Die Scheibenwelt-Reihe von Terry Pratchett

(c) Juliane Dietrich

Beim ersten Besuch im WG-Zimmer meines Freundes viel vor Jahren mein erster Blick auf sein voller Bücherregal. Die beiden obersten Regalbretter waren voller Terry Pratchett Bücher. Seit damals erinnerte er mich in regelmäßigen Abständen daran, diese Bücher – insgesamt 41 Romane – zu lesen. Immer wieder fand ich Ausreden, andere Bücher und Ablenkungen, die mich daran hinderten in diese Welt einzutauchen.

Aber sind wir mal ehrlich: 41 Bücher! Diese Anzahl lese ich durchschnittlich im Jahr und ein ganzes Jahr nur mit einer Buchreihe verbringen? Nein, darauf hatte ich auch nie Lust, weil einerseits so viele andere Bücher auch auf meinem SuB liegen und andererseits ich auch nicht komplett auf Neuerscheinungen verzichten möchte.

(c) Juliane Dietrich

Und jetzt habe ich doch angefangen. Und bin süchtig.

Mit dem ersten Band begann ich eines Abends Ende Juli, weil alle anderen Bücher mich derzeit herunterzogen oder zu anstrengten. Ich merkte, dass ich mich beim Lesen nicht mehr entspannte, sondern schon parallel zum Buch analysierte oder sogar Bücher las, die bestimmte Problematiken ansprachen.

Aber irgendwie ging die vollständige Unterhaltung verloren, das Fallenlassen und Entspannen. Mein Freund, der an diesem Abend lange auf Arbeit war, schrieb mir eine kurze Nachricht, dass ich es doch einfach mit Terry versuchen soll. All die Jahre war ich so trotzig und weigerte mich. Diesmal war ich so trotzig, dass ich mir den ersten Band aus seinem Regal nahm und begann zu lesen.

Die Farben der Magie / Das Licht der Phantasie

Die Romane spielen alle in/auf der Scheibenwelt, bilden an sich jedoch abgeschlossene Geschichten, die nur bedingt aufeinander aufbauen. Außer die ersten beiden Bücher, die handlungstechnisch zusammengehören. Mittlerweile bin ich bei Band 3 „Das Erbe des Zauberers“.

Warum ich diese Bücher gerade so liebe? Bereits Mitte der 1980er begann Terry Pratchett mit den Romanen und veröffentlichte dann nahezu jährlich 1-2 Romane. Dabei spricht er immer bestimmte Themen an. Beispielsweise geht es in den ersten beiden Romanen um Fantasy-Klischees, um Zauberer, die Apokalypse und Tourismus. Das ist typisch für Terry Pratchett, dass moderne „Probleme“ in den Romanen mit eingeflochten werden. Bereits 1987 im 3. Scheibenwelt-Roman greift er Gleichberechtigung der Geschlechter auf. So wird die Magie eines Zauberers auf den 8. Sohn eines 8. Sohnes übertragen. Problem ist nur, dass diese 8. Sohn plötzlich ein Mädchen ist. Wie das weitergeht, werde ich in den nächsten Tagen erfahren.

Mich fasziniert die Leichtigkeit, der Sarkasmus und trotz allem die Ernsthaftigkeit mancher Themen, die jedoch witzig verpackt sind. Zusätzlich sind die einzelnen Personen wunderbar und detailliert ausgearbeitet. So gibt es den Tod, der immer in Großbuchstaben spricht und sich selbst nicht zu ernst nimmt. Großartig! Ich freue mich schon auf die Romane, in denen er größere Rollen übernimmt.

Terry Pratchett beherrscht perfekt die Durchbrechung der 4. Wand. So spricht er mit dem Leser direkt, erinnert ihn an gewisse Begebenheiten wenige Seiten zuvor, weißt auf Umstände hin, die noch so nebensächlich und gleichzeitig wichtig sind.

(c) Juliane Dietrich

Fazit

In die Scheibenwelt-Romane kann man sich fallen lassen. Sie schenken dem Leser unterhaltsame Lesestunden und lassen den Alltag einfach Alltag sein und lassen ihn zur Nebensache werden.

Ich werde jetzt nach und nach immer wieder einen Roman zur Hand nehmen und mich von allen 41 Romanen verzaubern lassen.

Eure Jule

PS.: Die Cover der Romane sind wirklich keine Schönheit, aber echte Klassiker. Mittlerweile sind die Bücher neu aufgelegt und haben einen neuen Anstrich erhalten.

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2 Gedanken zu “Die Scheibenwelt-Reihe von Terry Pratchett

  1. Hey Jule,

    du hast meinen Respekt! Und machst mir Terry schmackhaft. Irgendwann werde ich mich heranwagen, irgendwann werde ich mitreden können und bis dahin weiß ich, ich kann dich fragen, wenn es um die Scheibenwelt geht :-)

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

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