Mein Rückblick auf 2018 mit (t)ollen Geschichten

(c) Juliane Dietrich

Als ich im Januar 2018 meine Goodreads-Challenge auf 50 Bücher setzte, war ich etwas übermotiviert. Hatte ich doch in den letzten Jahren immer „nur“ 30-40 Bücher gelesen. Aber dann hatte ich einen guten Lauf und kann es jetzt, am 1.1.2019, nicht glauben, dass ich in den vergangenen zwölf Monaten 56 Bücher gelesen habe.

Eine kleine Statistik habe ich – Dank Goodreads und meinem Lesetagebuch – auch dabei.

  • 56 gelesene Bücher, 15 351 Seiten
  • 33 Autoren / 24 Autorinnen – das ergibt 57, da 4 Bücher gemeinsam von 2 Autorinnen geschrieben wurden
  • „Der Abgrund in dir“ war das längste und „Frühstück bei Tiffany“ das kürzeste Buch
  • 2 Bücher habe ich abgebrochen
  • durchschnittliche Bewertung bei Goodreads war 3,9 – spricht letztlich für ein gutes Lesejahr

Meine Tops und Flops möchte ich euch an dieser Stelle noch einmal etwas ausführlicher vorstellen. Die Anzahl und Reihenfolge geschieht willkürlich. Es sind Bücher, die mich im letzten Jahr bewegten oder aber sehr enttäuscht haben.

Meine Tops

Darm mit Charme“ (Giulia Enders) war ein Buch, das ich schon lange im Auge hatte. Im Herbst konnte ich dann nicht länger widerstehen und kaufte es mir nach Jahren endlich. Wenn man sich mit der Biologie der Verdauung nicht auskennt, ist dieses Buch ein perfekter Einstieg. Unglaublich gut erklärt und doch für jeden verständlich. An den richtigen Stellen wechselt Giulia Enders, studierte Medizinerin, zur Fachsprache um dann wieder mit einfachen Beispielen komplizierte Sachverhalte zu erklären. (Rezension)

Jack (Anthony McCarten) brachte mir die Beat Generation näher und eine Zeit, die mit diesem gewissen Lebensgefühl verbunden ist. Freiheit, das Reisen durch die USA und jede Menge Exzesse. Anthony McCarten gelingt es in seinen „Biographien“ immer, seine Figuren zum Leben zu erwecken. Ich begann nach der Lektüre über Jack Kerouac zu recherchieren und hatte Lust noch weiter in diese Zeit einzutauchen. Ein Buch, das mich lange nach dem Lesen auch nicht so einfach loslassen konnte. (Rezension)

Mortal Engines – Krieg der Städte“ (Philip Reeve) – als vor einigen Wochen das erste Plakat zur Buchverfilmung auftauchte, zog mich zuerst die Aufschrift „Ein Film von Peter Jackson“ in den Bann. Atemberaubende Landschaftsaufnahmen und epische Schlachten verbinde ich mit dem Namen. Dann klang die Geschichte auch noch Interessant – in ferner Zukunft bewegen sich die Städte auf einer Art Rädern über die zerstörte Erde und verschlingen sich gegenseitig. Das Buch las sich flüssig, machte Lust auf mehr und ich kann es kaum erwarten den zweiten Teil aus dem Regal ziehen zu können. Den Film habe ich leider noch nicht gesehen, weil die Zeit bisher einfach nicht da war.

Die Liegenden“ (Michele Serra) ist ein kleines Büchlein, das ich per Zufall in der Buchhandlung entdeckte und mitnahm. Der Klappentext ging mir danach nicht mehr aus dem Kopf, weswegen das Buch nicht lange auf dem SuB verweilte. Ein Vater richtet seine Worte an seinen 18jährigen Sohn und gleichzeitig spricht er nur mit dem Leser. Es geht um den Generationsunterschied zwischen Eltern und Kindern. Die Kinder, die nur noch am Smartphone und Laptop hängen, ganz in der digitialen Welt verschwinden und so den Erwachsenen immer mehr entgleiten. Ein Buch, das mich zutiefst berührte.

Liebe ist die beste Therapie“ (John Jay Osborn) ist auf Grund von seinem Handlungsort und der Thematik interessant. Die gesamte Handlung des Buches findet in nur einem Raum statt. Der Therapieraum einer Eheberaterin. Vier Stühle, die Therapeutin und das Ehepaar. Mehr gibt es in dem Buch nicht und trotzdem besitzt es alles, was man sich als Leser wünschen kann. Emotionen, Charaktere, die man lieben und hassen kann und eine interessante Thematik. Es geht um die Beziehung zweier Menschen, wie man für sie kämpft, sie zerstören kann und wieder aufbaut oder endgültig aufgibt. (Rezension)

Das Leuchten unserer Träume“ (Dani Atkins) war mein Jahreshighlight. Es ist mittlerweile Tradition im Herbst, wenn das neue Buch Dani Atkins erscheint, mit meiner besten Freundin dieses Buch zu lesen. Es sind immer diese Liebesromane, die einem ganz warm uns Herz werden lassen. Dabei geht es nicht um die Tiefe des Buches oder die schwere Thematik, die es ansprechen könnte. Obwohl es Dani Atkins diesmal gelang, nicht nur eine herzerwärmende Liebesgeschichte mit viel Gefühl zu schreiben, sondern auch ein wichtiges Thema mit einzuarbeiten. Nicht nur die Liebesgeschichte mit all ihren Irrungen und Wirrungen stand im Mittelpunkt, sondern auch die vielen Nebencharaktere mit ihren ganz speziellen Schicksalen, die am Ende alle verbanden. (Rezension)

Die Wahrheit über das Lügen“ (Benedict Wells) – natürlich gehört auch der gute Benedict Wells zu meinen Highlights. Wie könnte er auch nicht? Mit seinem Kurzgeschichtenband hat er mir nicht nur diese literarische Gattung schmackhaft gemacht, sondern auch bewiesen, was für ein Talent in ihm steckt. Jede Geschichte war einzigartig. Auf der einen Seite beweist er die Leichtigkeit seiner Jungend und auf der anderen Seite findet man auch die Schwere des Alters. Großartig!

Meine Flops

Es folgen die Bücher, von denen ich so maßlos enttäuscht war, dass mir bei manchen noch immer die Worte fehlen. Bis auf eines habe ich alle zu Ende gelesen und mich gefragt, warum?

Das Happiness-Projekt“ (Gretchen Rubin) – vielleicht erinnert sich noch jemand daran, dass ich zu Beginn des Jahres 2018 das Happiness Projekt mit Hilfe dieses Buches auf meinem Blog gestartet hatte. Ich habe es im April/Mai schließlich abgebrochen, weil es nichts brachte. Gretchen Rubin berichtete nur aus ihrem eigenen Leben, verallgemeinert nichts, was es daher unglaublich schwierig gestaltet irgendetwas auf das eigene Leben zu übertragen. Stundenlang spricht sie über ihre Familie, wie sie schließlich ihren eigenen Blog ins Leben ruft und dann folgen seitenweise abgedruckte Kommentare. Nein! Das möchte ich nicht! Dieses Buch machte mich nicht glücklich!

Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ (Jaron Lanier) ist ein reißerischer Titel und machte mich neugierig. Aber es war Müll. Sorry! Aber in diesem Buch wurden mir nicht zehn Gründe, sondern eigentlich nur ein Grund geliefert, BUMMER, der in jedem Kapitel nur mit anderen Worten neu erklärt wurde. Mich machte irgendwann dieses in Großbuchstaben geschriebene Wort einfach aggressiv. Ich las dieses Buch auch nur zu Ende, weil ich es mit im Urlaub hatte und es bei einem Tagesausflug das einzige Buch war, das ich dabei hatte und weit und breit keine Buchhandlung zu finden war, wo ich für Ersatz hätte sorgen können. (Rezension)

Das Mädchen, das in der Metro las“ (Christine Féret-Fleury) war in den Sozialen Medien hochgelobt. Auch ich konnte mich den Begeisterungsrufen nicht entziehen und wollte das Buch lesen. Aber es zündete nicht. Für mich ergab dieses Buch einfach keinen Sinn. Es kommt keine wirkliche Handlung zustande und die erwähnten Bücher werden einfach wahllos in den Text geworfen. Völlig sinnlos. (Rezension)

Frühstück bei Tiffany“ (Truman Capote) ist ein echter Klassiker. Spätestens seit der Verfilmung mit Audrey Hepburn ist dieses Werk vielen ein Begriff. Das It-Girl Holly (Audrey Hepburn) verzauberte die Herzen der Zuschauer und Leser. Aber warum? Für mich war sie ein verwöhntes Gör, das keinerlei Sympathie erzeugte, die Männer um sich herum benutzte und sich benutzen ließ. Nicht einmal die Sprache Capotes konnte mich überzeugen.

Der Fremde“ (Albert Camus) gehört ebenfalls zu den Klassikern und wieder ist es vor allem die Sprache, die mich wieder enttäuschte. Vielleicht erwarte ich einfach auch zu viel von Klassikern. Aber „Der Fremde“ war leider ebenso ein Reinfall wie „Frühstück bei Tiffany“. Keine Ahnung, wo die Begeisterung herkommt, aber mir erschließt es sich nicht. Der Erzähler jammert stundenlang über die Sinnlosigkeit und Langeweile seines Lebens in Algier nach. Die Araber sind anders als er als Franzose. – Mein Gott, dann geh nach Frankreich! – Und der Tod seiner Mutter erschütterte ihn nicht, ließ ihn kalt und trotzdem redet er ständig über seine Mutter. Nein!

Was kommt 2019?

Mit meinem Lesejahr 2018 war ich sehr zufrieden, auch wenn ein paar Pleiten dabei waren. Ich freue mich auf all die Bücher, die 2019 auf mich warten. So plane ich endlich „Der Herr der Ringe“ zu lesen. Auch die Percy Jackson Reihe wartet ungeduldig in meinem Regal auf mich. Ich möchte neue Geschichten entdecken, die mich berühren und auch meinen SuB endlich ein wenig erleichtern. Oder zumindest Bücher befreien, die da seit Ewigkeiten stehen.

Ebenso habe ich eine neue Liste mit „99 Büchern, die ich gern gelesen haben möchte“ (Link) gefunden, die ich mittlerweile auf den Blog gestellt habe. Einige davon konnte ich sogar schon abhaken und wieder andere liegen auf dem SuB.

Wie war euer Lesejahr 2018? Welche Pläne habt ihr für 2019?

Eure Jule

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3 Gedanken zu “Mein Rückblick auf 2018 mit (t)ollen Geschichten

    1. Hallöchen Lilly,
      diese Kritik habe ich schon von vielen über den Film gehört. Bisher habe ich ihn noch nicht gesehen. Ich weiß auch noch nicht, wann ich es schaffe. Das Buch fand ich jedoch großartig!
      Liebe Grüße
      Jule

      Gefällt mir

  1. Schönen guten Morgen Jule und ein Frohes Neues Jahr!

    Freut mich sehr, dass du über dein Leseziel sozusagen hinausgeschossen bist :D Zeit zum Lesen zu finden ist ja oft gar nicht so einfach, umso schöner, wenn man dann öfter als gedacht zwischen den Buchdeckeln verschwinden kann <3

    Von deinen Highlights kenne ich nur Mortal Engines. Die Ideen haben mich sehr fasziniert, aber ich muss gestehen, dass ich die Handlung doch zu platt fand.Es ist ja eigentlich ein Kinderbuch, dessen war ich mir vor dem Lesen schon bewusst, aber trotzdem hinkte es bei der Logik doch zu sehr für mich.
    Den Film hab ich mir dann auch angeschaut, und wie erwartet waren die optischen Eindrücke wirklich klasse – aber auch hier konnte die Handlung nicht so recht überzeugen. Trotzdem gut gemacht!

    Ahhh Herr der Ringe wartet auf dich! Das freut mich sehr, ich liebe diese Reihe ja! Die hab ich letztes Jahr nochmal gelesen nach einer gefühlten Ewigkeit – ja, sie haben natürlich Längen und der Autor liebt es mit seinen Beschreibungen, aber trotzdem finde ich sie genial!
    Für 2019 hab ich auch wieder einige re-reads geplant, letztes JAhr hat es ja super geklappt und es macht richtig Spaß, auch mal wieder in die "alten" Geschichten einzutauchen :)

    Ich wünsch dir alles Gute für das neue Jahr und vor allem auch viele schöne Lesestunden!

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Mein Jahresrückblick

    Gefällt 1 Person

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