Palast der Finsternis (Stefan Bachmann)

(c) Juliane Dietrich

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Autor: Stefan Bachmann // Titel: Palast der Finsternis // Original Titel: A Drop of Night // Verlag: Diogenes (23.08.2017) // Übersetzerin: Stefanie Schäfer // 397 Seiten // ISBN: 978-3-257-30055-0 // Preis: 18,00€ – Rezensionsexemplar // Buch kaufen*

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Inhalt:

Anouk ist eine Außenseiterin, hasst die Menschen um sich herum und besonders hasst sie ihre Familie. Trotzdem oder gerade deswegen ist sie mit vier anderen Kandidaten nach Paris geflogen, wo sie gemeinsam einen unterirdischen Palast erforschen sollen. Dieser wurde von einem verrückten Adligen während der Französischen Revolution als Versteck für sich und seine Familie erbaut. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Türen des Palastes getreten sind, haben sie keine Ahnung, dass hinter jeder Tür und in jedem Raum eine neue Herausforderung auf sie wartet, die sie nur gemeinsam bezwingen können.

Meine Meinung:

Bereits als mir Stefan Bachmanns neuer Roman im März auf der Leipziger Buchmesse 2017 vorgestellt wurde, wusste ich, dass dieses Buch genau richtig für mich ist. Etwas mystisches, etwas historisches und von meinem Lieblingsverlag.

Das ich allerdings so einen spannenden Roman in den Händen halten würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Von der Thematik erinnerte mich der Roman in einigen Zügen an „Die Auserwählten“-Trilogie von James Dashner, besonders an das Labyrinth aus Band 1. Als ich diesen Umstand bemerkte, hatte mich das Buch sofort und vollständig in seinen Bann gezogen.

Der Spannungsaufbau war super. Ich liebe Bücher, die immer wieder kleine Höhepunkte aufbauen und sich dann in einem großen Finale entladen. Zumal das Finale nicht erst auf den letzten 10 Seiten passiert und dann urplötzlich endet. Ich möchte einen guten Auslauf, Erklärungen oder zumindest kein abruptes Ende, das einen ratlos zurücklässt.

Interessant finde ich, dass Stefan Bachmann dafür sorgt, dass man Leser nicht unbedingt Sympathien für die Jugendlichen aufbaut. Jeder der Jugendlichen ist auf seine eigene Art und Weise unsympathisch, verwöhnt, seltsam, verrückt oder einfach nur ein anstrengender Jugendlicher. Diesen Umstand fand ich in dieser Konstellation interessant, weil man als Leser normalerweise wenigstens zu einer der Hintergrundfiguren Sympathien aufbaut, wenn es schon der handlungstragende Protagonist – in diesem Fall Anouk – nicht gelingt. Trotz der vielen Antipathien fiebert man mit den Protagonisten mit, denn am Ende mag man ihre Geschichte, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind und die Rätsel, die sie lösen müssen. Am Ende war es doch wenigstens eine Person, die mein Herz ein wenig erobern konnte. Die kleine verrückte Lilly war wunderbar. Ihre Szenen machten Spaß zu lesen, denn sie brachte mit ihrer Art immer etwas Licht ins Dunkel der Geschichte. Und wenn ich ehrlich bin, erinnerte sie mich das eine oder andere Mal an Luna Lovegood aus Harry Potter.

Zum Schluss möchte ich noch die zweite Zeitebene ansprechen. Die Vergangenheit des unterirdischen Palasts, dessen Handlung im Zeitraum der Französischen Revolution um 1789 angesiedelt ist. Zu Beginn voller Rätsel, die nach und nach dem Leser offenbart werden, fand ich die Beziehungen der dort lebenden Personen um einiges interessanter und spannender als der Jugendlichen in der Gegenwart. Denn hier konnten Sympathien aufgebaut werden, die ich dann doch begrüßte. Ich bin zwar immer wieder offen für Protagonisten, die anecken, nicht glatt sind, auch motzen und jammern können, aber ich freue mich immer über Personen, mit denen ich mich auch identifizieren kann.

Trotz allem hat das Buch am Ende eine für mich wunderschöne Botschaft, die in der heutigen Zeit gar nicht so unwichtig ist.

„Die Menschen besitzen ein besonderes Talent, nämlich, dass sie überall unglücklich sein können, egal, wo sie sind. Doch Menschen haben noch eine andere besondere Gabe: Wir können fast überall glücklich sein. Wir können glücklich sein, weil wir nicht allein sind.“ (S. 397)

Fazit:

Für Fans von mystischen Rätseln, etwas anderen Charakteren, die nicht immer perfekt sind und auch einmal motzen können, ist dieses Buch gut geeignet für gemütliche Stunden auf dem Sofa, lange Bahnfahrten oder die ersten Frühlingstage in der Sonne.

Eure Jule

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2 Gedanken zu “Palast der Finsternis (Stefan Bachmann)

  1. Hey Jule,
    Lilly habe ich auch innerlich mit Luna verglichen. Ich glaube, das wird den meiste nicht Lesern so gehen. Mir war das Ende allerdings zu holterdiepolter-zack-undvorbei… Ansonsten habe ich diese düstere Jagd nach dem Ausgang sehr genossen.
    Liebe Grüße Tina

    Gefällt mir

  2. Liebe Jule,
    Stefan Bachmann hat mich allen voran durch seinen Schreibstil vollkommen in den Bann gezogen. Wobei ich sagen muss, dass mir Anouks Art total zugesagt hat. Ich mochte ihr Denken und ihre direkte Art sehr. Sie war einmal eine vollkommen andere Art von Protagonistin, bei der es mir persönlich unheimlich viel Spaß machte, aus ihrer Perspektive den Roman zu erleben. Die Hintergrundgeschichte zum Palast aus der Vergangenheit fand ich auch unglaublich spannend. Gerade diese Sprünge kurbelten die Spannung erst richtig an. Allerdings muss ich sagen, dass ich vom Ende eher enttäuscht war. Irgendwie hatte ich mir da etwas anderes erhofft, dennoch ist es ein Roman, dem ich jeden empfehlen würde, allein was die Spannung und den Lesefluss betrifft.

    Alles Liebe,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

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