Jack (Anthony McCarten)

Es gibt Bücher, deren erste Seite noch nicht verrät wie sie einen verändern können. „Jack“ von Anthony McCarten ist jedoch so ein Buch. Ein Buch, das mich auf eine ganz neue literarische Reise schickte, die nach der letzten Seite noch lange nicht zu Ende ist.

(c) Juliane Dietrich

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Autor: Anthony McCarten // Titel: Jack // Original Titel: American Letters // Verlag: Diogenes Verlag (28.02.2018) // Übersetzer: Manfred Allié & Gabriele Kempf-Allié // 256 Seiten // ISBN: 978-3-257-06856-6 // Preis: 22,00€ – Rezensionsexemplar // Buch kaufen*

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Inhalt:

Jack Kerouac ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er säuft sich in Florida zu Tode. Vorbei sind die Zeiten, in denen er das Idol der Beatniks war und für seinen Kultroman „Unterwegs“ gefeiert wurde. Dann klingelt plötzlich eine Literaturstudentin an seine Tür um seine Biografie schreiben zu dürfen. Was sowohl Jack als auch Jan nicht ahnen: beide werden aus dieser Nummer nicht heil herauskommen…

Meine Meinung:

Bücher sind dazu da uns zu unterhalten, Wissen zu vermitteln und zu verändern, Träume zu schenken und Freude zu bereiten. „Jack“ verbindet viele dieser Eigenschaften. Anthony McCarten gelingt es erneut perfekt seine Figuren zu konstruieren und zum Leben zu erwecken. Sie wirken natürlich und es wirkt fast so, als würde man die Personen schon so lange persönlich kennen und gleichzeitig sind sie unnahbar.

Anthony McCarten ist für mich jemand, dem es auf einzigartige Weise gelingt, Figuren zu zeichnen. In „Licht“ brachte er seinen Lesern Thomas Edison und in „funny girl“ eine muslimische in London lebende junge Frau näher.

Und nun wandte er seine ganze Aufmerksamkeit „Jack“ zu. Jack ist nicht irgendjemand, sondern er ist Jack Kerouac. Ich habe oftmals das Problem, dass ich mir die Namen von Autoren nicht merken kann – Namen im Allgemeinen – und mir daher nicht bewusst war, dass Jack ein Vorbild einer ganzen Generation war. Jack Kerouacs Roman „Unterwegs“, der in den 1960er Jahren zum Kultroman der Beatgeneration wurde, ist mir jedoch Dank der gleichnamigen Verfilmung bekannt und liegt mittlerweile neben mir. (Mit einem Lesezeichen auf S. 21)

„Jack“ zog mich in auch deshalb in seinen Bann, weil es Anthony McCarten gelingt auf beeindruckende Weise seinen Charakteren Leben einzuhauchen. Bei jeder weiteren Seite hatte ich das Gefühl, ich lerne die Literaturstudentin Jan und Jack besser kennen und sie existieren nicht nur auf dem Papier, sondern ich könnte ihnen im nächsten Moment draußen auf der Straße begegnen.

Der Roman ist gezeichnet wie ein Film, durch den man als Leser läuft. Denn was bei den Romanen von Anthony McCarten nicht möglich ist, ist, die Bücher einfach zu lesen. Man lebt sie. Man erlebt sie.

Die mit Jack und seinem Leben verbundene Hippie-Bewegung und alles, was in den 1960er Jahren passierte, war bisher nie mein Interessengebiet. Alles schien in meinen Augen immer voller Drogen und Sex und dem Ruf nach Freiheit, aber mit fehlte irgendwie immer die Ehrlichkeit oder der Ernst. Vieles wirkte immer zu überspitzt dargestellt, fast schon karikaturenhaft. Ich kann es nicht einmal in Worte fassen, was mich genau bisher an dieser Zeit störte. Doch jetzt ist mein Interesse geweckt. Ich lese im Internet seitenweise Artikel, möchte mit am liebsten die gesamte Bibliographie von Jack Kerouac und seinem Zeitgenossen und Freund Allen Ginsberg zulegen.

Somit ist „Jack“ für mich ein Roman, der mich bereicherte. Mir nicht nur einen neuen Schriftsteller näher brachte, sondern auch die 1960er Jahre, die Hippie-Bewegung, der Wunsch nach Freiheit.

Fazit:

Für mich ist „Jack“ ein außergewöhnlicher Roman voller Zweifel, Lebensfreude, Selbstzerstörung und der Liebe zur Literatur.

Eure Jule

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5 Gedanken zu “Jack (Anthony McCarten)

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