Darm mit Charme (Giulia Enders) oder wie ich meine Verdauung kennen lernte

Es gibt Bücher, die man sich immer und immer wieder vornimmt zu lesen. Sie stehen seit Jahren auf den Bestsellerlisten und in jeder Buchhandlung schauen sie einen an. Doch irgendwie liest man sie dann doch nicht, weil sie irgendwie jeder gelesen hat und dann doch wieder 100 andere Bücher dazwischen kommen.

Passierte mir so mit „Darm mit Charme“ und dann kam doch der Tag, an dem ich nicht mehr widerstehen konnte, es einfach kaufte und unmittelbar las ohne Umwege über den SuB.

(c) Juliane Dietrich

Autorin: Giulia Enders // Titel: Darm mit Charme // Verlag: Ullstein Verlag (2018, 8. Auflage) // 304 Seiten // ISBN: 978-3-550-08184-2 // Preis: 16,99€

„Darm mit Charme“ ist witzig, eklig und informativ, wenn man – wie ich – sich immer mal wieder Sorgen um die eigene Verdauung, Lebensmittelunverträglichkeiten und eigene Panik macht.

Guilia Enders ist Ärztin, studierte Medizin und beschäftigte sich intensiv mit oftmals vernachlässigten Organ – dem Darm – und herausgekommen ist schließlich dieses Buch. Sie hat also Ahnung von dem, was sie da schreibt. Und das machte das Buch noch einmal wichtiger für mich, denn da schreibt nicht irgendjemand einfach über ein wichtiges Thema, sondern jemand der dahingehend Ahnung hat.

Es werden Themen angesprochen, über die man sich sonst nie oder eher selten Gedanken macht. Themen, die man auch nicht einfach beim Familiengeburtstag an den Tisch bringt. Oder wer hat schon einmal mit anderen über seine Sitzposition auf dem Klo gesprochen? Oder darüber, was alles im Klo landet? Richtig! Macht sich beim Geburtstagskuchen auch eher weniger gut.

Erschrocken hat mich die Tatsache, dass der Wissenschaft mittlerweile – oder sogar schon lange? – klar ist, dass Depressionen ihre Ursache nicht nur im Kopf haben, sondern auch fehlende Stoffe im Darm Auslöser sein können. Liest man jedoch über Depressionen und ihre Behandlung, dann geht es immer nur darum einen guten Therapeuten zu besuchen, nie hört man davon, dass auch eine Untersuchung des Darms stattfindet. Vielleicht bin ich bisher auch einfach blind für das Thema gewesen, und es wird schon längst beides kombiniert – Therapie und Darm.

Interessant waren für mich auch der Umgang mit Tierversuchen. Ja, Tierversuche sind grausam und ich bin auch kein Freund von ihnen. Aber stellen wir uns doch einmal die Frage, wo wir heute in der Medizin wären, wenn es diese Tierversuche nicht gegeben hätte. Auch jemand, der gegen Tierversuche ist, geht früher oder später zum Arzt, weil er krank ist, und bekommt eine Behandlung, die früher garantiert zunächst an Tieren getestet wurde. – In dieser Hinsicht sind wir Menschen paradox und das ist mir bewusst und das auszudiskutieren, würde den Rahmen hier auch sprengen.

Wie ihr seht spricht Guilia Enders viele unterschiedliche Themen in ihrem Buch an, weil sie alle mit unserem Darm zu tun haben. Und es zeigt, wie wichtig dieses so vernachlässigte Organ ist. Wir sprechen und hören immer nur von Herz, Leber, Lunge oder Gehirn, aber der Darm wird immer in den Hintergrund gedrängt. „Krankheiten“ am Darm psychologischer Natur werden selbst von Ärzten noch nicht anerkannt und Patienten als Hypochonder eingestuft.

Das Ergebnis für mich nach dem Lesen dieses Buches: ich habe viele Dinge gelernt, die ich vorher nicht wusste, kann meine Verdauung nun besser einschätzen und muss nicht immer gleich Panik schieben, nur weil es mal an der ein oder anderen Stelle zwickt.

Fazit:

Wer sich mit der eigenen Verdauung mal etwas genauer auseinander setzen möchte und bisher wenig bis gar nichts darüber weiß, ist mit diesem Buch sehr gut aufgehoben. Klar sollte auch sein, dass es nicht nur um den Darm geht, sondern viele Themen, die den Darm betreffen können, auch sehr ausführlich angesprochen werden. Für mich ein großer Lesegenuss.

Eure Jule

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Ein Gedanke zu “Darm mit Charme (Giulia Enders) oder wie ich meine Verdauung kennen lernte

  1. Ich weiß gar nicht ob es bei dieser Autorin war und eine Quarks&Co- Sendung, wo es ebenfalls um dieses Thema ging. Da wurde angesprochen, dass der Verdauungstrakt auch unser zweites Gehirn ist, was die Sache mit der Depression noch verdeutlicht ich denke auch, dass viele Probleme mit unserem Körper auch dort anfangen und nicht nur im Kopf.

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