Wie ich meine Ruhe wiederfand – ein Einblick in meine Meditationsroutine

(c) Juliane Dietrich

Wir alle kennen sie auf Instagram, die Sprüche, die zu mehr Gelassenheit, Ruhe und Freiheit aufrufen. Sprüche, die suggerieren, dass wenn dein Job nicht mehr gut für dich ist, dann wechsele ihn einfach oder wenn du gestresst bist, dann nimm dir eine Auszeit und geh auf Weltreise.

Nerven die euch auch?

An manchen Tagen nerven sie mich besonders, wenn für viele Menschen ist ein Jobwechsel nicht von Heute auf Morgen erledigt oder gar nicht zu bewältigen. Ein stressiger Alltag auf Grund eines Vollzeitjobs, langer Arbeitswege und vielleicht ist man auch noch alleinerziehend – so ein Leben lässt sich auch nicht von Jetzt auf Gleich entstressen. Für jeden von uns gibt es Stressfaktoren, die sich nicht vermeiden lassen, aber für jeden von uns gibt es irgendeinen Ausgleich, den man sich auf irgendeine Weise immer mal wieder gönnt. Sei es Sport, Meditation, ein Spaziergang, Lesen, Videospiele etc. – Es gibt auch nicht DAS Heilmittel für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit.

Speziell im letzten Jahr habe ich mich mit verschiedenen Entspannungsmethoden beschäftigt, denn das richtige „Gegenmittel“ gegen Stress muss jeder für sich selbst finden und da gehört eben das Probieren dazu. Einerseits ist es für mich das Bouldern/Klettern, wenn ich mich körperlich Auspowern möchte, andererseits habe ich vergangenen Herbst mit der Meditation begonnen.

(Ich bin auf diesem Gebiet keinesfalls eine Expertin, habe seit dem letzten Jahr einige Bücher zum Thema gelesen und möchte daher hauptsächlich von meinen Erfahrungen berichten.)

Hört man das erste Mal von Meditation, denken die meisten wahrscheinlich an buddhistische Kloster, Mönche in orangen Roben und stundenlanges Stillsitzen. Bleiben wir bei dem Stillsitzen und vergessen alles andere. Denn gerade das „Stundenlang“ war mein erster Fehler. Eine Meditationseinheit muss nicht stundenlang dauern, besonders nicht am Anfang. Ich dachte auch immer, ich möchte mich einfach eine Stunde hinsetzen, Augen zu und dann geht es mir schon besser. Nein! Allein der Gedanke, eine Stunde mit „Nichtstun“ zu verbringen, stresste mich, was genau die falsche Wirkung hatte.

Also begann ich mich mit der Meditation literarisch zu beschäftigen. Ich lernte, dass es nicht auf die Dauer ankommt und man sich vor allem langsam an längere Sitzungen heranarbeitet; d.h. man beginnt mit 5 Minuten und steigert sich nach und nach. Es kann jedoch auch passieren, dass man wieder einen Schritt zurückgehen muss, denn wenn man die Zeit zu schnell heraufsetzt, kann dies auch zu Fehlern, Unwohlsein und Unruhe führen.

Es geht bei der Meditation nicht um Schnelligkeit, sondern um ein langsames Vorankommen.

***

Ich möchte euch zum Schluss noch die Bücher vorstellen, die ich bisher gelesen habe und dir mir doch ganz gut geholfen haben, Meditation und die Lebensansicht dahinter zu verstehen.

(c) Juliane Dietrich

Das kleine Meditationsbuch für alle, die nicht meditieren können (Pascal Akira Frank)

Alles begann mit dem Wunsch das Meditieren zu erlernen und diesem kleinen Buch. Die ersten Grundlagen, Hindernisse und Lösungsvorschläge werden in diesem Buch kurz und knapp ohne Ausschweifungen erklärt. Denn wir kennen die klassischen Ausreden doch alle; „Ich habe keine Zeit!“, „Ich bin müde!“ und „Ich weiß doch gar nicht wie das geht!“. Der spirituelle Hintergrund spielt in diesem Buch eine untergeordnete Rolle, denn gerade dieser kann einen zu Beginn ganz schön einschüchtern.

Zen-Geist Anfänger-Geist – Unterweisung in Zen-Meditation (Shunryu Suzuki)

Ein kleines Buch, das ich vor Jahren, während meiner Bachelor-Arbeit kaufte, und nie zu Ende gelesen habe. Damals war es mir zu spirituell und ist definitiv nicht für komplette Anfänger geeignet. Erste Grundlagen und ein Grundwissen der Zen-Meditation sollte vorhanden sein.

Finde den stillen Klang des Mondes (Ryofu Pussel)

Manchmal muss es keine Anleitung zur Meditation sein, sondern mir half auch ein Bericht über das Leben in einem Zen-Kloster. Die Gedanken und die Art des Lebens in dieser Umgebung gaben mir auch genügend Inspiration. Allein sich die Landschaft um das Kloster herum und die fremde Kultur vorzzustellen, war großartig und versetzte mich in ferne Länder.

Dieses Buch las ich auch im Zusammenhang mit dem Zweiteiler von Haruki Murakami „Die Ermordung des Commendatore“. Auch ein Buchtipp, wenn man sich in die fernöstliche, japanische Landschaft und Ruhe fantasieren möchte.

Zen-Buddhismus Schritt für Schritt (Harry Misho Teske)

Sowohl zum Einstieg als auch, wenn man schon etwas Erfahrung hat, ist dieses Buch einfach großartig. Herr Teske beschreibt nicht nur die Meditationspraktiken, sondern erläutert die buddhistischen Ansichten hinter jedem einzelnen Schritt, jedem Hindernis und jedem Ziel. Gerade Ziele, Hindernisse, Zwischenstufen werden detailliert geschildert.

Handbuch Meditation (Culadasa John Yates)

Ein wirklicher Wälzer ist dieses über 550 Seiten dicke Buch. In meinen Augen eignet es sich nicht für das Lesen in einem Rutsch, sondern zum immer wieder Aufschlagen, Nachlesen und Inspiration holen. Mich hat es gerade zu Beginn überfordert, weil es so viel war und so dick. Und das darf gerade in der Anfangsphase nicht passieren: Überforderung. Deswegen empfehle ich das Buch eher als Nachschlagewerk und nicht als Lektüre zum Am-Stück-Lesen.

***

Und nun wirklich zum Schluss: ich führe ein Meditationstagebuch. Vor einem halben Jahr nutzte ich noch ein klassisches Notizbuch aus Papier, aber das hatte ich nicht immer griffbereit, wenn ich mich zum Meditieren hinsetzte. Mittlerweile nutze ich eine Tagebuch-App (Univeral Tagebuch), in die ich alles eintrage. Wie lief die Session an dem Tag? Hatte ich Probleme? Was war gut? Wie lange habe ich meditiert? – Mit App fällt es mir leichter alles zu notieren, weil ich mit dem Handy auch die Zeit messe und es so oder so die ganze Zeit bei mir habe.

Wenn ich euch inspirieren konnte oder ihr noch Fragen habt, dann sagt mir einfach Bescheid. Meine Kommentare stehen für euch offen.

Eure Jule

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2 Gedanken zu “Wie ich meine Ruhe wiederfand – ein Einblick in meine Meditationsroutine

  1. Hallo Jule,
    ein sehr schöner Blogpost! Ich möchte mich auch unbedingt mehr mit dem Thema Mediation beschäftigen. Ich gehöre auch zu den Menschen, die viel zu viel nachdenken und habe leider zusätzlich mit chronischen Schmerzen zu kämpfen, wobei das meditieren ja sehr helfen kann. „Das kleine Meditationsbuch für alle, die nicht meditieren können“ liegt schon bei mir bereit. „Finde den stillen Klang des Mondes“ hört sich auch sehr interessant an – werde ich mir auf jeden Fall mal merken.
    Liebe Grüße, Steffi

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