London-Liebe? So geht es leider nicht (Ronald Reng)

London ist seit meinem ersten Besuch in der 7. Klasse meine absolute Lieblingsstadt. Wenn es nach mir gehen würde, dann könnte ich jedes Jahr für mindestens eine Woche in diese Stadt reisen. Aus diesem Grund lese ich gern Bücher über die Stadt um sie immer wieder aus anderen Perspektiven kennen zu lernen.

(c) Juliane Dietrich

Autor: Ronald Reng // Titel: Gebrauchsanweisung für London // Verlag: Piper Verlag (2011, 7. Auflage) // 196 Seiten // ISBN: 978-3-492-27534-7 // Preis: 14,95€

Leider hat mir Ronald Reng mit diesem Buch keine Freude gemacht. Wäre ich vorher noch nie in London gewesen und hätte dieses Buch als Vorbereitung meiner ersten Reise gelesen, hätte ich Angst vor der Stadt gehabt. Ich hätte vor allem um mein Geld getrauert, dass ich für Hotel und Anreise bezahlt hätte.

Warum?

Ronald Reng liebt zwar die Stadt an der Themse, aber meckert sehr viel herum. Alles was er erzählt wirkt unstrukturiert und zusammenhangslos. So richtig fehlt der rote Faden und die Lust die Stadt zu entdecken.

So gar nicht gefallen hat mir, dass er gefühlt in jedem Kapitel einen unbekannten Künstler vorstellt. Kunst ist in London nicht wegzudenken und viele jungen Menschen sind in diese Stadt mit der Hoffnung des großen Durchbruchs gekommen. Aber wenn ich ein Buch über diese Künstler hätte lesen wollen, dann hätte ich es mir gekauft, aber nicht mit dem Titel „Gebrauchsanweisung für London“. Über die Künstler erfährt man schließlich mehr als über London, obwohl ich als Leser doch die Stadt kennen lernen möchte.

Weiter gefällt Reng nicht, dass die Armut im Stadtbild verschwindet. Durch die langen Straßen mit ihren kleinen Einfamilienhäusern, die alle gleich aussehen, verschwindet die Armut hinter den Türen und es haben sich keine Ghettos gebildet. Und ich fragte mich dabei, ob es schlimm ist?

Ok, Armut sollte nicht verschwinden und ignoriert werden. Man sollte gegen sie vorgehen mit Hilfe der Politik, besser bezahlten Jobs und weniger Arbeitslosigkeit. Aber sobald sich Ghettos herausbilden, schafft man in meinen Augen neue Probleme. Die Hoffnungslosigkeit, Verwahrlosung und Armut konzentrieren sich zu sehr an einem Punkt. Es gibt keine Vorbilder mehr, nach denen man streben könnte. Aber das wäre ein einiges Diskussionskapitel.

Fazit:

Am Ende kann ich nicht mehr über das Buch sagen, außer, dass mir nach dem Lesen nicht nach einer Reise nach London wäre. Es ist ein Reinfall und nimmt einem förmlich die Liebe zu einer einzigartigen bunten Stadt.

Eure Jule

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2 Gedanken zu “London-Liebe? So geht es leider nicht (Ronald Reng)

  1. Hey Jule,
    Du warst in der 7. Klasse schon in London? Mit der Schule oder privat? (Mit der Erwähnung der Klasse klingt das nämlich sehr nach Schulausflug und dann wäre ich jetzt dezent neidisch auf deine Schule).

    Wie du das Buch beschreibst, klingt es echt nach Thema verfehlt, weil der Titel ja doch irgendwie suggeriert, dass es auf den ersten London Trip vorbereiten möchte. Ich habe schon öfter diese „Gebrauchanweisung für X“ Bücher irgendwo gesehen, allerdings noch keines davon gelesen. Aber es wäre jetzt ja schon interessant zu wissen, ob London da einfach nur ein Negativ-Beispiel ist oder die alle so sind. 🤔

    Liebe Grüße
    Seitenfetzer

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen :D
      ja, wir waren insgesamt 2mal mit der Schule in London. Einmal in der 7. Klasse, da ist es eine Art Austauschprogramm, wo wir in Gastfamilien leben und in der 11. Klasse noch einmal als Abschlussfahrt. Ich bin mittlerweile noch mehr neidisch auf meine Schule, weil sie Reisen nach Amerika und Indien und wenn ich mich nicht irre, sogar China unternimmt. Zu meiner Zeit waren es „nur“ London, Finnland und Kroatien. Trotzdem alles einmalige Chancen und absolut genial.

      Von den „Gebrauchsanweisungen“ habe ich neben London nur die zu Island gelesen und geliebt. Ohne dieses Buch hätte ich in Island viele Dinge nicht gesehen/gefunden. Ich glaube, das ist dann tatsächlich ein Glücksgriff, ob es gut oder schlecht ist. Aber mit London war es leider ein Griff ins Klo. :(

      Liebe Grüße
      Jule

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