Lesen.

Was Spoiler betrifft bin ich leider sehr anfällig. Ich werde nie vergessen, wie ich im Sommer 2015 zum ersten Teil der „Auserwählten“-Trilogie griff und bei Instagram eine Userin DEN Spoiler aus Band 3 als Bild online stellte. So etwas macht man nicht, wenn einem das Lesen etwas bedeutet und anderen Lesern ebenfalls die Freude gönnt. Es macht einfach keinen Spaß, wenn man die Zukunft eines wichtigen Charakters kennt und dann in jeder Szene, in der er vorkommt, nach Anhaltspunkten sucht.

3. Gelesene Bücher

Auf Grund des letzten Punktes „Spoiler“ lese ich gern Rezensionen zu bereits gelesenen Büchern, sofern sie nicht zu einem Herzensbuch geworden sind, denn dann kann es sein, dass Punkt 1 in Kraft tritt. Konnte mich ein Buch jedoch nicht 100% überzeugen, lese ich sehr gern Rezensionen. Der Grund ist einfach: ich möchte wissen, warum es anderen vielleicht doch gefallen hat und ich stand womöglich auf dem Schlauch und habe etwas Wichtiges im Buch übersehen. Oder andere finden das Buch auch nicht gelungen und dann suche ich nach Bestätigung meines Eindrucks.

Auch hier bringe ich gern ein Beispiel an. Als ich „Nur drei Worte“ („Simon vs. the Homo Sapiens Agenda) von Becky Albertalli las, war ich danach nicht gerade beeindruckt von dem Buch. Ich fand die Thematik wichtig und großartig, aber das Buch leider etwas lahm. Und im letzten Jahr kochten plötzlich dieser Hype und diese Liebe dem Buch gegenüber hoch. Blogger, deren Meinung ich meist teile, liebten das Buch und ich war völlig überfordert. Also begann ich Rezensionen zu lesen, sehr intensiv sogar. Das Ergebnis? Ich mag das Buch immer noch nicht und kann den Hype nicht verstehen. Aber darum geht es nicht. Es geht hier darum, dass dieses Buch es geschafft hat, das ich Rezensionen lese. Also ist eher die Frage, was hat das Buch richtig gemacht? Oder was haben die Rezensenten richtig gemacht?

Ich denke es ist einerseits die emotionale Thematik. Sie ist anders, speziell verpackt worden und gleichzeitig so nah, dass man mit Simon mitfühlen kann. Viele sehr persönliche Beiträge wurden geschrieben und das liebe ich an Rezensionen. Sie müssen wieder viel persönlicher werden. Ich liebe Geschichten in Rezensionen. Geschichten, die der Leser erlebt hat, mit dem Buch, durch das Buch oder die er sich jetzt traut zu erzählen dank des Buches. Und das ist bei „Nur drei Worte“ geschehen. Vielleicht verstehe ich den Hype doch langsam.

4. Hype-Bücher

Genau das richtige Stichwort: Hype. Gerade in Zeiten, wo Verlage immer intensiver mit Bloggern zusammen arbeiten und auf Instragram Bücher fantastisch in Szene gesetzt werden können, entstehen Hypes. Gefühlt jeden Monat erhält ein anderes Buch Dauerbeschallung auf Instagram. Meist, weil ausgewählte Blogger das Buch vorab erhalten haben, es überall zeigen und dann zum Erscheinungstermin die Rezensionen rausschießen und mein Reader zugespamt wird mit Meinungen zu ein und demselben Buch.

Marketingtechnisch ist das für ein Buch super, denn man kommt nicht daran vorbei. Aber, wenn ich ein Buch gefühlt in der Dauerschleife sehe, dann vergeht mir ehrlich gesagt die Lust daran. Dann lese ich leider auch keine Rezensionen. Meist warte ich dann ein gutes halbes Jahr, wenn nicht sogar länger und wenn dann immer noch Rezensionen erscheinen, dann lese ich diese und entscheide dann.

5. Nacherzählungen

Gerade zu Beginn meiner Bloggerzeit habe ich wahllos Blogs gelesen. Irgendwie muss man diese ja auch kennenlernen. Ich fand damals einige Blogs, deren Rezensionen aus Nacherzählungen des Inhaltes bestanden. Meist wenig ausführlicher als ein Klappentext. Es gab keine Meinung. Nichts. Wenn ich Glück hatte, befand sich darunter noch eine Sternebewertung. Aber warum 5 Sterne? Oder nur 3? Es gab keine Begründung, nichts worauf ich schließen konnte, was am Buch toll oder weniger toll war.

Diese Blogs habe ich, so hart es klingt, ausgesiebt.

6. Folgebände

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es selten Einzelbände gibt. Also gerade im Jugendbuchbereich oder bei Fantasy oder Dystopien sind es meist mehrteilige Reihen, die dem Leser vorgesetzt werden. Was nicht schlimm ist, denn meist dauert es gerade bei Fantasy und Dystopie die Welt aufzubauen und den Leser mit allem vertraut zu machen. Doch dann finde ich Rezensionen schwer. Was ist, wenn ich Band 1 noch nicht gelesen habe, aber Band 3 schon auf dem Markt ist? In diesem Fall ist es immer möglich auf Spoiler zu stoßen. Dabei empfinde ich es keineswegs als Spoiler, wenn man über die wichtigsten Personen schreibt. So ist es für mich kein Spoiler, wenn man in Harry Potter 5 über Harry, Ron und Hermine spricht. Meist kann man davon ausgehen, dass die wichtigsten Personen es wenigstens irgendwie bis zum letzten Band schaffen und erst dort sterben oder auch nicht.

Ich finde Folgebände schwierig. Auch ich stehe da immer vor einem Dilemma. Einerseits möchte man das neue Buch vorstellen, andererseits fände ich es besser eine Reihe als Ganzen zu präsentieren. Was natürlich schwer ist, wenn sie gerade erst nach und nach erscheint.

Um ehrlich zu sein, habe ich darauf selbst keine Antwort. Lesen? Nicht lesen? Ich glaube, diese Rezensionen sind dann wichtig, wenn man sich nicht sicher ist, ob man diese Reihe selbst fortsetzen möchte. So fand man vielleicht Band 1 großartig, aber Band 2 dann eher weniger und die Rezension zum 3. Band überzeugt dann doch, dass man sich wieder in diese Geschichte begeben möchte.

7. Fremdes Genre

Jeder von uns hat ein Genre, das wenig bis gar nicht gelesen wird. Die Gründe hierzu sind vielfältig, so wie es jeder Blog ist. Aus diesem Grund sprechen mich Rezensionen dazu auch nicht an. Ob sich daran etwas ändern wird? Ich glaube nicht und finde es auch nicht schlimm. Die Bloggerwelt da draußen ist so groß, dass jeder etwas für den eigenen Geschmack findet.

Welche Rezensionen lese ich denn nun?

So ein richtiges Rezept gibt es nicht. Gern entdecke ich Bücher, die nicht in aller Munde sind. Klassiker finde ich hochinteressant bei Rezensionen, denn irgendwie kennt man sie ja doch und lernt sie aber so durch das Auge eines anderen Betrachters kennen.

Es gibt auch bestimmte Blogger, deren Rezensionen in kleinen Dosen, nicht jede Woche 2-3, erscheinen und auf deren Meinung ist sehr viel setze. Dazu gehören:

Dani von Brösels Bücherregal

Anabelle von stehlblüten

Anna von Ink of books

Mareike von Crowandkraken

Flo von Literarischernerd

Linus von buzzaldrins.de

Ich habe bestimmt einige von euch vergessen und entschuldige mich jetzt schon einmal dafür. Ihr seid alle toll.

Einen weiteren Beitrag zum Thema hat auch Ela von Literaturliebe. Schaut auch dort einmal vorbei.

Eure Jule

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22 Gedanken zu “7 Gründe, warum ich keine Rezensionen lese

  1. Ich hab das gelesen und dachte mir so: Ach. Dann mag sie meine Rezensionen eh nicht. UND DANN STEH ICH DA UND ICH SO: *-* *-* *-* Also vielen vielen Dank, das ist ein riesiges und tolles Kompliment und ich freue mich sehr! (Gerade, da ich deine Meinung ansonsten tatsächlich teile und auch wenig Rezensionen lese 😕)
    Ganz viele Grüße,
    Anna

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    1. Liebe Anna,
      bitte wie kann man deine Rezensionen denn nicht mögen. Ich finde sie immer sehr witzig geschrieben und daher einprägsamer als „klassische“ Rezensionen. Bei deinen Texten merkt man, dass du das Lesen liebst und deine Begeisterung oder Abneigung für ein Buch ehrlich in die Welt brüllst. :D
      Liebe Grüße
      Jule

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  2. Hallo Jule,
    ich wollte dich nicht unter Druck setzen, sorry, aber das Thema hatte mir gestern keine Ruhe gelassen…

    Interessanter Beitrag. Ich teile deine Meinung sogar teilweise. Rezensionen zu Folgebänden lese ich bspw. auch nicht, solange ich nicht die Vorgänger gelesen habe. Wenn ich eine Rezension zu einem Folgeband schreibe, dann kennzeichne ich dies ganz am Anfang als Folgeband und weise auf eventuelle Spoiler zum Vorgänger hin. Oft mache schreibe ich auch noch mal einen Beitrag über gesamte Reihe, wenn ich diese fertig gelesen habe.

    Auch die Hypebücher sind ein kritischer Punkt bei mir. Einerseits interessiert es mich immer wahnsinnig, warum dieses oder jenes Buch so gehypet wird, andererseits bin ich auch wirklich schnell „übersättigt“ davon. Wenn mich das Buch interessiert, lese ich es meistens auch erst Monate später.

    Ich glaube jeder hat so seine Lieblingsblogs, auf denen er liest – zumindest was die Rezensionen angeht. Wie gesagt, ich lese zwar einige Rezension, aber nur auf Blogs, denen ich vertraue und bei denen ich weiß, ich werde nicht gespoilert. Ich gebe zu, dass neuere Blogs es da bei mir etwas schwer haben, da ich diese halt in Bezug auf die Rezis nicht einschätzen kann. Und wirklich – es gibt nichts schlimmeres als gespoilert zu werden!

    Danke auch für die Verlinkung, auch wenn ich mir für meinen Beitrag vermutlich auch etwas mehr Zeit hätte lassen sollen. Aber manchmal sind meine Gedanken sehr spontan und müssen raus… Ich habe dich nachträglich auch noch in meinem Beitrag verlinkt 🙂

    Alles Liebe, Ela

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  3. Ave,
    ich gebe dann einfach mal meinen eigenen Senf dazu. Das kann man bei der Struktur deines Artikels so gut. ^^

    Punkt 1: Hm… irgendwie mache ich da was falsch. „Herzensbücher“ in der Form kenne ich persönlich nicht. Klar, es gibt Bücher, die ich absolut toll finde – aber selbst da (oder gerade da) interessieren mich die Meinungen meiner Mitmenschen brennend, selbst wenn sie von meiner eigenen abweichen. Das perfekte (wenn auch nicht buchige Beispiel) ist eine meiner Lieblingsbands: Absolut unbekannt und die paar Leute, die musikalisch in meine Richtung gehen und sie aus dem Grund vorgespielt bekommen haben, sind überwiegend der Meinung, der Sänger könne nicht singen. Ich mag’s trotzdem.

    Punkt 2: Verstößt gegen die 10 Buchblogger-Gebote. Ganz eindeutig. (Da fällt mir auf… da könnte man mal einen Beitrag zu schreiben…Hm.. du bringst mich auf Ideen.)

    Punkt 3: Wenn ich neu auf einem Blog bin, lese ich meist erstmal ein paar Rezensionen zu Büchern, die ich selbst bereits gelesen habe. Beim Suchen nach diesen merke ich nämlich schon, wie ähnlich sich die Geschmäcker sind. An den Rezensionen selbst kann ich dann festmachen, ob mir der Rezensions- bzw. Beurteilungsstil gefällt, weil ich dort die Grundlage selbst kenne. Bei mir unbekannten Büchern könnte es ja schließlich sein, dass die Art der Rezension in diesem einen Fall eben an dem Buch liegt. Schließlich kann man zu manchen Büchern leichter schreiben als zu anderen.

    Punkt 4: Hype ist so eine Sache, über die man auch mal ’nen eigenen Artikel schreiben könnte. Mal springe ich gerne (auf bereits abgefahrene) Hype-Züge auf, mal entgehen mir wahrscheinlich gute Bücher, weil sie einfach überall sind. Diese Dauerpräsenz hält mich dann davon ab zu sagen: „Ich muss jetzt in diesem Moment die Rezension dazu lesen, sonst vergesse ich das Buch vielleicht für immer.“

    Punkt 5: Verstößt vielleicht nicht gegen die 10 Buchblogger-Gebote, widerspricht aber bestimmt irgendwelchen untergeordneten Gesetzen des Buchblogger-Pentateuchs. Oder so. (Frag mich nicht, wieso ich gerade so viele biblische Vergleiche ziehe. Vielleicht hat Bibelkunde mich mehr geschädigt als ich dachte.)

    Punkt 6: Über diesen Punkt denke ich momentan auch nach. Bei mir sind Folgebände ja noch häufiger, weil ich neben Büchern auch sehr gerne Mangas rezensiere und es dort eben mehr Reihen als Einzelbände gibt. Meist erscheinen die Bände in Deutschland zwar eher in einem zwei-monatigem Intervall, aber dafür sind sie ja auch meist zahlreicher. Und wer liest sich 2018 denn eine Reihenrezension zu einer Reihe durch, deren erster Band 2015 oder eher erschienen ist? Da kann man auch mal die ~7€ für den ersten Band ausgeben und einfach blind selbst die Reihe antesten.

    Punkt 7: Bei der Vielzahl von Blogs kann man doch sowieso nicht jede Rezension lesen. Da ist es nur natürlich, wenn man sich seine Nische sucht.

    So, und nun möchte ich dich zu einem Artikel herausfordern. Denn obwohl du einige Gründe zeigst, warum du selbst eher selten Rezensionen liest, hat dein Blog ja doch auch ein paar Rezensionen auf Lager. Jetzt will ich die „7 Gründe, warum ich trotzdem rezensiere“ lesen. ;)

    Liebe Grüße
    Seitenfetzer

    Gefällt 2 Personen

    1. Hi!

      Ich kann das alles eigentlich so unterschreiben wie Seitenfetzer das so schön ausgeführt hat.

      Rezensionen lese ich eigentlich sehr gerne, zum einen, um mir ein Bild von einem Buch zu machen, das ich lesen möchte, zum anderen über Bücher die ich schon kenne, um mich evtl. über verschiedene Meinungen auszutauschen oder meine Begeisterung (oder meine negative Kritik) bestätigt zu sehen.

      Natürlich lese ich Rezis nicht wahllos, das hätte ja auch keinen Sinn … aber ich entdecke doch immer wieder dadurch Bücher, auf die ich sonst vielleicht nicht gekommen wäre. Mit der Zeit, die man als Blogger und anderen Blogs verbringt, lernt man andere und ihren Geschmack doch relativ gut kennen und weiß dann schon, welche einen ähnlichen Geschmack haben oder eben nicht. So kann man das ganz gut abschätzen und das mag ich am Bloggen auch sehr.

      Spoiler find ich auch ganz schlimm, aber bei den Blogs wo ich lese, finde ich zum Glück keine.
      Ich kennzeichne es auch IMMER falls doch mal Spoiler in einer meiner Rezis nötig sind, bzw. wenn ich über Folgebände eine Rezi schreibe und dort Spoiler zu den Vorgängern drin sind.
      Allerdings finde ich durchaus, dass man über Folgebände auch ohne Spoiler schreiben kann. Wie du schon sagst, ich will ja nicht die Handlung nacherzählen, sondern wie der Schreibstil war, ob die Charaktere gelungen und nachvollziehbar sind, ob sie eine Entwicklung durchmachen, ob die Atmosphäre, das Tempo, die Spannung gegeben war. Das alles geht durchaus, ohne zu genau auf die Handlung einzugehen.

      Bei Herzensbüchern, also da ist mir eigentlich egal was andere schreiben, das ändert nicht meine Meinung. Für jeden fühlt sich das Lesen der Geschichten eben anders an und jeder hat da seine individuelle Meinung, gerade auch bei diesen Büchern interessiert mich, warum jemand anders genauso begeistert ist wie ich, oder warum gerade nicht.

      Ich finde es etwas schade, dass du keine Rezis liest oder zumindest nicht so gerne. Gerade deine Titelüberschrift klingt da sehr hart, aber anscheinend liest du ja doch auch welche :)
      Gerade der Austausch über die gelesenen Bücher, deshalb hab ich meinen Blog eigentlich ins Leben gerufen. Mich interessiert die Meinung der anderen und deshalb schreibe ich auch gerne Rezensionen – auch um die Geschichte für mich selbst nochmal zu verinnerlichen.

      Liebste Grüße, Aleshanee

      Gefällt 1 Person

  4. Ich bin ja noch nicht allzu lange unter den Bloggern und daher war es vor allem für mich interessant zu lesen, denn gleichzeitig ist das auch eine gute Gelegenheit rauszufinden was zum Rezensionslesen anspornt und welche Fehler man machen könnte. Bezüglich Hype-Bücher bin ich da wohl eine der wenigen die schon aus Prinzip skeptisch gegenüber solchen Büchern stehe und sowieso lieber zu Büchern greife die nicht ganz so Mainstream sind..hier besteht aber auch die Gefahr, dass die Rezis dazu keiner lesen will da sie eben nicht angesagt sind. Aber ehrlich..mir ist das wirklich egal. Ich schreibe einfach nur gern Rezensionen und vielleicht gefallen die eine oder andere sogar jemanden..und wenn es nur einer ist. Vielleicht nehme ich das Bloggen auch nicht so ernst wie manche anderen, aber solange ich Spaß daran habe, mache ich das auch. Für März habe ich z.B. Ein Jane-Austen-Special geplant. Diese Bücher sind ja für manche auch schon alte Schinken und daher uninteressant, aber mir macht es einfach Spaß und das ist der einzige Grund für mich einen Monat lang von Jane Austen und um Jane Austen zu lesen 😊
    Vielen, vielen Dank für deinen tollen Beitrag!!
    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

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    1. Ich finde es gerade auch interessant, mal etwas über ältere Bücher zu erfahren, oder auch unbekanntere und nicht immer die, die man eh schon ständig überall sieht!
      Und genau das soll es ja sein: Spaß machen :)

      Gefällt 1 Person

  5. Hallo Jule!
    Sehr interessante Einblicke in dein Rezensionsleseverhalten. Im großen und ganzen stimme ich dir zu.
    Ich liebe Rezension die auch mal etwas abseits vom Buch erzählen. Vor kurzem wurde gerade das irgendwo kritisiert, aber ich liebe es. Kleine Anekdoten aus dem Leben des Lesen oder weiterführende Gedanken zu dem Buch. Ich merke auch das Rezensionen bei denen ich das mach mehr Anklang finden.
    Wenn ich Bücher zu einem bestimmten Thema (genreubabhängig) lesen möchte, erkundige ich mich sehr gerne mit Rezension was gut ist bzw mir gefallen könnte. Im Moment ist der Zweite Weltkrieg so ein Thema bei mir.
    Liebe Grüße
    Sabrina

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Sabrina,
      danke für deinen Kommentar.
      Ich kann dir zustimmen bei dem Punkt, wenn man sich zu einem neuen Thema informieren möchte. Da suche ich dann auch gezielt auf anderen Blogs. Bei mir ist es gerade Japan oder die Beat Generation. Bei Stöperrunden lassen sich da so einige Schätze finden.
      Liebe Grüße
      Jule

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  6. Liebe Jule,
    es freut mich, dass du deinen Beitrag nun in Angriff genommen hast :)
    Ich finde es ganz schön, dass du deutlich machst, dass es eher an dir liegt, wenn dich eine Rezension nicht anspricht und weniger an der Rezension selbst oder gar dem Blogger. Das habe ich so noch nie ausgedrückt, aber mir geht es ganz ähnlich. Einige deiner Gründe kann ich sehr gut nachvollziehen, andere dagegen weniger. Dennoch stimme ich dir voll zu: Es hat eher mit einem selbst zu tun.

    Ich denke, zwei Dinge spielen bei Rezensionen eine große Rolle
    1. Interessiert mich das Buch? (klingt simpel, aber ich folge vielen Blogs, die Krimis oder Thriller vorstellen, die lese ich aber nicht, ergo auch die Rezensionen dazu eher selten)
    2. Passt es mir gerade?
    Was ich immer spannend finde an Rezensionen ist, dass sie manchmal auch Wochen, gar Monate nach der Veröffentlichung gelesen werden. Passiert mir bei reinen Geplauder-Beiträgen, die anfangs viel kommentiert werden, dagegen eher seltener. Leser ebenso wie Blogger haben manchmal einfach andere Interessen, wollen das Buch erst selbst lesen etc. sodass eine Rezension ja nicht immer mit Erscheinen gelesen werden muss. Die meisten Rezensionen sind ja auch zeitlich unabhängig – kein Buch läuft uns davon :)

    Ich finde es schön, dass nun wieder vermehrt darüber diskutiert wird, wie man eigentlich andere Blogger liest. Schuldzuweisungen sind da absolut unnötig. Niemand sollte sich angegriffen fühlen, wenn seine Rezensionen selten(er) gelesen werden. Leider neigen wir dazu, uns sehr oft mit anderen zu vergleichen, was ja eigentlich sehr schade ist. Ich glaube, Rezensionen sind ein wichtiger Teil von Buchblogs und ich hoffe, dass sie nicht aussterben. Aber ich finde es schön, wenn man sich selbst hin und wieder ein wenig hinterfragt.
    Vielen Dank für deine interessanten Überlegungen, die ich noch nachträglich verlinken werde 🙂
    VG Jennifer

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    1. Hallo Jennifer,
      endlich finde ich Zeit auf deinen Kommentar zu antworten.
      Tatsächlich habe ich das in den letzten Wochen auch einmal auf meinem Blog etwas intensiver beobachtet. Rezensionen werden auch Monate nach ihrer Veröffentlichung noch angeklickt. Wobei Geplauder oder andere allgemeine Beiträge dann doch irgendwann in der Versenkung verschwinden. Bestes Beispiel ist hier eine Rezension, die ich im Sommer 2015 veröffentlichte und seit dem eigentlich immer DER Top-Beitrag auf meinem Blog war.
      Ich finde es auch gut, dass wieder mehr darüber diskutiert wird. Weil man so auch gleichzeitig Anregungen bekommt, was man vielleicht selbst ändern könnte, wenn man doch unzufrieden ist oder zumindest die eigenen Rezensionen doch einmal mehr hinterfragt.
      Schuldzuweisungen sollte es niemals geben. Wenn mir ein Blog nicht gefällt, muss ich ihn nicht lesen. Und es sollte immer die Regel gelten „Mein Blog, meine Party“.
      Ob Rezensionen aussterben können? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass sie sich maximal einem Wandel unterziehen. Sich verändern werden und nicht mehr dem klassischen Schema folgen.
      Liebe Grüße
      Jule

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  7. Liebe Jule,

    heute finde ich endlich die Zeit, einmal ein paar Gedanken hier zu lassen.

    Ich gehöre ja zu den (glaubt man den Statistiken recht wenigen) Leserinnen von Rezensionen. Ich lese diese mindestens genauso oft wie andere Beitragsformate. Deine Punkte, was dich vom Lesen abhält, kann ich aber dennoch nachvollziehen. Spoiler sind grundsätzlich natürlich ein No-Go. Würde ich irgendwo einen argen Spoiler lesen, wäre der Blog für mich wohl auch gestorben. Ausnahme: Der Spoiler ist im Vorfeld entsprechend gekennzeichnet und im Idealfall sogar unkenntlich gemacht, sodass wirklich nur diejenigen ihn lesen, die ihn auch lesen möchten. Ab und zu finde ich Spoiler aber durchaus passend bzw. wichtig, wenn es bspw. um eine problematische Szene oder gewaltige Logikfehler geht. Doch auch hier gilt: Solche Informationen sind mit einem Spoiler-Hinweis zu versehen, damit jeder Leser selbst entscheiden kann, ob er mehr erfahren möchte oder nicht.

    Was die ausgewählten Bücher angeht, lese ich tatsächlich ohne sonderliche Einschränkung: mir unbekannte Titel, gelesene Titel, auch einmal Titel aus Genres, die ich gewöhnlich nicht oder selten lese. Es hängt jedoch auch stark davon ab, wer die Rezension verfasst hat: Mag ich die Art, wie der / die Bloggende rezensiert oder teilen wir einen ähnlichen Geschmack, dann lese ich auch Beiträge über Bücher, um die ich sonst einen Bogen machen würde. Sehr selten lese ich allerdings, wie du, Bücher, die aktuell sehr gehyped werden und daher tagtäglich im Reader und den Sozialen Netzwerken auftauchen. Die Bücher mögen ja durchaus lesenswert sein, aber bei mir setzt einfach sehr schnell eine Art Übersättigung ein und jede Neugier, die ich anfangs vielleicht noch gegenüber dem Buch verspürte, verfliegt durch die Omnipräsenz

    Bestätigen kann ich auch deinen Punkt mit dem Persönlichen in Rezensionen. Über die Jahre habe ich die Rezensionen schätzen gelernt, die mir auch etwas über die Person hinter dem Blog, die Person als Leser(in), verraten. Das heißt nicht, dass jetzt jeder Blogger Privates oder sein Seelenleben in Rezensionen offenbaren soll, aber ich möchte gerne wissen, was ein Buch bei dieser Person ausgelöst hat, was warum gefallen oder nicht gefallen hat und welche Gedanken aus dem Buch in der Person nachhallen. Das hilft mir auch, besser einzuschätzen, ob ein Buch auch meinen Lesegeschmack treffen könnte oder nicht.

    Liebe Grüße und ein wundervolles Wochenende!
    Kathrin

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    1. Hallöchen Kathrin,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar, auf den ich nun auch endlich Zeit finde zu antworten.
      Ich glaube, dass es gerade die vielen Spoiler waren, die ich zu Beginn meinre Bloggerzeit gelesen habe, die mich danach immer abschreckten, Rezensionen zu lesen. Eine Kennzeichnung finde ich gut, weil ich als Leser dann gewarnt bin. Logikfehler dürfen auch gern in Rezensionen auftauchen, aber viel zu oft habe ich das Ende schon gelesen und mich dann gegen ein Buch entschieden.
      Mittlerweile lese ich auch wieder mehr Rezensionen, was allrdings meiner Wunschliste nicht guttut. Aber das ist dann eben ein Nebeneffekt.
      Liebe Grüße
      Jule

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  8. Huhuu liebe Juleee

    ein wundervoller Beitrag! Ich lese auch nur selten Rezensionen. Entweder, weil ich dem Blogger eben vertraue und weiß, dass er immer wunderovlle Rezensionen schreibt oder weil ich am ersten Satz der Rezension schon mekre – kein blödes Nacherzählen, kein stures nach Schul-form abhandeln sondern, da steckt Herzblut drinnen, der erzählt mir, warum er das mochte oder hasste und was er empfand als er las und was das Buch für ihn transportiert – solche Rezensionen mag ich sehr. Bei Hype traue ich mich nur bei Lieblingsbloggern ran. Meist geht es mir jedoch ähnlich. Mensch, da ist es ja gar nicht dumm, dasss ich bei manchen Hypebüchern erst ein Jahr später daherkomme mit meiner Rezension :D. Folgebände meide ich auch, außer eben um zu schauen, ob ich der Reieh ncoh eine Chance geben. Ich selbst rezensiere Reihen seltens und wenn dan solche, die bereits vollständig erschienen sind und dann in einem Beitrag.

    glg Franzi

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    1. Halloooo Franzi,
      danke für deinen Kommentar. Ich sehe schon, dass viele von uns ähnlich ticken. Ich bin bei Reihen auch ommer skeptisch, besonders bei Folgebänden. Manchmal bin ich dann aber doch neugierig und lese mit die eine oder andere Rezension durch um zu schauen, ob die Reihe immer noch hält was sie verspricht. :D
      Liebe Grüße
      Jule

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  9. Ach, ich fühle mich von diesem Beitrag so verstanden! 😀
    Ich bin auch kein großer Rezensionsleser und gönne mir nur die ein oder andere, wenn sie entweder von einem Blogger kommt, den ich sehr gut finde (Anabelle gehört bei mir zum Beispiel auch dazu) und dessen Meinung mich einfach grundsätzlich interessiert, oder wenn ich das Buch wirklich überhaupt gar nicht mochte. Dann gibt es für mich echt nichts schöneres, als weitere negative Meinungen auf Goodreads zu lesen. 😀

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