Der dunkle Wald (Cixin Liu) – eine Gastrezension

Das Lesen ist eine der vielen Leidenschaften meines Freundes. So darf er diesmal auch bereits zum zweiten Mal auf meinem Blog zu Wort kommen. Das liegt daran, dass ich ein Rezensionsexemplar bekommen habe, dass eher zu seinem Lesegeschmack passte. So folgen nun also seine Worte zum Buch.

(c) Juliane Dietrich

Autor: Cixin Liu // Titel: Der dunkle Wald // Original Titel: Heian Senlin // Verlag: Heyne Verlag (12.03.2018) // Übersetzerin: Karin Betz // 815 Seiten // ISBN: 978-3-453-31765-9 // Preis: 16,99€

Inhalt:

Vor vielen Jahren hat die Astrophysikerin Ye Wenjie die größte Entdeckung alles Zeiten gemacht: Auf einem anderen Planten existiert intelligentes Leben. Nun zeigt sich jedoch, dass die Erde in großer Gefahr schwebt,denn eine Invasion steht bevor. Vier Menschen werden auserwählt, einen geheimen Abwehrplan zu entwickeln. Einer von ihnen ist der unscheinbare Wissenschaftler Luo Ji – und auf ihm ruht plötzlich die Hoffnung der ganzen Welt.

(Rückseite des Buches)

Meine Meinung:

Der Titel hält eindeutig was er verspricht. Das mit „Die drei Sonnen“ eingeführte Universum wird in „Der dunkle Wald“ zweifellos um einiges größer, detaillierter und düsterer. Pessimistischer ist hier wohl aber das passendere Wort. Denn angesichts des im ersten Band eingeläuteten drohenden Untergangs – welcher zu Beginn des vorliegenden Romans noch über 400 Jahre in der Zukunft liegt – lässt der Autor die Gesellschaft auf dieser weit aufgespannten Bühne überwiegend ihre selbstzerstörerischen Tendenzen ausleben.

Da erscheint die Geschichte um den Protagonisten Luo Ji wie ein Lagerfeuer auf einer Lichtung. Von einem Durchschnittsbürger kaum zu unterscheiden, jedoch vom Schicksal auserkoren, eine schier unmögliche Aufgabe zu erfüllen, weckt er recht schnell Sympathie für seine Person und seine Motive. Und nicht zuletzt möchte man wissen, was seine große Idee oder Tat zur Rettung der Menschheit schlussendlich ist und ob diese ihren Zweck erfüllt.

Gleichzeitig birgt diese Zusammenstellung aus Ort, Zeitraum und Handlung jedoch eine gewisse Dissonanz. Die Szenerie ist im Verhältnis zu den Personen einige male zu abstrakt und wirkt der Immersion entgegen. An anderer Stelle ist es der sprachliche Stil der Kerben in den selbst für 800 Seiten recht langen Zeitstrahl schlägt und mit Floskeln versucht, Lücken zu füllen bzw. Nebeninformationen einzuflechten, die dadurch stark deplatziert wirken. Es lässt sich ohne Kenntnisse in Chinesisch jedoch schwerlich beurteilen ob es sich dabei um Übertragungsfehler oder um Mängel im Original handelt.

Fazit:

Empfehlen lässt sich das Buch trotzdem, nicht zuletzt den Lesern des ersten Teils. Denn abgesehen von ein paar Stolpersteinen verbirgt sich hinter Cixin Liu‘s Roman eine durchaus plausible Philosophie betreffend der Entwicklung sowohl der Technik als auch der sozialen Gefüge. Man darf also gespannt sein was sich im dritten Teil noch daraus entwickelt.

Eure Jule & Freund

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Ein Gedanke zu “Der dunkle Wald (Cixin Liu) – eine Gastrezension

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