Seit du da bist (Fabio Volo)

Manchmal braucht nicht nur das Buch seine richtige Zeit, sondern auch die Rezension. Bereits im November 2017 habe ich „Seid du da bist“ gelesen, aber nie die richtigen Worte für eine Rezension gelesen. Jetzt passierten gleich mehrere Dinge in meinem Leben, die mich an dieses Buch erinnerten und die Wort brachten, die ich für die Rezension brauchte.

(c) Juliane Dietrich

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Autor: Fabio Volo // Titel: Seit du da bist // Original Titel: È tutta vita // Verlag: Diogenes Verlag (25.10.2017) // Übersetzerin: Petra Kaiser // 311 Seiten // ISBN: 978-3-257-30054-3 // Preis: 16,00€ – Rezensionsexemplar // Buch kaufen*

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Inhalt:

Nicola zieht frisch verliebt mit Sofia zusammen. Er ist überzeugt, dass diese Liebe halten wird und auch die Routine des Alltags überstehen wird. Doch dann wird Sofia schwanger und die sind auf einmal zu dritt. Kann ein Kind eine Liebe zerstören oder sie retten? Eine Frage, die plötzlich im Raum steht.

Meine Meinung:

Fabio Volo zeigt in seinem Roman, dass ein Kind eine riesige Veränderung in eine Beziehung bringt. Nicola stellt des öfteren seine Vaterschaft in Frage. Niemals die Liebe zu seinem Kind, sondern die Entscheidung Vater zu werden, weil er all die Veränderungen sieht, die Arbeit und die Erschöpfung, die ein Kind neben all der Freude auch bringen kann.

Gerade bei Nicola hatte ich auch das Gefühl, dass alles wenig durchdacht ist. Aber nicht immer ist die Zeit gegeben, sich über alles im klaren zu sein, besonders, weil die Ausmaße, was ein Kind alles verändert, man erst spürt, wenn das Kind da ist. Egal wie sehr man sich auf das neue Familienmitglied vorbereitet und plant, am Ende kommt es doch anders als man denkt und jede Art der Vorbereitung wird über den Haufen geworfen.

Auch ich durfte mir schon des öfteren, der letzte Fall liegt erst wenige Wochen zurück, anhören, dass ich ja bestimmt auch bald Kinder möchte. Kurz danach begann ich den Essay von Rebecca Solnit „Die Mutter aller Fragen“, in dem es auch um Mutterschaft geht. Eine Frau muss selbst entscheiden dürfen, wann sie ein Kind bekommt und wenn sie sich im jetzigen Moment (noch) nicht bereit fühlt, dann ist das ihre Entscheidung und sollte von niemandem in Frage gestellt werden.

Doch diese Frage klang bei mir nur am Rande während des Lesens auf. Denn in Volos Buch ist das Kind bereits da. Es hat die kleine Familie schon voll im Griff. Und so kommen ganz andere Fragen auf. Darf man sich als frisch gewordene Eltern mit einem Kind überfordert fühlen? Darf man sich eingeengt fühlen? Denn so geht es Nicola. Er lässt seine Frau mit dem Kind allein, weil er Zeit für sich möchte, weil er Zeit mit seinen Kumpels verbringen möchte, weil er sich überfordert fühlt. Er fühlt sich als schlechter Vater und er fühlt sich außen vorgelassen, weil Sofia den Tag mit dem Kind verbringt, während er auf Arbeit ist. Demnach gelingt es ihm nicht eine Bindung mit seinem Kind herzustellen, wie es der Mutter den ganzen Tag möglich ist.

Und ich bin der Meinung, dass man sich eingeengt und überfordert fühlen darf. Man darf nach Freizeit vom Kind verlangen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Schwägerin ein paar Wochen nach der Geburt ihres Kindes auf eine Abendveranstaltung ging. Vater und Kind blieben zu Hause und gönnten der Mama ein paar schöne Stunden. Und diese Auszeit sollte man sich nehmen können und die Gesellschaft sollte aufhören einen dann als schlechtes Elternteil hinzustellen. Trotz Kind sind wir am Ende alle noch Individuen, die etwas erleben möchten, die ihr Leben genießen möchten und ein Kind bringt eine große Veränderung in das eigene Leben. Und mit dieser Veränderung geht jeder anders um und das sollte man respektieren.

Fazit:

Fabio Volo hat mit „Seit du da bist“ einen Roman veröffentlicht, der mich zum Nachdenken anregte. Viele Fragen habe ich mir und an die Gesellschaft gestellt. Wie gehen wir mit jungen Familien um? Welche Vorurteile hegen wir ihnen gegenüber? Darf man als Eltern auch einmal überfordert sein? Darf man trotz Kind auch nach Freizeit von dessen verlangen?

Eure Jule

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2 Gedanken zu “Seit du da bist (Fabio Volo)

  1. Liebe Jule,
    die Rezension seh ich ja jetzt erst!!!! Was für ein tolles Thema für ein Buch, das kommt gleich auf meine WL!

    Ja!!!! Definitiv sollte man sich auch Auszeiten gönnen! Gerade beim ersten Kind fühlte ich mich manches mal überfordert, und so machten mein Mann und ich auch mal eine kleine Auszeit voneinander und vom Kind. Ich fand das genau richtig und gut. Wer das nicht will und nicht braucht – auch okay. Der sollte aber niemals sagen, dass die Eltern schlechtere Eltern sind, nur weil sie sich eine Auszeit von der Familie nehmen :)

    Liebe Grüße Anett

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anett,
      du bist so fleißig beim Kommentieren bei mir – vielen Dank :*
      Ich sehe das auch so: jedes Paar ist unterschiedlich, als Eltern funktioniert jeder anders und so sollte man jedem seinen Erziehungsstil lassen. Solange am Ende ein gutes Kind bei rauskommt, dass kein Arschloch ist und die Welt mit offenen Augen sieht, dann hat man alles richtig gemacht.
      Pausen sind wichtig, denn nur weil man ein Kind hat, sollte man sich selbst niemals verlieren.
      Liebe Grüße
      Jule

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