Die augenöffnende Klima-Reihe von Maja Lunde

(c) Juliane DIetrich

Maja Lunde hat mich mit ihrem ersten Teil „Die Geschichte der Bienen“ umgehauen. Die Geschichte – erzählt über drei Zeitebenen hinweg – fesselte mich. Die Schicksale der einzelnen Familien eingewoben in das große Thema der Bienen ließen mich nicht los. Ich war beeindruckt, dass es Maja Lunde gelang zwei verbindende Elemente zu verwenden. Einerseits die Bienen: die Erfindung des Bienenstocks durch William. Die Großimkerei in den USA mit dem beginnenden Bienensterben lernt man als Leser gemeinsam mit George kennen und in der Zukunft präsentiert Tao uns das Leben ohne Bienen. Dies zeigte auf beeindruckende Weise wie stark die Bienen unser Leben doch im Griff haben auch wenn wir nicht unmittelbar mit ihnen arbeiten. So fand ich interessant über die Erfindung des Bienenstocks zu lesen und wie lange es dauerte bis er die heutige Form hatte. Andererseits erschreckte mich die marktwirtschaftlich orientierte Wander- und Großimkerei, wie sie beispielsweise in den USA praktiziert wird. Für mich war Imkern immer diese Art Hobby und nie dieser große Industriezweig. Doch die meiste Angst machte mir die Vorstellung ohne Bienen zu leben. Maja Lunde gibt einen Ausblick, auf welche Lebensmittel wir verzichten müssten, wenn die Bienen und anderen bestäubenden Insekten verschwunden wären. Es ist erschreckend und seit diesem Buch sehe ich die Bienen am Lavendel auf meinem Balkon noch einmal mit ganz anderen Augen.

(c) Juliane Dietrich

Der große Traum meines Freundes ist es seit Jahren einen eigenen Bienenstock zu besitzen und irgendwann werden wir uns diesen Wunsch erfüllen. Da bin ich mir sicher. Spätestens nach diesem Buch ist der Wunsch nur noch größer geworden.

(c) Juliane Dietrich

Im zweiten Teil „Die Geschichte des Wassers“* setzt sich Maja Lunde mit der Thematik des Wassers und dessen Bedeutung auseinander. Wie oft wir Wasser verschwenden, merken wir oft gar nicht. Sei es unter der heißen Dusche oder der laufende Wasserhahn beim Zähneputzen. Manchmal sind es nur kleine Dinge, die jedoch eine große Wirkung haben (können). Jedoch gefiel mir diesmal die Rahmenhandlung nicht ganz so gut. Es gab, anders als in „Die Geschichte der Bienen“, nur zwei Handlungsstränge, die ich noch dazu nicht so spannend fand. Die Figuren waren nicht sympathisch und hatten auch nicht genug Kanten und Ecken um sich für ihr Leben zu interessieren. Auf mich wirkten sie flach und nicht richtig zu Ende durchdacht. Da ist einerseits Signe, die in der heutigen Zeit gegen die Zerstörung der Gletscher kämpft und dann immer wieder Einblicke in ihre Vergangenheit gibt. Eine Vergangenheit, die eine zerrüttete Familie zeigt; einen Vater, der für den Erhalt der Natur und gegen den Staudamm kämpft und eine Mutter, die den wirtschaftlichen Nutzen ziehen will. Obwohl dabei die Wichtigkeit der Gletscher ihrer Heimat im Fokus stehen soll, ist mir Signe ab der ersten Seite so unsympathisch, dass ich mich nicht auf die eigentliche Thematik einlassen konnte. Etwas besser wurde es mit David, der in der (nahen) Zukunft vor der Trockenheit in den Norden flieht. Hier war es jedoch nicht die Trockenheit und das verlorene Wasser, was mich bewegte, sondern die Beschreibung der Flüchtlinge, die in Richtung Wasser fliehen. David landet in einem Flüchtlingslager und alles liest sich wie die Bilder, die wir jeden Tag im Fernsehen gezeigt bekommen, nur das der Grund des Fliehens ein anderer ist.

Ich fand im zweiten Teil die Deutlichkeit der Bedeutung von Wasser nicht so herausgearbeitet wie im ersten Teil die Bedeutung der Bienen.

Fazit:

Die Klima-Reihe von Maja Lunde ist wichtig, denn sie öffnet Augen für Themen, die in der heutigen Zeit aus dem Fokus geraten oder deren Bedeutung nicht immer klar ist. Sie webt diese Themen in Familiengeschichten ein und gibt ihnen so eine neue Kraft und Wirkung.

Eure Jul

*Danke an das Bloggerportal für das Bereitsstellen eines Rezensionsexemplar

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