Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst (Jaron Lanier)

(c) Juliane Dietrich

Autor: Jaron Lanier // Titel: Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst // Original Titel: Ten Arguments For Deleting Your Social Media Accounts Right Now // Verlag: Hoffmann und Campe (05.06.2018) // Übersetzer: Martin Bayer, Karsten Petersen // 204 Seiten // ISBN: 978-3-455-00491-5 // Preis: 14,00€

Inhalt:

In diesem Buch liefert Jaron Lanier zehn bestechende Argumente, warum wir mit unseren Social Media Schluss machen müssen. Facebook, Google und Co. manipulieren uns, schüren Hass und Unzufriedenheit. Unsere Daten werden verkauft und zu (politischen) Manipulation genutzt.

Meine Meinung:

Gleich eine Wahrheit vorweg: die letzten 20 Seiten habe ich nicht mehr gelesen. Ich hatte dann einfach keine Lust mehr und wollte fertig werden. Andere, für mich spannendere Bücher verlangten nach Aufmerksamkeit.

Was habe ich mir von dem Buch versprochen?

Definitiv mehr praktische Tipps. Es wurde mir alles irgendwann viel zu wissenschaftlich oder viel mehr zu eintönig. Es ging in jedem der zehn Kapitel, die sich mit einem der zehn Gründe auseinandersetzen, immer um das gleiche Problem: BUMMER.

BUMMER ist schuld, dass wir uns zu Arschlöchern entwickeln, dass wir manipuliert werden, unser Mitgefühl verlieren usw. Für mich ist das am Ende nur ein Grund, der verschiedene Dinge auslöst und nicht zehn Gründe. Es war also die Eintönigkeit der Thematik, die mich irgendwann nur noch die Augen verdrehen ließ. Zumal gerade am Ende vor allem viele Aspekte aus vorangegangenen Kapiteln einfach wiederholt werden. Etliche Argumente werden einfach wieder aufgegriffen und noch einmal erklärt, obwohl man als Leser das in fast identischem Wortlaut schon einmal gelesen hat. Bei einem 1000 Seitenwälzer würde ich Wiederholungen verstehen, weil oftmals Tage, wenn nicht sogar Wochen zwischen Kapitel 1 und 10 liegen könnte. Aber hier geht es um ein Buch mit rund 200 Seiten, die sogar ich als langsame Leserin innerhalb weniger Tage lese und ganz so schlecht ist das Gedächtnis dann doch nicht.

Was mich auch etwas störte, war das Aspekt, dass uns Social Media alle zum Arschloch macht. Ja, die Hemmungen sind im Internet wesentlich geringer als jemandem ins Gesicht zu sagen, was man über die Person denkt. Aber bin ich ein Arschloch, weil ich nicht jedes Bild like? Weil ich nicht jede Instastory zu Ende schaue?

Nein, auch im realen Leben ist man mit Menschen befreundet, mit denen man nicht jedes Interessengebiet teilt. Nehmen wir doch als Beispiel eine Bloggerin, die gerade Mama geworden ist. Ihr bisheriger Content teilt sich nun einen Platz mit ihrem Mamasein. Ich folge ihr immer noch, weil ich ihren bisherigen Content liebe, aber die Babybeiträge scrolle ich weg. Bin ich deswegen ein Arschloch? Ich sage jetzt einfach mal NEIN! Im Internet werden wir mit so vielen Informationen überflutet, dass automatisch gefiltert wird von unserem Kopf.

Social Media manipuliert uns. Ja, ist für mich jetzt auch keine neue Information. Ich sehe schließlich nur das, was ich sehen möchte.

Ich fand auch persönlich den Ansatz zu übertrieben formuliert, gleich alle Accounts zu löschen. Natürlich macht die Wahrheit über Manipulation und Wesensveränderung Angst, aber irgendwie hat man dann doch viel zu viel Spaß im Internet. Ich möchte es nicht missen. Und ob ich süchtig danach bin? Ja oder auch nein. Ich weiß es nicht. Vielleicht ein bisschen, denn ich gehöre zu der Generation, die zwar nicht mit Social Media aufgewachsen ist, aber in sie hineingewachsen ist.

Werde ich also nach dieser Lektüre etwas ändern? Ein bisschen. Ich werde Artikel und angezeigte Tweets oder Bilder einfach noch mehr hinterfragen. Das Leben ist eben nicht so perfekt, wie wir es im Internet immer präsentieren (wollen). Es gibt auch die schlechten Tage und das sollten wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, wenn wir wieder einmal auf ein Reisefoto eines anderen eifersüchtig sind.

Fazit:

Ein Buch mit einem wirklich interessanten Titel, der nicht nur neugierig macht, sondern auch spannend klingt. Doch leider bleibt das Buch zu eintönig, verbeißt sich in nur einer Thematik, dem BUMMER, und hatte für mich nicht gerade viele neue Informationen parat. Wer aber einmal wissen möchte, wie es Social Media gelingt uns zu manipulieren oder wie der Algorithmus funktioniert, hat ihr ein gutes kleines Buch in der Hand.

Eure Jule

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Ein Gedanke zu “Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst (Jaron Lanier)

  1. Mal überspitzt gesagt, werden wir nicht auch abgesehen von Social Media ständig manipuliert? Man muss immer seinen gesunden Menschenverstand dabei haben.

    Mich nerven nur oft Leute, die ständig immer alles posten müssen, auf Snapchat coole Storys machen, damit jeder auch sieht wie cool ihr Leben ist. Wenn ich etwas unternehme, lasse ich mein Handy gerne auch mal in der Tasche. Aber ich glaube die Einstellung ist auch außerhalb von Social Media weit verbreitet.

    Liebe Grüße, Nadine

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