Magisterium (Holly Black / Cassandra Clare) – Mein Weg zurück ins Genre Fantasy

(c) Juliane Dietrich

Zum Inhalt:

Das Magisterium ist eine magische Schule in den USA, verborgen unter der Erde damit kein nichtmagischer Mensch sich dahin verirren kann. Nun soll auch Callum Hunt mit seinem lahmen Bein diese Schule besuchen. Doch sein Vater ist dagegen und wünscht sich nichts sehnlicher als das unbeschwerte Leben mit seinem Sohn weiterführen zu können, dass sie zuvor gemeinsam hatten. Das Schicksal will es jedoch anders und so wird Callum gemeinsam mit Tamara und Aaron in die Lehrlingsgruppe von Master Rufus aufgenommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die drei Freunde und unzertrennlich. Niemand der drei hätte zu diesem Zeitpunkt geahnt, wie eng das eigene Schicksal mit dem der anderen verbunden ist und welche Abenteuer und Gefahren sie gemeinsam bewältigen müssen. Und welche Geheimnisse sie aufdecken werden…

Wie ich das Magisterium entdeckte:

Im Herbst 2014 erschien der erste Teil der Magisterium-Reihe in deutscher Übersetzung mit diesem zauberhaften Cover. Immer wieder begegnete ich dem Buch in der verschiedensten Buchhandlungen und als ich dann im Frühsommer 2015 ein Buch für meine Reise nach Island suchte, griff ich danach. Ich liebte das Buch damals und kaufte mir im Herbst 2015 auch die Fortsetzung… und dann folgte eine lange Pause. Ich las den 2. Band nicht, er verstaubte auf meinem SuB. Den 3. Band kaufte ich auch nicht sofort, sondern bestellte ihn erst Mitte Februar diesen Jahres gemeinsam mit Band 4. Grund war meine Want-to-read-Liste für 2018 auf die ich die Reihe geschrieben hatte. Aber ausschlaggebend für das Lesen der Bücher war meine liebste Freundin Susi. Sie hörte während der Arbeitszeit die Hörbücher der ersten 3 Bände und war während der Leipziger Buchmesse Mitte März gerade mit Band 2 fertig geworden, spoilerte sich böse mit dem Klappentext von Band 4 und es folgten lange Gespräche.

Am letzten Märztag griff ich dann schließlich zum ersten Band und bereits 15 Tage später schlug ich die letzte Seite von Band 4 um. 15 Tage, die mich an die Buchseiten fesselten. 15 Tage, in denen Susi und ich uns Nachrichten schickten. 15 Tage, in denen ich mich fragte, warum ich so lange gewartet habe diese Bücher zu lesen. Und 15 Tage, in denen ich das Genre Fantasy wiederentdeckte.

***

Im folgenden möchte ich euch zu jedem der Bücher kurz etwas erzählen. Sozusagen meine ersten Kurzrezensionen. Keine Sorge, ich werde alle Besprechungen spoilerfrei halten, denn bei dieser Reihe ich es vor allem der Überraschungsmoment, der sie so spannend macht. Ein Spoiler würde hier sehr viel verderben. Lest aus diesem Grund auf keinen Fall die Klappentexte, wenn ihr nicht das unmittelbare Buch zuvor gelesen habt. Meist ist der erste Satz auf dem Klappentext das Ende des Vorgängerbandes. Beispiel der Spoiler, den Susi erwischt hat. So ist der erste Satz auf der Rückseite von Band 4 das Ende von Band 3. Leider sehr ärgerlich. Aber jetzt kennt ihr die Warnung.

(c) Juliane Dietrich

Magisterium – Der Weg ins Labyrinth:

Der erste Band ist magisch – haha, Wortspiel. Aber genau das ist er. Hier lernt man als Leser die magische Welt aus der Feder von Cassandra Clare und Holly Black kennen. Diese Welt ist gar nicht so weit von der nichtmagischen Welt abgeschottet. Die Kinder kehren in den Sommerferien nach Hause zurück und leben den ein ganz und gar normales nichtmagisches Leben. Das Magisterium bringt den Schülern auf eine ganz eigene Weise in kleinen Lehrlingsgruppen und nicht in Klassenverbänden den Umgang mit Magie bei.

Sehr interessant fand ich auch die Ausübung der Magie. Callum und seine Mitschüler benötigen keinen Zauberstab, sondern allein mit den Händen wird die Elementarmagie heraufbeschworen. Die Idee dahinter hat mir sehr gut gefallen und war auch mal etwas anderes, auch etwas unerwartetes.

Auch die Charakterzeichnung hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere sind nicht perfekt. Vor allem die Lehrer fand ich in manchen Punkten etwas holprig ausgearbeitet. Sie wirkten stets genervt von den Schülern und lustlos. Doch besonders hat es mir Callum mit seiner rotzigen Art angetan. Er ist diese Person, die immer ein freches Wort hat und damit oft Grenzen überschreitet. Besonders wird Callum, weil er nicht der typische Held ist. Er hat ein lahmes Bein und hinkt im wahrsten Sinne des Wortes seinen Freunden immer hinterher.

Dieser erste Band ist ein wunderschöner Einstieg in eine neue magische Welt voller Freundschaft und Abenteuer. Ich habe mich unglaublich gut unterhalten gefühlt. Auch bei dem erneuten Lesen, da ich seit dem ersten Lesen dieses Buches so gut wie alles vergessen hatte. Sehr viel wusste ich nicht mehr und war froh nicht gleich mit Band 2 begonnen zu haben, sondern noch einmal zu Band 1 gegriffen zu haben.

Magisterium – Der kupferne Handschuh:

Für mich war Band 2 der schwächste der Reihe, obwohl ich auch ihn nach dem ersten Band unglaublich spannend fand und nur so durch die Seiten flog. Nachdem im ersten Band die magische Welt für den Leser aufgebaut wurde, hatte ich mir im zweiten Teil doch mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Ich wünschte mir mehr Erklärungen zur magischen Welt außerhalb des Magisteriums, da gerade die Regierung immer wieder angesprochen wurde, aber so richtige Erklärungen erhielt man als Leser eben dann auch nicht. Zumindest waren die wenigen Erklärungen nicht zufriedenstellend für mich.

Dafür hat mir die Entwicklung der Freundschaft zwischen Callum, Tamara und Aaron gefallen. Die drei fügen sich immer besser zusammen und wirken trotz ihrer Unterschiedlichen Charaktere mittlerweile wie eine Einheit. Wo im ersten Band auch nur der große Feind Erwähnung findet und im Dunkeln bleibt, erfährt man als Leser auch über ihn noch weitere Dinge. Was jetzt klingt, als würden viele Geheimnisse schon in diesem Teil aufgelöst, so kann ich versichern, dass man nach der letzten Seite mit noch mehr Fragezeichen zurückgelassen wird als aufgelöst werden.

Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze:

Wo fange ich bei Band 3 an? Mit dem fiesesten Cliffhanger aller Zeiten? Mit dem Spion, der angeblich im Magisterium unterwegs ist? Fangen wir bei dem Spion an, der dafür verantwortlich ist, dass meine Notizen eine unnatürliche Länge angenommen haben. Gerade bei solchen Rätseln schreibe ich meine Vermutungen immer mit, um sie am Ende durchzustreichen oder mit ganz vielen Kommentaren zu versehen.

Durch die Suche nach dem Spion ist dieser Band der für mich spannendste gewesen. Die drohende Gefahr war allgegenwärtig und die Spannung greifbar. Dafür war der Cliffhanger unglaublich fies. Es wirkte fast – um an dieser Stelle meine gute Freundin Susi zu zitieren – als würde das Buch mitten im Satz aufhören.

Kritisieren muss ich bei diesem Band jedoch, obwohl er mir am besten gefallen hat, dass viele Szenen einfach zu kurz waren. Gerade die Geschehnisse am Ende hätte man etwas weiter ausbauen können. Genau dort hätte man die Leser richtig emotional mitnehmen können, wenn man an der ein oder anderen Stelle ausführlicher und detailreicher vorgegangen wäre.

Magisterium – Die silberne Maske:

Dieser Band unterscheidet sich vollständig von seinen Vorgängern. Denn Cassandra Clare und Holly Black trauen sich mit diesem Buch etwas, was ich in dieser Form bei keiner meiner bisher gelesenen Reihen vorgefunden habe. Als Leser lernt man ausführlicher als gedacht, die böse Seite kennen.

Callum und seine Freunde sind mittlerweile 15 Jahre alt und wir sind auch nicht mehr mit den kleinen Kindern vom Beginn der Reihe unterwegs. Dies war auch ein Punkt, den ich bei allen Büchern immer wieder kritisierte. Zwar erfährt man im ersten Band, dass Callum 12 Jahre alt ist, aber danach wird sein Alter nicht mehr erwähnt bis zum vierten Teil. Zwar erfährt man, dass das neue Schuljahr beginnt, dass Zeit vergeht und somit auch die Schüler älter werden. Aber ich finde es immer schön, wenn das Alter auch noch einmal in einer konkreten Zahl geäußert wird, damit auch in meiner Vorstellungskraft die Protagonisten größer werden.

Die bereits im ersten Teil erwähnte Chaosmagie, die neben den vier Elementen eine zentrale Rolle spielt, wird im vierten Teil noch intensiver beleuchtet. Warum? Das wären so viele Spoiler, dass ihr wohl oder übel jetzt die Bücher lesen müsst.

Wo ich sagte, dass der Cliffhanger am Ende des dritten Bandes schon gemein war, möchte ich über das Ende von „Die silberne Maske“ lieber kein Wort verlieren, besonders bei dem Gedanken noch bis mindestens Ende des Jahres warten zu müssen.

Band 5 „Magisterium – Der Feind des Todes“ (grob aus dem Englischen übersetzt) wird der finale Teil sein, bei dem ich sehr gespannt bin, wie all die Geheimnisse und Rätsel aufgelöst werden.

(c) Juliane Dietrich

Vergleich mit Harry Potter:

Natürlich ist der Vergleich da. Eine magische Schule, Drei Freunde, viele Abenteuer und Geheimnisse, ein Feind, der die Vergangenheit und Gegenwart überschattet.

Ich bin ehrlich, dass ich am Anfang auch das eine oder andere mal an Harry Potter denken musste. Dieser Gedanke ich auch berechtigt, aber dann möchte ich einmal nachfragen, wie oft wir in Fantasy-Reihen auf ein Trio treffen? Oder auf den großen Feind, der dann im finalen Band besiegt werden muss? Auch gewisse Konflikte wiederholen sich, einfach weil sie, wenn Protagonisten ein ähnliches Alter haben, ähnliche Konfliktpotenziale haben. Viele der heutigen Autoren sind auch in etwa meinem Alter, und somit mit Harry Potter aufgewachsen. Die Geschichte von J. K. Rowling hat uns alle geprägt und Einflüsse auf so viele Bereiche unseres Alltags und Lebens. Um noch mehr Anregungen zu geben. Wie oft finden sich in Liebesromane Romeo-und-Julia-Motive wieder? Und obwohl es viele Parallelen zu Harry Potter gibt, gibt es umso mehr Unterschiede. Callum ist kein Harry. Das könnte er auch nie sein. Weil Callum Wesenszüge hat, die Harry niemals besitzen könnte. Das Trio bei Harry Potter hat auch eine ganz andere Dynamik als das Trio um Callum.

All diese Unterschiede kann man jedoch nur erfahren, wenn man die Vorurteile beiseite schiebt, auf die negativen Kritiken nicht achtet und der Reihe eine Chance gibt. Cassandra Clare und Holly Black beweisen sogar am Ende von Band 3 einen mutigen Schritt, den J. K. Rowling nicht gegangen ist. Sie wagen neue Dinge und wagen sich an Themen, die so bei Harry Potter nicht auftauchen. Sie verwischen sogar die Grenze zwischen Gut und Böse noch mehr als wir es bei Harry Potter kennen lernen durften.

Bibliografische Angaben:

– Werbung –

Alle Bücher sind im One Verlag von Bastei Lübbe erschienen. → Verlagsseite!

Der Weg ins Labyrinth: Übersetzerin: Anne Brauner // 332 Seiten // ISBN: 978-3-8466-0004-7 // Preis: 14,99€ // Buch kaufen*

Der kupferne Handschuh: Übersetzerin: Anne Brauner // 303 Seiten // ISBN: 978-3-8466-0017-7 // Preis: 16,99€ // Buch kaufen*

Der Schlüssel aus Bronze: Übersetzerin: Anne Brauner // 286 Seiten // ISBN: 978-3-8466-0028-3 // Preis: 17,00€ // Buch kaufen*

Die silberne Maske: Übersetzerin: Anne Brauner // 253 Seiten // ISBN: 978-3-8466-0059-7 // Preis: 17,00€ // Buch kaufen*

– Werbung Ende –

Fazit:

Nachdem ich mich eine ganze Weile nicht mehr im Genre Fantasy unterwegs war, waren diese vier Bücher eine wunderbare Rückkehr. Sind sind magisch und gehen ans Herz, besonders nach stressigen Arbeitstagen. Trotz einiger kleiner Schwächen, besonders was die Länge betrifft, kann man sich die Welt rund um Callum, Tamara und Aaron sehr gut vorstellen.

Eure Jule

*Affiliate-Link (Transparenz-Disclaimer)

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3 Gedanken zu “Magisterium (Holly Black / Cassandra Clare) – Mein Weg zurück ins Genre Fantasy

  1. Das ging schnell 😁 es freut mich, dass ich dich anstecken konnte. Ich bin so gespannt auf den vierten Teil dass ich ab morgen wahrscheinlich alles andere beiseite wischen werde.
    Ein toller Beitrag 😘 ich hätte bestimmt nicht so sachlich bleiben können^^

    Gefällt 1 Person

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